Caipi 2.0 oder ‚Reboot ist immer gut‘

Nachdem mein letzter Eintrag hier im Blog ja schon einige Monate zurückliegt – und ich eigentlich schon gar nicht mehr weiß, wie das hier alles funktioniert – wird es Zeit für einen Neustart. Der Grund für mein langes Schweigen war, dass es nichts Schönes zu berichten gab und ich auch den Kopf nicht frei hatte für die alltäglichen Meldungen, die man kommentieren oder genüsslich ausschlachten kann. Manchmal kommt’s halt knüppeldicke und von allen Seiten gleichzeitig.

Diese Phase ist jetzt hoffentlich überwunden, mit den neuen Gegebenheiten habe ich mich mehr oder weniger arrangiert und nun versuche ich einen Neustart. Wäre schön, wenn Ihr mich dabei begleitet.

Nachdem wir unseren Winterurlaub umständehalber absagen mussten und nun einigermaßen „auf dem Zahnfleisch kauten“, haben wir uns entschlossen, ein paar Tage auszuspannen und uns den Wintersportort mal im Sommer anzuschauen. Alles sieht anders aus, man erkennt das Dorf kaum wieder. Wo sonst Piste ist, ist nun Wiese bzw. Garten. Überall stehen Kühe und Schafe rum und halten das üppige Grün im Zaum. Wo sonst Eiszapfen hängen, baumeln jetzt Geranien, Petunien und andere bunte Blumen, Sonnenschirme stehen auf den Balkonen und laden zu einer gemütlichen Siesta ein. Die meisten Gasthäuser und Hotels haben geschlossen oder machen nur an bestimmten Tagen auf. Die Zeit ohne Touristen wird genutzt für Renovierungsarbeiten.

Überhaupt scheint ganz Österreich eine einige Baustelle zu sein. An allen Straßen wird gewerkelt um die Winterschäden zu beheben. In der kalten Jahreszeit freut man sich, wenn die Straßen geräumt sind und macht sich keine Gedanken darüber, dass es der Asphalt gar nicht mag, wenn die Schaufel des Schneeschiebers über sein Antlitz kratzt und Streusalz und Splitt üppig verteilt werden. Die Bauarbeiter haben jedenfalls gut zu tun und als privater Bauherr kriegt man keine Leute mehr, die die Fassade neu verputzen, die Terrasse reparieren oder sonstige Erhaltungsmaßnahmen durchführen.
Auch die Bauern haben zu tun; Ackerbau und Viehzucht ist ein Ganzjahresjob. Der Briefträger und die Müllabfuhr kommen regelmäßig und die Bäckereifachverkäuferin schließt jeden Morgen den Laden auf. Das muss sie auch, da der kleine Supermarkt im Ort abgerissen wurde und es nun überhaupt keine Möglichkeit mehr gibt, sich mit Dingen des täglichen Bedarfs einzudecken. Die Brötchenfrau ist nun auch Herrin über Butter, Milch, Käse und Eier. Wer kein Auto hat, muss halt mit dem Bus ins nächste Dorf zum Einkaufen. Das Leben ist hart in den Bergen! 😉

Ansonsten genießen die Einheimischen die Zeit ohne Touristen, werkeln an ihren Häusern, gießen die Blumen und mähen den Rasen. Ich gönne es ihnen, klotzen sie doch im Winter richtig ran: Um sieben Uhr werden Fangzäune montiert, die Wege von Eis und Schnee befreit, die Lifte in Betrieb genommen, Frühstück für die Gäste gerichtet etc. Wer tagsüber als Skilehrer arbeitet, hat am Abend noch einen Job als Kellner im Restaurant oder spuilt a Musi zur Kurzweil der Touris. Und das sieben Tage die Woche, über die ganze Saison. Mein Ding wäre das nicht.

Jedenfalls lassen wir uns gerade gerne anstecken von dem gemächlichen Leben und genießen das Nichtstun. Wenigstens für fünf Tage. Dann hat uns der Alltag wieder und der sieht deutlich anders aus.

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!

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