Woche 7 (Fiinaalee ooho )

Nachdem seit meinem letzten Baustellenbericht schon wieder einige Zeit vergangen ist, hier mal ein kurzer Abriss der letzten knapp zwei Wochen:

Waschmaschine und Trockner kamen pünktlich, wurden sofort angeschlossen und in Betrieb genommen. Hurra, alles funktioniert! Den Härtetest haben die Geräte auch schon hinter sich – Dauerbetrieb praktisch rund um die Uhr.

Die Badezimmermöbel, Duschabtrennung etc. wurden geliefert und montiert. Was noch fehlt ist die Deckenbrause (die Bestellung hatte der Installateur einfach vergessen) und eine kleine Abdeckung für die Heizungsrohre. Duschen geht also im Augenblick nur mit der Handbrause, aber immerhin wird man sauber und wir finden unsere Kosmetika inzwischen auch alle wieder.
Damit Ihr selbst beurteilen könnt, ob sich der Aufwand gelohnt hat, hier mal ein paar Bilder der neuen Wellness-Oase:

2015-03-29 11.19.12

2015-03-29 11.18.02

Während die Installateure im Bad zugange waren, beschäftigte sich der Maler mit den drei Räumen im oberen Stockwerk. Inzwischen sind die fertig und das Treppenhaus auch. Jetzt sind das Wohn-/Esszimmer und die Küche dran:

2015-03-30 09.49.30

Meine Beschäftigung während der ganzen Aktionen beschränkte sich auf Ausräumen, Suchen, Abhängen, Suchen, Aussortieren, Suchen, Auswaschen, Suchen, Möbelschleppen, Suchen etc.
Zwei Zahnarzt- und etliche sonstige Termine musste ich während der Zeit absagen, weil andere unabkömmlich sind und der letzte Depp halt die Stallwache hat. Den Termin heute werde ich wahrnehmen, komme was da wolle! Und anschließend tauche ich ab in eines der Einkaufsparadiese und sehe mal zu, dass ich den finalen Ostereinkauf erledige, bevor allen anderen einfällt, dass wieder zwei Feiertage anstehen.
Viel brauche ich eh nicht, da ich Ostern vermutlich platt irgendwo in einer frisch gestrichenen Ecke liege.

Advertisements

Woche 5

Wir befinden uns in Woche fünf und sind damit noch im Zeitplan – was man von deutschen Baustellen ja nicht immer behaupten kann.
Der Fliesenleger ist endlich durch. Der arme Kerl hatte an meinem Sonderwunsch nach einem gemauerten und gefliesten Regal doch ganz schön zu knabbern, hat es aber gut hingekriegt. Nachdem er seine ganzen Arbeitsutensilien aus der Garage geräumt hatte, hat er dort auch noch durchgeputzt. Das habe ich ja auch noch nicht erlebt!

Soeben werden die Decke und der arg in Mitleidenschaft gezogene Fensterrahmen gestrichen. Mit den ganz fiesen Dreckarbeiten sind wir also durch. Uff!

Vom Installateur habe ich die letzten drei Tage nichts mehr gehört. Er hat sich für heute Nachmittag angesagt. Bin gespannt, ob er dann schon mit irgendetwas anfängt, oder ob er nur auf einen Kaffee vorbei kommt.

Letzten Samstag haben wir uns auf die Suche nach Kleinteilen begeben. Handtuchhalter, Klobürste, Papierhalter, was man halt so braucht. Ich wusste, dass ein hiesiger Badausstatter diese Teile nach Serien geordnet in seiner Ausstellung hat und dort sind wir fündig geworden. Gerne hätten wir es auch in dem Laden gekauft, aber die fünf Verkäufer waren sämtlich von renovierungswütigen Paaren belagert und die Beratungsgespräche nahmen keinen rechten Fortgang. Aussichtslos. Wir sind dann gegangen und haben die Teile im Internet bestellt. Gestern wurde geliefert; schneller hätten die das in dem Shop auch nicht hingekriegt.

Zu allem Überfluss ist nun auch noch meine Waschmaschine verreckt. Sie muckt schon seit geraumer Zeit beim Schleudern, hat sich aber bisher immer wieder berappelt. Jetzt ist Schluss mit Lustig; die Trommel dreht sich überhaupt nicht mehr und da das Gerät sein Soll erfüllt hat, wird da auch nichts mehr repariert. Ich hoffe nur, dass die Neue bald kommt … es wartet reichlich Arbeit auf sie. Nicht nur unsere normale Wäsche, Handtücher und Bettzeug müssen gewaschen werden, sondern – nach dem ganzen Dreck – auch sämtliche Gardinen, Kissenbezüge, Nippesdeckchen etc.
Ich weiß also, was ich in nächster Zeit tun werde.
Ach ja, und wenn es so weiter geht, werden wir uns bald mal um einen Kredit kümmern müssen. 8|

Shit happens oder … Neues von der Baustelle

Mein Gefühl sagt mir, es nimmt kein Ende. Trotzdem keimte gestern Abend wieder ein wenig Hoffnung auf, als zum ersten Mal das Wort „Endmontage“ fiel. Die ist jetzt terminiert auf Ende nächster Woche. Duschen ist dann allerdings noch nicht möglich, weil die Glasabtrennung zum Bad hin noch nicht da ist, aber das wussten wir vorher.

Heute habe ich dann erfahren, dass auch der Waschtisch nebst Unterschrank sowie der Hängeschrank noch nicht da sind. Ich hoffe, dass das im Laufe der Woche noch kommt. Falls nicht, werden nur Klo und Bidet installiert, so dass man wenigstens nachts nicht mehr durchs Haus geistern muss.

Montag und Dienstag war der Decken- und Lichtmann da, hat Leisten unter die Decke gezimmert, Kabel verlegt und Platten angebracht. Irgendwann kam er mir mit Finger im Mund entgegen und murmelte was von „geschnitten“. Scheibenkleister! Ich kann kein Blut sehen und gerate in Panik, wenn es aus irgendjemand heraustropft. Der Deckenbauer ist nicht irgendjemand, sondern ein Freund von uns und es tropfte auch nicht nur, sondern sprudelte ganz munter.
Ich bekam sofort weiche Knie und Blutleere im Gehirn. Mit Pflaster war es nicht getan und der arme Kerl musste sich auch noch selbst versorgen, weil ich sonst umgefallen wäre. Ich wollte ihn sofort ins Krankenhaus bringen, aber das lehnte er ab. Klar, da hätte er wieder ein Wust von Formularen ausfüllen müssen; das ist bei Arbeitsunfällen ja nicht ohne. Er ist aber mit einer Krankenschwester verheiratet und wurde später zu Hause versorgt. Er hat es sich auch nicht ausreden lassen, die Decke noch fertig zu montieren und zu spachteln. Ein Einmal-Handschuh verhinderte, dass Dreck in die Wunde kam und tropfen konnte es dann auch nicht mehr. 8|

Heute nun das nächste Malheur: Unser kleines Bad, mit dem wir uns momentan begnügen müssen, verfügt nur über eine Dusche mit Vorhang. Ich kann damit umgehen, aber mein Göttergatte flutet jeden Morgen das gesamte Bad. Das hat ihm gestunken (mir auch) und er hat spontan eine Duschtür bestellt. Heute wurde geliefert und montiert und dabei ist leider das Waschbecken zu Bruch gegangen. Nun haben wir ein provisorisches weißes Becken anstelle des alten, beigefarbenen. Mir ist’s grad Wurscht.

Übrigens habe ich während dieser ganzen Umbauaktion hier noch drei ziemlich fiese Zahnarzttermine hinter mich gebracht und heute ist mir aufgefallen, dass die Geräusche der Dental-Gerätschaften fast identisch sind mit denen, die die Fliesenleger so machen. Nur dass beim Zahnarzt jemand daneben steht und alles direkt absaugt, während die Fliesenleger ihren Dreck lustig in die Atmosphäre bzw. meine Wohnung entlassen. 🙄

Ich bin mir trotzdem noch nicht sicher, was mir lieber ist … neues Bad oder neues Esszimmer?!

Heute machen sie mich fertig!

Große Kacheln sind ja schnell an der Wand; ruckzuck waren gestern die ersten zwei Wände gefliest und es hat mir auch gar nichts ausgemacht, dass da viele Löcher für die Anschlüsse und Steckdosen reingebohrt werden mussten.
Heute aber schaffen sie mich. Ich habe eine ziemlich bescheidene Nacht hinter mir mit wenig und nur sehr schlechtem Schlaf. Nachdem ich im Halbschlaf schon ein paar Mal durch die Baustelle geturnt bin, im Internet und auf dem Klo war und irgendwie Zeit totgeschlagen habe, plagen mich seit sieben Uhr unerträgliche Kopfschmerzen. Normalerweise hätte ich da nochmal zwei Stunden ins Bett gemusst, aber das geht ja gerade nicht. Also gab es zum Frühstück eine Ladung Schmerztabletten und danach einen Spurt zum Discounter um die Ecke.

Was soll ich sagen, die Tabletten zeigen keinerlei Wirkung, außer dass es mir jetzt auch noch schlecht ist. Dafür bohren und sägen sie ein Stockwerk tiefer was die Maschinen hergeben. Ich könnte gerade aus der Haut fahren.

Oh Scotty, beam me up! 😥

Vergangenheitsbewältigung 3/2015

Nachdem meine Aktivitäten derzeit auf Haus und Hof beschränkt sind, muss ich mir hier einen sinnvollen Zeitvertreibt suchen. Mein Blick fiel am Freitag schon auf das Regal, in dem sich unsere alten Fotoalben und zwei große Kisten mit Fototüten befinden. Davor graust es mir ja schon lange und ich hatte die Hoffnung längst aufgegeben, da mal Ordnung reinzukriegen. Die Arbeiten im Haus haben auch auf diesem Regal eine dicke Staubschicht hinterlassen und mich zum Handeln animiert. Am Sonntag ging das große Ausmisten los!

Vor vielen Jahren hatte ich schon mal die Idee, die Fotoalben aufzulösen, in denen sowieso nur die ersten fünf Blätter genutzt waren. Die habe ich rausgetrennt, Löcher reingehauen und in einem einzigen Leitzordner abgeheftet. Inzwischen war aber der Kleber von Fotoecken und diesen entsetzlichen Klebefolien so trocken geworden, dass mir die Bilder einfach vor die Füße gefallen sind.

Ein paar Fotokisten hatte ich mir schon vor einiger Zeit beim Diskounter meines Vertrauens gekauft und die kamen jetzt zum Einsatz. Die Kartonteiler habe ich mit Jahreszahlen beschriftet und mir dann erst die Lose-Blatt-Sammlung und anschließend die Fototüten vorgenommen. Ich hatte jedes Bild in der Hand und hab gnadenlos alles weggeschmissen

a) wo nur Landschaft oder irgendwelche Gebäude drauf zu sehen waren (meist weiß man sowieso nicht mehr, wo das eigentlich war und in echt sah das bestimmt auch viel toller aus)
b) Leute abgelichtet waren, an die ich mich überhaupt nicht mehr erinnern kann (Urlaubsbekanntschaften, flüchtige Bekannte, zu denen längst kein Kontakt mehr besteht)
c) die es doppelt oder zumindest ähnlich gab
d) die qualitativ schlecht waren, verwackelt, zu dunkel oder die die Farbe verändert haben.

Viel ist nicht übrig geblieben! Unser Leben passt jetzt locker in drei Fotokisten und ich muss sagen, das Ausmisten ging besser und schneller vonstatten, als ich befürchtet hatte. Und was haben wir nicht alles fotografiert seinerzeit. Der helle Wahnsinn! Das machen wir heute zwar auch noch, aber jetzt landen die Fotos auf dem Rechner und da ist (fast) unbegrenzt Platz. Außerdem habe ich mir angewöhnt, meine Schrottfotos sofort zu löschen.

Wenn ich jetzt auch noch meinen Mann dazu kriege, seine drei Alben (die vor meiner Zeit) mal auszumisten, bin ich restlos zufrieden!