Geschafft!

Höchst persönlich, eigenhändig und ganz alleine habe ich heute meinen Zuschneidetisch fertig gestellt. War zwar eine elende Plackerei, aber es ist vollbracht:

Es gibt bestimmt perfektere Tische, aber das hier ist MEINER und ich bin stolz wie Bolle.
Allerdings bin ich jetzt völlig k.o. und kann noch nicht mal mehr eine Schere halten. Ob die Höhe so passt, wird sich also erst morgen herausstellen.

Fazit: Auch ein guter Akkuschrauber hält sich nicht von alleine (ich befürchte einen veritablen Muskelkater) und das mit den Türen kostet mich immer noch Nerven.

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Der Schwede und ich

Eigentlich mögen wir uns ja nicht sonderlich oder besser gesagt, ICH mag IHN nicht. Gestern allerdings, hat er mich sehr positiv überrascht und erhebliche Pluspunkte gesammelt und das kam so:

Seit einiger Zeit hänge ich ja an der Nadel und bin ziemlich süchtig nach Stoff. Mein Vorrat an Stoff, Nadeln und ähnlichem Zubehör ist stetig gewachsen und nun habe ich ein nicht unerhebliches Platzproblem. Neue Unterbringungsmöglichkeiten mussten her und außerdem wollte ich einen richtigen Zuschneidetisch haben. Google half mit einer opulenten Auswahl an DIY-Lösungen, die ich mir alle angeschaut und auf ihre Umsetzbarkeit für mich untersucht habe. Hängen geblieben bin ich an einem Teil, das aus einer Bodenplatte mit vier Rollen, darauf Kallax-Regalen und einer weiteren Arbeitsplatte auf vier Füßchen obendrauf bestand.
Ich wurstelte mich also durch die Homepage des Möbel-Schweden und stellte zusammen, was ich brauchte: drei Regale, drei Schubladenelemente, vier Schrankelemente mit Türen und ein paar passende Kartons für Krimskrams, die genau in die Regalelemente passen. Weil ich es hasse, erst den ganzen Laden durchqueren zu müssen, dicke Pakete aus unzugänglichen Regalen zu zerren und an der Kasse anzustehen, überlegte ich, den ganzen Kram einfach liefern zu lassen; das hätte aber eine Woche gedauert und so lange wollte ich dann doch nicht warten. Geduld ist ja so gar nicht mein Ding!

Aber ich entdeckte eine Möglichkeit, das ganze Zeug vorab zu bestellen (und zu bezahlen). Es wird dann auf einen Wagen gepackt und muss nur abgeholt werden. Jupp, das war es! Ich bestellte für Mittwoch und wollte gleich morgens um zehn dort auf der Matte stehen.
Zwei Stunden später erhielt ich eine Email, dass die Ware für mich bereit stünde und ab sofort abgeholt werden könne … spätestens am Mittwoch. Auweia, ich war hin- und hergerissen. Es war 14.30 Uhr. Wie dick würde der Verkehr sein, wie voll der Laden und wie lang die Schlange am Abholschalter? Egal, ich beschloss um halb drei, mein Glück zu versuchen. Die Autobahn war relativ frei, der Parkplatz voll (ist wohl immer so) und am Abholschalter stand kein Mensch! Ich rieb mir verdutzt die Augen, eine Mitarbeiterin kam auf mich zu und wollte meinen Ausweis sehen, verschwand und kam kurz darauf mit einem Wagen voller Kartons zurück. Ich unterschrieb den Lieferschein und schob mein neues Mobiliar selig zum Auto. Die Kartons passten easy in mein altes Wägelchen und schwupp, war ich wieder auf der Piste. Um halb vier war ich schon wieder zuhause und hatte sogar das Auto schon entladen. Heißa, das war mein Tag!

Schweißtreibend war es, die Kartons drei Stockwerke nach oben zu schleppen, aber auch das gelang mit einigen Verschnaufpausen ganz gut. Am schwierigsten gestaltete es sich, die Kartons aufzubekommen. Das sind Tresore! Aber auch die habe ich überwunden. Nach etwa einer Stunde und gefühlten 100X das Spielzeug-Werkzeug wieder aufheben stand das Rohgerüst meines neuen Arbeitstisches. Auch die Schubladenelemente habe ich anschließend noch eingebaut. Mit den Schrankelementen warte ich noch, bis ich die obere und untere Platte sowie die Rollen habe. Das werde ich alles im Baumarkt kaufen und zwar gleich morgen. Die machen um acht Uhr auf und Caipi wird in Pole-Position stehen. *freu* Heute werde ich gedanklich das Einräumen meines neuen Möbels durchspielen, meine Hände und Gelenke etwas regenerieren und den Akkuschrauber aufladen.

Ach Kinners, ich bin sooo happy und auf den Schweden lasse ich jetzt auch nix mehr kommen!

PS: Bei dieser Art des Einkaufs umgeht man leider auch die Grapsch-Abteilung. Ist aber nicht weiter schlimm … ich habe noch drei Pakete Teelichter im Keller liegen. 😉

Caipi 2.0 oder ‚Reboot ist immer gut‘

Nachdem mein letzter Eintrag hier im Blog ja schon einige Monate zurückliegt – und ich eigentlich schon gar nicht mehr weiß, wie das hier alles funktioniert – wird es Zeit für einen Neustart. Der Grund für mein langes Schweigen war, dass es nichts Schönes zu berichten gab und ich auch den Kopf nicht frei hatte für die alltäglichen Meldungen, die man kommentieren oder genüsslich ausschlachten kann. Manchmal kommt’s halt knüppeldicke und von allen Seiten gleichzeitig.

Diese Phase ist jetzt hoffentlich überwunden, mit den neuen Gegebenheiten habe ich mich mehr oder weniger arrangiert und nun versuche ich einen Neustart. Wäre schön, wenn Ihr mich dabei begleitet.

Nachdem wir unseren Winterurlaub umständehalber absagen mussten und nun einigermaßen „auf dem Zahnfleisch kauten“, haben wir uns entschlossen, ein paar Tage auszuspannen und uns den Wintersportort mal im Sommer anzuschauen. Alles sieht anders aus, man erkennt das Dorf kaum wieder. Wo sonst Piste ist, ist nun Wiese bzw. Garten. Überall stehen Kühe und Schafe rum und halten das üppige Grün im Zaum. Wo sonst Eiszapfen hängen, baumeln jetzt Geranien, Petunien und andere bunte Blumen, Sonnenschirme stehen auf den Balkonen und laden zu einer gemütlichen Siesta ein. Die meisten Gasthäuser und Hotels haben geschlossen oder machen nur an bestimmten Tagen auf. Die Zeit ohne Touristen wird genutzt für Renovierungsarbeiten.

Überhaupt scheint ganz Österreich eine einige Baustelle zu sein. An allen Straßen wird gewerkelt um die Winterschäden zu beheben. In der kalten Jahreszeit freut man sich, wenn die Straßen geräumt sind und macht sich keine Gedanken darüber, dass es der Asphalt gar nicht mag, wenn die Schaufel des Schneeschiebers über sein Antlitz kratzt und Streusalz und Splitt üppig verteilt werden. Die Bauarbeiter haben jedenfalls gut zu tun und als privater Bauherr kriegt man keine Leute mehr, die die Fassade neu verputzen, die Terrasse reparieren oder sonstige Erhaltungsmaßnahmen durchführen.
Auch die Bauern haben zu tun; Ackerbau und Viehzucht ist ein Ganzjahresjob. Der Briefträger und die Müllabfuhr kommen regelmäßig und die Bäckereifachverkäuferin schließt jeden Morgen den Laden auf. Das muss sie auch, da der kleine Supermarkt im Ort abgerissen wurde und es nun überhaupt keine Möglichkeit mehr gibt, sich mit Dingen des täglichen Bedarfs einzudecken. Die Brötchenfrau ist nun auch Herrin über Butter, Milch, Käse und Eier. Wer kein Auto hat, muss halt mit dem Bus ins nächste Dorf zum Einkaufen. Das Leben ist hart in den Bergen! 😉

Ansonsten genießen die Einheimischen die Zeit ohne Touristen, werkeln an ihren Häusern, gießen die Blumen und mähen den Rasen. Ich gönne es ihnen, klotzen sie doch im Winter richtig ran: Um sieben Uhr werden Fangzäune montiert, die Wege von Eis und Schnee befreit, die Lifte in Betrieb genommen, Frühstück für die Gäste gerichtet etc. Wer tagsüber als Skilehrer arbeitet, hat am Abend noch einen Job als Kellner im Restaurant oder spuilt a Musi zur Kurzweil der Touris. Und das sieben Tage die Woche, über die ganze Saison. Mein Ding wäre das nicht.

Jedenfalls lassen wir uns gerade gerne anstecken von dem gemächlichen Leben und genießen das Nichtstun. Wenigstens für fünf Tage. Dann hat uns der Alltag wieder und der sieht deutlich anders aus.

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!