Hoffnung

Was mich an Handwerkern ja am meisten nervt ist die Zeit, die man mit Warten auf ihr Erscheinen vertrödelt. Da gibt es welche, die stehen mit dem Gongschlag um 7.30 Uhr auf der Matte (die mag ich!) und andere, die ihr Kommen mit 9.00 Uhr ankündigen und erst gegen halb elf eintrudeln. Die machen mich fertig!

An manchen Tagen tummeln sie sich zu viert im Bad und jeder werkelt in einer anderen Ecke, dann sind plötzlich alle verschwunden und ich sitze hier und weiß nicht, ob und wann die wieder kommen. Ich müsste mal wieder einkaufen gehen, kann aber nicht weg, weil ständig jemand was von mir will oder ich eben nicht weiß, wann die wieder vor der Türe stehen.

Heute wurden alle Wände verputzt, eine Mauer gesetzt und ein Podest, das einmal die Dusche werden soll. Der Fliesenleger hat schon angekündigt, dass das jetzt erst einmal trocknen müsse und er erst am Montag wieder kommt. Der Installateur will morgen Früh noch einmal reinschauen und irgendetwas vorbereiten. Wenn die alle Wort halten, kann ich morgen mal einkaufen und meine Mutter besuchen, mit der ich seit einer Woche nur telefonieren kann.

Jetzt warte ich aber erst einmal, bis der Verputzer aus dem Haus ist und dann muss ich dringend den Staubsauger in Betrieb nehmen. Dieses feine Pulver, das mit Wasser vermischt den Putz ergibt, ist die Hölle! Es staubt nicht nur wie Sau, es kratzt auch im Hals und verursacht Hustenreiz.
Boah, was bin ich froh, wenn das hier alles ein Ende hat!

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In or out?

Seit Monaten ranken sich Gerüchte um die Nobelrenovierung des Limburger Bischofssitzes. Was hat man nicht alles gehört von Protz und Prunk, riesigen Badewannen, Whirlpool und, und, und.

Gestern wurde die Presse durch das Anwesen geführt und durfte für die neugierige Bevölkerung ein paar Bilder schießen. In der Hessenschau wurde ein kleiner Ausschnitt gezeigt und die Tageszeitung heute spendierte der Edelresidenz eine ganze Seite.

Krethi und Plethi können jetzt gucken, was standesgemäßes Wohnen bedeutet und die 283 qm des Ex-Bischofs mit der eigenen 60 qm-Sozialwohnung im Plattenbau vergleichen.

Ich habe auch verglichen, zumindest – aus nahe liegendem Grund – das feudale Badezimmer mit dem von uns geplanten Feuchtraum und war schockiert!
Uns hat man im Fachhandel erklärt, dass jetzt große Wandfliesen angesagt sind und was sehe ich beim Herrn von und zu? Kleine Kacheln! Genau solche, wie wir sie gerade von der Wand geschlagen haben. 8|
Sind wir jetzt in oder doch schon wieder out?? Geht der Trend jetzt wieder zu kleinen Fliesen? Ich glaube kaum, dass der Bischof seinerzeit einen Restposten Kacheln aufgekauft hat. Hat man uns jetzt etwa altmodischen Kram angedreht? Ich komme aus dem Grübeln nicht mehr raus.

Was mir übrigens gar nicht gefallen hat, war der bischöfliche Abtritt. Das erinnerte mich doch sehr an den alten Donnerbalken bei meiner Oma auf halber Treppe. Ihr wisst schon, so eine Holzkiste mit einem Loch in der Mitte und mit Deckel drauf. Gruselig!
Ich gehe aber davon aus, dass auch das Klo in Limburg über allerlei Schnickschnack verfügt und man den Hintern nicht nur gewaschen, sondern auch gleich trockengefönt bekommt. Bei gedämpfter Musik und wechselnder Beleuchtung, versteht sich.

Den Hintern müssen wir uns zwar auch künftig selbst waschen, aber Radio und Licht kriegen wir auch. Alles ist gut. Nur das mit den Kacheln, das lässt mir ja keine Ruhe! :??:

Neues von der Staubfront

Ihr macht Euch keinen Begriff davon, wie es bei uns aussieht – wie bei Hempels unterm Sofa!

Das Bad ist komplett entkernt und zu unserer großen Freude kamen dabei eine feuchte Wand sowie ein Wasserfleck auf dem Boden zum Vorschein. Super! Für die Sanierung war es allerhöchste Eisenbahn; das alte Abflussrohr war an mehreren Stellen undicht. Aber gut, es hat ja jetzt seinen Dienst getan.

Das Treppenhaus ist mit Malerflies ausgelegt, was den Dreck natürlich nicht daran hindert, auch unter diese Schutzmatte zu krabbeln. Staub (und davon haben wir reichlich!) zieht gerne nach oben und liegt nun auf der oberen Treppe und im Dachgeschoß, in welchem sich das Büro befindet. Was man auch anfasst, die Finger sind immer dreckig!

Das Wohnzimmer ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, weil die Handwerker durch müssen, um in den Heizungskeller und damit an die Abstellhähne fürs Wasser zu gelangen.

Mein im letzten Jahr frisch bepflanzter Vorgarten sieht aus wie eine Müllhalde. Dort hat man erst die alten Sanitärobjekte gelagert (die olle Badewanne landete prompt auf den gerade zur Welt gekommenen Schneeglöckchen. Männer haben mit so was ja gar nix am Hut.), jetzt stehen die alte Holzdecke und ein paar Schrankteile dort und warten auf den Abtransport. Dazwischen ruhen auch ein paar Kisten, die heute Morgen um kurz vor sieben angeliefert wurden.
Die alte Duschabtrennung stand bis zu dem Zeitpunkt auch dort. Jetzt ist sie im Eimer, weil der Hirni von Lieferant sie umgeschmissen hat und ich Millionen kleinster Glasteilchen vom Gehweg und der Straße (Kopfsteinpflaster!) fegen und aufklauben durfte. Macht Laune, morgens um sieben! Lieber Gott, lass Hirn regnen!

Der Installateur baute gestern das Gerüst für den neuen Spülkasten, in dem auch die Rohre und Kabel verschwinden sollen. Er tröstete mich dann mit den Worten ‚jetzt kann man aber schon erkennen, was das mal werden soll‘. Ich halte mich zwar für einigermaßen fantasievoll, aber meine Vorstellungskraft reicht noch nicht aus, um da was erkennen zu können. Überhaupt wirkt der Raum jetzt winzig und ich kann kaum glauben, dass da mal ein ganzes Bad drin war.
Meine Euphorie ist gerade nicht so groß.

Baustelle

Seit vielen Jahren wissen wir, dass die Tage unseres alten Badezimmers gezählt sind und wir uns mit einem Umbau anfreunden müssen. Nun ist es soweit; heute Morgen rückten die Handwerker mit schwerem Gerät an und bevor ich es mir versah, lag alles in Schutt und Asche. Nun weiß ich auch wieder, warum wir das immer wieder vor uns hergeschoben haben: Es macht keinen Spaß, eine Großbaustelle mitten im Haus zu haben! :no:

Gleich zwei Firmen waren zugange, der Installateur und der Fliesenleger. Der Installateur riss die Sanitärobjekte raus und baute die (noch relativ neuen) Armaturen von Waschbecken und Dusche in unser winziges Zweitbad, mit dem wir uns in nächster Zeit begnügen müssen. Die dortigen Armaturen waren Billigware aus dem Baumarkt und funktionierten nicht mehr richtig. Diese Lösung bot sich also an und ich freue mich, morgen wenigstens vernünftig duschen zu können.
Wir hatten am Wochenende schon die Badezimmerschränkchen ab- und ummontiert, so dass wir unsere Tübchen und Döschen, Zahnbürsten etc. vernünftig unterbringen können.
Habt Ihr eine Ahnung, was sich alles für ein Krimskrams in solchen Schränkchen ansammelt?? Grauenhaft! Das fängt bei Pröbchen aus der Apotheke an und hört bei angebrochenen Sonnenschutzmitteln der letzten fünf Jahre noch lange nicht auf. 😳

So ein teilentkernter Raum sieht übrigens schrecklich aus! Diverse Bohrlöcher aus verschiedenen Epochen – bisher gnädig verdeckt durch die Schränke – verliehen dem alten Bad was von einem Schweizer Käse. Alles wirkte irgendwie runtergekommen und usselig. Es machte mir also gar nichts aus, dass da jetzt noch mehr zerstört wurde. Blöd nur, dass wir ein großes Bad haben und wirklich alle Fliesen runter müssen. Ungefähr die Hälfte ist geschafft und ich bin mal gespannt, wann das Klingeln in meinem Ohr nachlässt.

Morgen um 7.30 Uhr geht es weiter!

Bombenstimmung

Gerade rief mich mein Göttergatte an und teilte mir mit, dass er nicht wisse ob und wann er heute nach Hause käme!
„Supi. Darf ich den Grund erfahren?“ Es schießt einem ja so allerhand durch den Kopf bei so einer Ankündigung.
„An der Baustelle Rhein-Main-Halle (mitten in der Stadt gelegen) ist eine 5-Zentner-Bombe gefunden worden. Es sind wohl schon einige Straßen gesperrt; jedenfalls ist hier (Außenbezirk) schon Verkehrschaos. Ich brauche vorerst nicht loszufahren.“ 🙄
Er muss zwar selbst nicht an der Fundstelle vorbei, aber alle die es müssen, fahren jetzt irgendwelche Ausweichstrecken.

Ich hab‘ gerade mal ein bisschen recherchiert: um 20.00 Uhr soll das Ding entschärft werden, ab 17.30 Uhr werden die Anwohner evakuiert … man will den Feierabendverkehr noch passieren lassen. Hat ja gut geklappt!
So ein Krieg dauert wirklich länger als man denkt!

Winterblues

Regelmäßig nach dem Winterurlaub dürstet es mich nach Frühling, nach Sonne und nach Farbe. Auch wenn das Wetter derzeit gar nicht so schlecht ist – immerhin regnet es nicht – kommt bei mir so langsam aber sicher der Winterblues. Der Himmel ist überwiegend grau, die Laune auf einem Tiefpunkt und außerdem bin ich ständig müde. Was also tun?

Gestern kam mir die Idee: Ab ins Blumenparadies! Der Parkplatz in meinem bevorzugten Pflanzenmarkt ist um diese Jahreszeit ziemlich leer, man kann direkt am Eingang parken und muss nicht durch die Kälte laufen. Natürlich mache ich in diesem Laden keinen Rundgang, ohne mit einem Einkaufswagen gerüstet zu sein! Und selbstverständlich bin ich noch NIE aus dem Shop raus, ohne irgendwas gekauft zu haben. ;D

Ich sage Euch, bei dieser bunten Blütenpracht geht einem das Herz auf! Schlechte Laune verschwindet sofort und die Mundwinkel ziehen sich automatisch nach oben. Ein Meer von bunten Primeln, Narzissen, Hyazinthen und, und, und erfreut das Auge, man wird fast geblendet!
Gerne hätte ich ein paar Primeln mitgenommen, um sie in die traurigen Töpfe vor der Haus- und der Terrassentüre zu setzen, aber das hätten die vorgezogenen Pflänzchen sicher nicht überlebt. Also begnügte ich mich mit einer kleinen Auswahl fürs Küchenfenster und ein bisschen was fürs Wohnzimmer.
Ich fand mich sehr bescheiden. Der Eindruck änderte sich übrigens an der Kasse; ich kann machen was ich will, unter einem Fuffi komme ich aus dem Laden nicht raus! :-/ Vielleicht hätte ich die Deko-Abteilung großräumig umfahren sollen! Da osterte es nämlich schon gewaltig und wenn man zu lange wartet, ist ja alles schon so ausgesucht …! *räusper*

Na ja, sei es drum. Meine Laune jedenfalls ist aufgehellt, auf rosa Pillen kann ich verzichten und die Depressionen muss ich auch nicht im Alkohol ersäufen. Alles ist gut!

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