Touristenprogramm

Es ist komisch, wenn das Haus plötzlich wieder so leer ist. Freunde aus Deutschland waren drei Wochen lang unsere Gäste und haben sich mit uns zusammen winzige Eckchen von Brasilien angeschaut und einen Eindruck gewonnen, warum es uns hier so gut gefällt. Ich glaube, sie haben Blut geleckt und werden wieder kommen. Das Land ist ja riesengroß; es gibt noch viel zu sehen und zu erleben.

Das Touristenprogramm in der näheren Umgebung haben wir immer mal zwischendurch erledigt, aber sie wollten natürlich mehr sehen, als unser kleiner Ort zu bieten hat. Also sind wir nach Belo Horizonte gefahren und haben „unsere“ Kinder besucht. Über den Besuch in der Favela und der Tagesstätte werde ich gesondert berichten; die Kids sind es Wert, dass ich ihnen einen eigenen Eintrag spendiere.

Neben dem Tag bei den Kindern haben wir Freunde getroffen, waren zu Gast bei einem Grillfest, haben den Mercado Central besucht, eine riesige Markthalle, in der man wirklich alles kaufen kann. Der Mercado ist schon ein Muss in Belo Horizonte und wenn man alle Gänge abgelaufen hat, ist man ordentlich geschafft und auch überreizt von dem geschäftigen Treiben.
Nach einem verlängerten Wochenende haben wir uns am Montag wieder auf den langen Heimweg gemacht und die Eindrücke verdaut.

Viel Zeit blieb dafür nicht, denn bereits am Donnerstag sind wir zu einem Kurzurlaub ans Meer aufgebrochen. Der 50. Geburtstag unseres Freundes stand an und den wollten wir ganz relaxed am Strand verbringen. Begonnen haben wir den Tag mit einem zünftigen Sektfrühstück. Den Sekt hatten wir mitgebracht, den Rest gab das überaus reichhaltige Buffet in unserer Pousada her. Danach ging es an den Strand, wo wir uns natürlich prompt die Pelle verbrannt haben. Rote Oberschenkel und Schulterblätter waren die Folge und ich bin jetzt gerade in der Häutungsphase. Sonnenbrand hatte ich ja lange nicht mehr und wusste kaum noch, wie unangenehm das ist.

 

Am nächsten Tag änderte sich das Wetter und wir beschlossen, die rund 100 km nach Rio zu fahren. Noch bei Sonnenschein saßen wir an der Copacabana (natürlich im Schatten!) und bestaunten den berühmtesten Strand der Erde. Danach haben wir uns von einem Kleinbus hoch zum Cristo fahren lassen. Hier war es schon deutlich kühler und es zog Nebel auf. Wir konnten zwar noch in alle Richtungen gucken und die wirklich tolle Aussicht genießen, mussten aber immer ein Nebelloch suchen und sind kreuz und quer auf der Aussichtsplattform herum geirrt. Es war trotzdem schön und als der Nebel dichter wurde, haben wir schnell den Rückzug angetreten, bevor alle Touristen auf die gleiche Idee kamen und wir lange Wartezeiten hätten in Kauf nehmen müssen.

 

 

Als wir wieder in unserer Pousada angekommen waren, regnete es bereits und der Regen hielt sich auch den ganzen nächsten Tag. Wir haben noch einen Kurztrip in die andere Richtung unternommen und uns Angra dos Reis angeschaut, ein Kolonialstädtchen aus dem 16. Jahrhundert. Die Bucht, in der die Stadt liegt, soll über smaragdgrünes Wasser und rund 400 kleine Inseln verfügen; bei Regen ist davon allerdings nicht viel zu sehen. Überhaupt machte die Stadt einen eher verrammelten Eindruck; die Geschäfte waren (Sonntag) bis auf einige Souvenirshops am Hafen alle geschlossen. Unser Freund hat in einem der Läden eine Hängematte zum günstigen Preis erstanden und so hat sich der Ausflug doch noch gelohnt. Nach einer großen Fischplatte und frisch gepresstem Orangensaft haben wir auch hier den Rückzug angetreten und den Rest des Tages einfach verdöst und unsere Reisetaschen wieder gepackt.

 

Die letzten paar Tage zu Hause haben wir damit verbracht, die Dinge zu besorgen, die die Beiden mit nach Deutschland nehmen wollten: Haken für die Hängematte, einen dieser praktischen Grillroste, um den herum im nächsten Jahr ein Grill gebaut werden soll, diverse Kleinteile und ein paar Andenken. Zwischendurch haben wir immer mal wieder eine kleine Sehenswürdigkeit besucht oder Ausflüge unternommen. Na ja, und das normale Leben hier will ja auch organisiert sein: Einkaufen, Essen kochen, spülen etc.

Vorgestern haben die Beiden noch einen Abschiedsspaziergang gemacht und dann die Koffer gepackt. Am Abend haben wir sie zum Flughafen gefahren; inzwischen sind sie zu Hause und der Brasilienurlaub ist nur noch Erinnerung. Die Zeit vergeht rasend schnell!

 

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4 Gedanken zu “Touristenprogramm

  1. Hallo liebe Caipi,
    heute komme ich wieder mal zum nachlesen und hatte natürlich im Reader erst deinen aktuellen Blog entdeckt 😉

    Das hat eurem Besuch sicher viel Spaß gemacht, was ihr ihnen alles gezeigt habt
    und ganz ehrlich, mir gefällt es auch ❤

    Freue mich immer, wenn ich von dir lese und weiß, es geht euch gut in Brasilien.

    Ich stecke grad im Umzugstrubel und in 4 Wochen bin ich dann drin im neuen Häuschen 😉

    Wünsche euch noch eine schöne Zeit
    und lass einen ❤ lichen Gruß hier,

    Uschi

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  2. Danke, liebe Uschi! Im Urlaub kommt man ja auch zu nix und blog-Einträge meiner Freunde lese ich meist auf dem Handy. Das Kommentieren ist mit dem kleinen Ding aber ziemlich anstrengend, weshalb ich es mir oft verkneife und später ganz vergesse. 😦
    Viel Spaß noch beim Ausmisten und Packen. Ich freue mich schon auf die ersten Bilder vom neuen Zuhause.
    LG, Caipi

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  3. Hallo „querida“ Caipirella!!!
    Schön, dass Du in meiner Heimat – Rio de Janeiro – warst! Ich bin Brasilianerin und wohne hier in Deutschland seit 1992. Sehr schöne Bilder hast du mitgebracht. Durch Uschi habe ich deinen Blog entdeckt und muss ich mir mal ein wenig zeit nehmen um mich hier umzuschauen.
    Abraços 🙂
    Claudia
    http://www.claudias-welt.com

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    • Bom dia, querida Claudia! Das ist ja schön, eine Brasilianerin auf meinem blog! Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Brasilianer/innen es nach Deutschland verschlagen hat.
      Schön, dass Dir meine Bilder gefallen. Rio ist eine tolle Stadt und immer eine Reise wert. Vor zehn Jahren haben wir mehrere Tage dort verbracht und sind prompt Brasilien süchtig geworden.
      Ich würde mich freuen, öfter von Dir zu hören und werde mich heute auf Deinem blog mal ein bisschen umtun. Unsere brasilianischen Nachbarn und Freunde sind alle im langen Wochenende, da habe ich Zeit. 😉
      Liebe Grüße, Caipirella

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