Wollmäuse

oder: Feuchte Träume Teil 2

Meinem Mann gefiel das mit dem Gästebett doch nicht so richtig. Klar, bei seiner Gewichtsklasse liegt man in einem Wasserbett schon komfortabler!
Ein Anruf im Wasserbetten-Center unseres Vertrauens ergab, dass man das Löchlein in meiner Matratze auch reparieren kann. Das geht ähnlich, wie bei einem Fahrradschlauch. Also haben wir so ein Reparaturset geholt und der Gatte höchstpersönlich hat das Bett geflickt. Ich habe zwar gesagt, dass das nicht nötig sei, weil mein Vertrauen in das Bett jetzt tief erschüttert ist und ich nicht noch einmal abzusaufen gedenke. Also beschlossen wir, ab sofort wirklich getrennt zu schlafen; ich im Gästezimmer und er in seinem intakten Bett – ohne Gefahr zu laufen, bei einer nächtlichen Drehung im Wasser zu liegen.

Gesagt getan. Frische Laken aufgezogen, Bettzeug und Wecker umgeräumt. Ich begab mich etwas früher zur Ruhe und schlief auch bestens (keine Geräusche vom Nebenmann!). Gegen drei Uhr in der Frühe wurde ich wach und wunderte mich kurz, dass meine bessere Hälfte nun doch neben mir lag. ‚Siehste … er mag doch nicht ohne mich schlafen ‚, freute ich mich. Ich nutzte meine Wachphase für einen Gang aufs Klo und fand den wahren Grund für seinen neuerlichen Umzug: seine klatschnasse Schlafanzughose lag im Bidet. Ich glaub‘ das jetzt nicht!

Sicherheitshalber warf ich einen Blick ins Schlafzimmer und sah die Bescherung. Jetzt war sein Bett kaputt. Und zwar irreparabel! Der Einfüllstutzen hatte sich gelöst. Aus dieser Öffnung trat auch entschieden mehr Wasser aus, weshalb er es gleich gemerkt hatte. Deshalb also kam er zu mir zurück. Nicht etwa wegen Liebe oder so. L

Nun gut. Jetzt hat sich das Thema Wasserbett endgültig erledigt. Wir waren zwar sehr zufrieden und haben 15 Jahre lang gut geschlafen, aber diesmal soll es etwas anderes sein. Heutzutage schläft man in Boxspringbetten und wir haben beschlossen, uns auch gleich eines mit Motor zu kaufen. Wir werden ja nicht jünger und die Schlafgewohnheiten ändern sich. Ich würde gerne mal die Beine hoch lagern oder auch das Kopfteil zum Fernsehen etwas anheben. Noch schlappe 10 Wochen, dann werde ich all das machen können. J

Gestern nach Feierabend haben wir das alte Bett abgebaut. Als erstes musste das verbliebene Wasser weg, wozu eine Pumpe angeschlossen und der Gartenschlauch einmal durchs Haus gelegt werden musste. Mein Mann betreute fachmännisch die Pumpe, ich durfte den Schlauch ins Klo halten.
Unglaublich, wie viel Wasser in so einem blöden Bett ist! Dem Wasser musste regelmäßig Conditioner zugesetzt werden, der nun für eine prima Schaumbildung sorgte. Bevor ich es mir versah, quoll ein riesiger Schaumberg aus dem Klo. Die Blubberbläschen krabbelten über den Rand der Schüssel und waren kaum zu bändigen. Eine gute Stunde hat diese Aktion in Anspruch genommen, dann waren die Matratzen leer. Sie wurden zusammen gerollt und nach unten gebracht. Dann kamen die Folien-Sicherheitswanne dran, die Heizung, die Schaumstoffumrandung und der Boden. Alles wurde irgendwie gefaltet und/oder so zerkleinert, dass man es transportieren kann. Nun standen wir vor dem Unterbau: drei große Spanplatten und darunter vier Kreuze aus Spanplatten, die jedoch nur ineinander gesteckt waren. Das war easy und auch gut zu transportieren. Jetzt stand nur noch das Gerüst unseres ursprünglichen Kastenbettes, in dem sich rund eine Million Wollmäuseratten tummelten! Die Armen haben zum ersten Mal Licht gesehen und der frische Wind, der durchs offene Fenster kam, ermunterte sie zu einem Tänzchen. Gruselig! Es ist nicht zu fassen: Staub zieht wirklich überall hin und wo man mit Besen und Lappen nicht hinkommt, da bleibt er halt liegen und knubbelt sich zu lustigen Gebilden zusammen. Mein guter alter Staubsauger hatte ordentlich was zu tun!

Nachdem ich dem Reststaub heute noch mit Seifenlauge und Lappen den Garaus gemacht habe, können wir mit den Gästebetten wenigstens in die gewohnte Umgebung umziehen. Ich schule übrigens gerade auf Möbelpacker um!

2 Gedanken zu “Wollmäuse

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