Blog-Geburtstag

Ich fasse es nicht. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einer Freundin zum Blog-Geburtstag (8 Jahre oder so) gratuliert und allen Ernstes behauptet, dass ich dafür noch ein bisschen brauche. Kurz darauf musste ich mit Schrecken feststellen, dass bei mir schon der 10. Geburtstag ansteht, mein Blog damit also noch älter ist. Wo ist nur die Zeit geblieben???

Ich kann mich noch gut an meinen allerersten Blog-Versuch erinnern, der sauber in die Hose ging. Ich hatte mich – damals noch bei blog.de – durch das Anmeldeprocedere manövriert, ein Logo erarbeitet und mir einen Überblick verschafft, was andere so von sich geben. Allzu persönlich sollte mein Blog nicht werden; weder wollte ich mein Seelenleben nach außen kehren noch meine sexuellen Vorlieben einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen.  Es gibt Dinge, die gehen andere einfach nix an.
Was also schreiben?

Ich mühte mich, einen halbwegs lustigen Text über das Entstehen meines Blogs zu verfassen und veröffentlichte stolz meinen ersten Erguss. Dachte ich zumindest. Lesen konnte diesen Text niemand und auch ich fand ihn nicht mehr. Er war irgendwo im Nirwana der Blog-Welt verschwunden. Das fing ja schon mal gut an, große Klasse!
Beim zweiten Versuch klappte es besser und ich war stolz wie Bolle. Es fanden sich auch ein paar reale Bekannte, die das gelesen hatten und schon hatte ich die ersten Blog-Freunde. Einige von ihnen sind heute noch bei mir, obwohl sie inzwischen von „Freund“ zu „Follower“ degradiert wurden.

Blog-Freundschaften verlaufen unterschiedlich. Einige dauern nur kurze Zeit und der Freund/die Freundin verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Blog gelöscht, Ende und aus. Bei manchen fand ich das sehr schade, weil sie mir innerhalb kurzer Zeit doch ans Herz gewachsen waren. Andere habe ich selbst beendet, weil deren Geschreibsel mir einfach auf den Geist ging. Das ist das Gute beim bloggen; man drückt auf löschen und schon ist man die Nervensäge los.  Im realen Leben ist das schon schwieriger.

Durch die Auflösung von Blog.de wurde meine Freundesliste deutlich dezimiert, weil nicht alle zu WordPress gewechselt sind oder bei der Gelegenheit ganz aufgegeben haben. Von einigen meiner alten Weggefährten habe ich die neue Blog-Adresse und lese dort auch immer mal wieder. Das Kommentieren in diesen Blogs ist jedoch recht umständlich, wenn man nicht selbst dort angemeldet ist. Für „umständlich“ habe ich gerade keine Zeit; ich komme ja selbst kaum noch zum Schreiben.  Umständlich finde ich übrigens auch WordPress … immer noch. Das liegt aber sicher auch daran, dass mir einfach die Übung fehlt. Irgendwann wird das wieder besser, hoffe ich.

Viele Blogs sind Themen-Blogs, befassen sich mit Heim & Garten, Mode, Reisen, Sport und was weiß ich nicht allem. Zum Teil sind sie recht interessant und oder sogar lehrreich. Dafür hat es bei mir nie gereicht; mein Blog heißt „Allerlei“ und genau das ist auch der Inhalt. Wie es gerade so kommt, was mich beschäftigt, nervt oder erfreut. Kreuz und quer durchs Leben und natürlich fließt auch immer mal etwas Persönliches mit rein – schließlich existiere ich ja real.
Das wahre Leben wird mir auch immer wichtiger sein, als das Dasein in der Cyber-Welt. Und weil das so ist, backe ich mir jetzt einen Geburtstagskuchen und werde mir damit ganz reale Kilokalorien zuführen!

Euch allen vielen Dank für Euer Interesse, egal ob Freund, Follower oder einfach nur zufällig hier gelandet. Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

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(Un-)Glückstag

Fünfundzwanzigster Mai.

Hab‘ ich mir notiert – nächstes Jahr bleibe ich im Bett!

Seit zwei Tagen verhielt sich mein frisch getüvtes und neu bereiftes Autochen merkwürdig. Es ruckelte und muckte und weil mich so etwas nervös macht, bat ich meinen Bruder, mal eine Probefahrt zu machen. Typischer Vorführ-Effekt: keine Probleme. „Ohne Befund“, meinte mein Auto-Doc und gab mir den Tipp, mal kurz über die Autobahn zu jagen. Hab ich gleich am Mittwoch gemacht; einmal Hochheim und zurück sollte reichen. Anschließend wollte ich zum Supermarkt, zur Bank, zur Post und in die Stadt. Die todo-Liste war lang. Ich hatte in Hochheim die falsche Abfahrt erwischt und musste erst einmal durch die Stadt, um wieder auf die Autobahn in Richtung Wiesbaden zu kommen und wie es der Teufel so will: das Auto ging mitten in der Stadt aus und wollte nicht mehr anspringen! Ich hab‘ geflucht wie ein Rosskutscher! Der freundliche Lkw-Fahrer hinter mir traktierte seine Hupe, wovon sich meine Karre jedoch gänzlich unbeeindruckt zeigte. Schei … benkleister!
Der Lkw fuhr dann an mir vorbei und ein paar nachfolgende Autos auch. Ich hatte Glück im Unglück, weil es direkt neben meinem Auto eine freie Parkbucht gab. Da galt es jetzt, das Auto hineinzuschieben. Also Leerlauf rein, Handbremse los und die Muckis spielen lassen. Keiner der Autofahrer machte Anstalten, mal eben zu helfen. Aber was soll’s, selbst ist die Frau! Nur den letzten Meter habe ich nicht mehr geschafft, weil die blöde Parkbucht zur Straße hin abfiel und ich somit „bergauf“ schieben musste. Ich bin ja nicht Kingkong. Ein Radfahrer hat dann angehalten und geholfen.

Dann habe ich mich erst einmal orientiert, wo ich eigentlich bin. Breslauer Ring, Ecke Rüdesheimer Straße. Gar nicht weit von der Autobahnauf- bzw. Abfahrt entfernt. Das sollte zu finden sein. Also habe ich meinen Bruder angerufen und ihn gebeten, sich in Bewegung zu setzen. Nun hatte ich mindestens 45 Minuten Zeit. Gegenüber war ein Bäcker, bei dem ich mir erst einmal ein belegtes Brötchen und einen Kaffee besorgte. Damit und mit einigen Zigaretten konnte ich die Wartezeit ganz gut überbrücken.

Mein Bruder setzte sich dann mit fachmännischer Miene hinters Steuer, drehte den Zündschlüssel rum und das Auto sprang an. Ich hätte kotzen speien können! Das gleiche hatte ich wenige Minuten zuvor nämlich auch probiert. Erfolglos.
Wir vereinbarten, Richtung Heimat zu fahren. Er in meinem und ich in seinem Auto. Wieder in Wiesbaden bockte die Karre erneut, was mich mit einer gewissen Genugtuung erfüllte. Siehste! Mein Auto-Guru konnte das Problem jetzt wenigstens genau analysieren. Inzwischen steht das bockige Ding in der Garage und ist zerlegt. Das hat er jetzt davon. Glücklicherweise hat mein Bruder ein weiteres Auto, das gerade wenig genutzt wird und das ich jetzt fahren kann. Ohne Auto wäre ich im Moment ziemlich aufgeschmissen.

Nachdem mich die ganze Aktion einiges an Zeit gekostet hat, habe ich meine todo-Liste auf das Nötigste zusammen gestrichen. Supermarkt und Post erledigte ich noch und fuhr dann nach Hause. Beim Wegräumen meiner Einkäufe führte mein Weg auch in den Keller und was sehen meine entsetzten Augen: Wasser an einer Stelle, wo es nicht hin gehört, nämlich dem Fußboden. Ich krempelte die Jeans hoch und riss die Tür zum Heizungskeller auf, der bereits geflutet war. Nee, oder?! Ich konnte nicht lokalisieren, wo es eigentlich herkam und es gelang mir auch nicht, den Haupthahn zu schließen. (Warum gehen diese Hähne eigentlich immer so schwer?)
Ich griff zum Telefon und beorderte meinen Mann nach Hause und den Installateur herbei. Dann begann ich, mittels Kehrblech (übrigens eine bewährte Methode!) das Wasser in einen Eimer zu schaufeln. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Herren eintrafen und wenigstens das Wasser mal abgestellt werden konnte. Ich hatte inzwischen schon etliche volle Eimer in den Ausguss gekippt und hatte Rücken. Der Rest war jetzt Männersache. Der Installateur behob das Problem und mein Mann saugte das Wasser weg (ohne bücken).

Jetzt haben wir einen blitz-sauberen Heizungskeller, in dem auch die Fugen so langsam aber sicher abtrocknen.
Und ich hab‘ Muskelkater und fühle mich, als sei ich in eine Schlägerei verwickelt gewesen! Eine Mucki-Bude brauche ich in nächster Zeit jedenfalls nicht.

Es gibt Tage, da steht man besser gar nicht erst auf!
25. Mai 2017: Du kannst mich mal!