Vermischtes

Nur für den Fall, dass mich jemand vermisst hat: ich lebe noch! Ich habe mir eine Art Sommerpause genommen und lieber an der Nähmaschine als am Rechner gesessen. Am Garten hatte man ja nicht viel Spaß in diesem Super-Sommer. Entweder es hat geschüttet, oder es war so heiß, dass man freiwillig im Haus geblieben ist und die Fenster verdunkelt hat.

Mein nächster Blog-Eintrag sollte auch von unserem endlich fertig gestellten Schlafzimmer berichten, aber das würde mir echt zu lange dauern. Es ist nämlich immer noch kein Ende abzusehen! Die Möbel kamen nach zehn Wochen zum angekündigten Termin und wurden aufgebaut. Es fehlte eine Abdeckplatte für einen Nachttisch, die Einlegeböden für einen Schrank und eine Schranktür war statt in Weißglas in Spiegelglas geliefert worden, was ziemlich besch… aussieht, weil die Schrankwand nun aus fünf verschiedenen Türen besteht. Ok, das kann ja mal passieren … obwohl ich auch das nicht verstehe, weil jedes noch so kleine Teil eine eigene Bestellnummer hat und irgendjemand die Bestellung mit dem Lieferschein hätte vergleichen können/müssen. Das kann so schwer ja nicht sein.

Die Firma hat sich mit einem Standardbrief entschuldigt und rasche Abhilfe versprochen. Schlappe sieben Wochen später erfolgte der erste Abhilfeversuch. Schon als die Männer die Schranktür aus dem Wagen wuchteten war mir klar, dass die nicht passt. Ebenfalls nicht passend waren die Einlegeböden für den Schrank, den ich so dringend benötigte. Nur die Abdeckplatte für den Nachttisch stimmte. Dafür hatte ich nun den ganzen Vormittag das Haus gehütet; das Ding hätten sie mir auch vor die Tür stellen können. Ich wurde langsam stinkig und in dieser Laune gelingt es mir trefflich, böse Briefe zu schreiben und meinem Unmut Luft zu machen.

Nach knapp zwei Wochen und etlichen Telefongesprächen kamen immerhin passende Einlegeböden, so dass ich jetzt die letzten drei Wäschekisten endlich aus- und zwei Schränke noch einmal umräumen konnte. Das war Anfang Juli. Anfang August erfolgte der zweite Versuch, die falsche Tür auszutauschen. Vorab rief die Firma bei uns an und erklärte, sie hätten jetzt alles überprüft und nun sei die richtige Tür da. Der Lkw fuhr zum verabredeten Zeitpunkt vor. Diesmal waren die Männer aber schlauer und packten erst einmal nur ihr Werkzeug aus und besahen sich den Schrank. Beide tauschten einen kurzen Blick, der eine kratzte sich am Kopf und meinte: „Nee, so eine Tür haben wir nicht dabei!“. Ich fiel fast vom Glauben ab. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Wieder schrieben die Männer einen Bericht und machten Fotos, wie die Kollegen zuvor auch. Ich frotzelte noch, ob ich zum besseren Verständnis vielleicht mit Lippenstift „falsch“ auf die entsprechende Tür malen solle, was jedoch verneint wurde.

Ich habe den Bericht ja nicht gelesen, aber diesmal waren die Monteure vielleicht etwas schlauer: Das entsprechende Schrankteil sollte aus zwei großen Schwebetüren und einer schmalen Drehtür bestehen, alles in Weißglas. Die Kollegen haben wohl immer nur die rechte Tür als falsch deklariert (was insofern richtig war, als es sich um die rechte Schwebetür handelt). Jedenfalls erfolgte ein weiterer Anruf der Lieferfirma, dass sie jetzt wüssten, um welche Tür es sich handelt und nun wirklich eine rechte Schwebetür bestellen. Ich hab‘ davon abgesehen, noch einmal auf Bestellnummern hinzuweisen. Das kümmert ja sowieso niemanden. Jedenfalls dauert es noch einmal bis Ende September, bis das Teil geliefert werden kann. Das wäre dann der dritte und hoffentlich letzte Versuch. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Noch habe ich die Hoffnung, bis Weihnachten in einem Zimmer zu schlafen, wie wir es im Februar bestellt haben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ansonsten sind wir aber mit den Möbeln sehr zufrieden und in dem neuen Bett liegen wir ganz hervorragend. Alles richtig gemacht!

Viel mehr erzählenswertes ist eigentlich nicht passiert; kleine und mittlere Katastrophen wurden gemeistert, große sind (toi,toi,toi) ausgeblieben. Wir hatten lieben Besuch, haben ein schönes Wochenende mit Freunden verbracht, das hiesige Weinfest bei erstaunlich schönem Wetter absolviert und einige Geburtstage gefeiert. Das ganz normale Leben also. Inzwischen bin ich damit beschäftigt, unseren diesjährigen Brasilienaufenthalt vorzubereiten, die Kühltruhe leer zu futtern und den Garten auf den Winter vorzubereiten. Das derzeitige Sommerwetter kann ich übrigens bei alle dem so gar nicht gebrauchen!

 

 

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Ein Wochenende in Frankreich

Gott ja, die EM ist schon fast wieder erledigt und ich habe noch nicht einmal berichtet, wie wir den Beginn dieser Fußball-Meisterschaft erlebt haben!

Dass wir keine Frankreich-Fans sind, habe ich ja schon berichtet. Nun muss ich aber zugeben, dass uns der Norden Frankreichs (bzw. Lille – mehr haben wir ja nicht gesehen) ausgesprochen gut gefallen hat … und das lag nicht nur an dem gewonnenen Fußballspiel!

Gewohnt haben wir in einem Vorort mit direkter Metro-Verbindung in die Innenstadt. Die Häuser muteten mit ihren Klinker-Fassaden fast schon holländisch an, alles wirkte irgendwie sauber und gemütlich. Unser Hotel war ein umgebauter Bauernhof mit schätzungsweise 15 Zimmern und einem sehr guten Restaurant. Wir wurden freundlich begrüßt und durften uns eines der geschmackvoll eingerichteten Zimmer aussuchen. Hoch erfreut waren wir über die Qualität des Bettes, in dem wir wirklich gut geschlafen haben. Bisher haben wir in Frankreich nur katastrophal durchgelegene Matratzen kennen gelernt.

Die zwei Bügel in dem Spint artigen Schrank fand ich ein bisschen knapp bemessen, aber wir hatten sowieso nicht so viel Garderobe dabei und konnten uns arrangieren. Dafür gab es einen Wasserkocher und Kaffeetassen, so dass ich meinen alten Tauchsieder gar nicht auspacken musste.

Sehr „französisch“ war allerdings das behindertengerechte Badezimmer: Der Vorhang der ebenerdigen Dusche war viel zu hoch angebracht, so dass selbst bei vorsichtigem Duschen das gesamte Bad geflutet wurde. Logisch fiel der Boden nicht zum Ablauf hin ab, so dass das Wasser unter der Schiebetür auch in das angrenzende Zimmer gelangte. Dafür war der Wasserhahn am Waschbecken so niedrig, dass man nicht mal beide Hände unter den Auslauf gebracht hat. Handtuchhalter gab es keine und auch kaum Ablagefläche für die persönlichen Hygiene-Artikel. Aber für zwei Nächte war uns das auch egal.

Direkt nach unserer Ankunft sind wir in den kleinen Ort gefahren um zu erkunden, wo die Metrostation ist, wo wir parken können und wie wir an ein Fahrticket kommen. Als das geklärt war, stand uns der Sinn nach einem schönen kalten Bier und ein kleines Hüngerchen hatten wir auch. Wir fanden eine Eckkneipe in der Nähe der Metrostation und mein Mann stürmte sofort hinein. Ich blieb erst einmal vor der Tür und rauchte noch eine Zigarette. Ein dicker Aufkleber an der Tür wies ja darauf hin, dass das eine Nichtraucherkneipe war. Es dauerte nur einen kurzen Moment, da kam die Wirtin vor die Tür, schnappte meine Hand und zog mich mitsamt der Kippe in die Kneipe. Am Tresen saßen die, die vermutlich immer da sitzen. Rauchend! Mir stellte man eine verbeulte alte Zigarrenkiste als Aschenbecher hin und direkt daneben ein frisches Bier. Herrlich! Im Fernseher hinter mir lief – wie sollte es anders sein – irgendein Fußballspiel.

Das erste Bier zischten wir gerade so weg. Eins geht noch! Mit Händen und Füßen (wir sprechen leider kein Französisch und die Kneipenbesatzung weder Englisch noch Deutsch) fragte mein Mann, ob es evtl. auch eine Kleinigkeit zu essen gäbe. Normalerweise nicht, wurde uns verständlich gemacht, aber in unserem Fall halt doch. *freu* Die Wirtin verschwand im Hinterzimmer und kam kurz darauf mit einer großen Scheibe Pastete, einem Beutel Brötchen und einem Glas Gurken wieder zum Vorschein. Zwei Messer gab es noch und später sogar noch zwei Servietten. Wir waren im siebten Himmel und es schmeckte einfach köstlich! Wir haben uns trotzdem beherrscht weil wir ziemlich sicher waren, gerade das Familien-Abendbrot serviert bekommen zu haben. Außerdem wollten wir am Abend ja noch ins Hotel-Restaurant gehen. Aus Dankbarkeit bestellten wir noch ein Bier und auch wenn die Verständigung schwierig war, so war es doch ein richtig schöner Nachmittag. Danach musste ich allerdings erstmal ein Stündchen ruhen und nur die Aussicht auf ein leckeres Abendessen brachte mich wieder hoch.

Das Essen war wirklich köstlich und der Wein dazu auch. So ein Menue mit Zeit und Muße genossen, das hat schon was!

Auch das Frühstück war gut und reichhaltig und nachdem wir auch das verzehrt hatten, machten wir uns Fußball fertig und fuhren mit der Metro nach Lille. Die Altstadt ist wirklich sehenswert. Enge Gassen, lauschige Plätze, Straßencafés und -kneipen, die mit wachsender Kundschaft stetig größer wurden. Sehr hübsch alles und sehr freundliche Leute. Wir latschten uns die Füße platt, tranken mal was und aßen eine Kleinigkeit zu Mittag. Dann suchten wir die Fanmeile auf, die in der Nähe des Bahnhofs war. Wir sahen jede Menge Ordner und Offizielle, aber erstaunlich wenig Polizei. Die Fanmeile war noch wenig besucht, die deutschen und ukrainischen Fans in der Stadt wurden aber immer mehr.

Das rief dann auch den letzten verschlafenen Wirt auf den Plan und er stellte flugs Stühle und Tische vor die Tür. Der erste Tisch war schon von drei deutschen Fans okkupiert, an dem zweiten ließen wir uns nieder und es dauerte nicht lange, bis die Kneipe riesengroß und rappelvoll war. Das belgische Bier schmeckte, war aber nach kurzer Zeit alle. Ein neues kleines Fässchen – etwa die Größe, die wir für Feten im Partykeller kaufen – wurde in die Kneipe gerollt und angezapft. Keine 20 Minuten später war auch das alle. Danach gab es nur noch französisches Bier, das einfach nur grausam schmeckte. Wir zahlten und machten uns auf den Weg zum Stadion. Einige Stationen UBahn und dann weiter mit dem Shuttlebus. Alles war gut organisiert und klappte prima. Selbst die Einlasskontrollen im Stadion gingen zügig über die Bühne und waren eher lasch. Hier hatten wir mit langen Wartezeiten gerechnet und mit sehr genauen Kontrollen. Nix da. Schnell waren wir im Stadion, holten uns noch etwas zu essen (große Auswahl – viel besser als bei der WM, wo es nur McDoof-Fraß zu kaufen gab – und außerdem erstaunlich günstig!) und suchten dann wegen dem einsetzenden Regen unsere überdachten Plätze auf. Es dauerte natürlich noch eine ganze Weile, bis das Spiel endlich anfing. Es war aber schön, dass die Füße mal etwas entlastet wurden. Während des Spiels hat übrigens niemand gesessen!

Tja, der Spielausgang ist bekannt. „Die Mannschaft“ ist noch im Rennen und wird sich morgen gegen Italien behaupten müssen. Es geht also auch ohne dass wir immer live dabei sind!

Nach dem Spiel sind wir direkt ins Hotel gefahren und stumpf ins Bett gefallen. Ich glaube, ich habe den Aufschlag schon nicht mehr gehört.

Unsere paar Habseligkeiten waren nach dem Frühstück schnell gepackt. Ganz in der Nähe gab es einen großen Supermarkt, in dem wir uns mit allerlei französischen Köstlichkeiten eingedeckt haben. Gut, dass wir zu Hause an die Kühltruhe fürs Auto gedacht haben! Wir haben natürlich viel zu viel eingekauft und unsere Nachbarn mussten bei der Vernichtung der verderblichen Sachen behilflich sein. Das war ihnen aber nicht sonderlich unangenehm! 😉

Alles in allem war das ein schönes, ereignisreiches Wochenende und Frankreich ist auf meiner Beliebtheitsskala ein gutes Stück nach oben geklettert!


Mit sieben Sternen zur EM

Nun ist es wieder soweit: Der Fußball hat das gemeine Volk europaweit im Griff. Fast europaweit jedenfalls, wir lassen ja nicht jeden mitspielen. (Ooohne Holland fahr’n wir zur EM …!) Die Oranjes haben es vergeigt und müssen zur Strafe zu Hause bleiben.

„Schland“ ist dabei; die Jungs haben sich – obwohl von der Weltmeistertruppe nicht viel übrig geblieben ist – qualifiziert. Also müssen wir nach Frankreich, obwohl uns beiden die Franzosen eigentlich nicht so liegen und Frankreich nie unser Reiseland war. Wir werden auch nur ein Spiel vor Ort anschauen und die restliche EM vorm Fernseher verfolgen. Das ist dann auch genug, den Rest müssen Jogis Jungs ohne uns hinkriegen.

Die was-ziehe-ich-an-Frage erübrigt sich beim Fußball. Mann/Frau trägt Trikot, Schal und Kappe, bequemes Schuhwerk und – je nach Witterung – kurze oder lange Hose. Das Fußballzeug ruht noch in einer Kiste, weil ich bisher keine Notwendigkeit sah, meine neuen Schränke mit diesem Kram voll zu stopfen. Nun muss ich da wohl ran und mein altes Trikot wieder ans Tageslicht befördern und auftragen. Das Trikot meines Mannes hatte die erste richtige Wäsche nach der WM nicht überlebt und kam mit nur noch einem Stern aus der Maschine.

Das geht ja mal gar nicht! Das Ding habe ich nach unserer Rückkehr sofort in den Laden zurück gebracht und auch anstandslos das Geld erstattet bekommen.
Für ihn musste also ein neues Trikot her und das hat er nun zum Geburtstag bekommen. Ordnungsgemäß mit vier Sternen drauf und daher gleich mal teurer als das alte. Satte fünf Euro kostet so ein Stern, was ich ganz schön unverschämt finde. Außerdem wollte ich eigentlich nie mehr weiße Trikot kaufen, weil man die in der Handwäsche einfach nicht sauber kriegt. Jetzt ist das aber egal, weil wir nach dem Spiel nach Hause fahren und das Teil dann wieder in der Waschmaschine landet. In Brasilien sind wir ja von Spiel zu Spiel gereist und ich musste von Hand waschen, damit die Dinger wenigstens nicht so möpseln.

Wir sind nun also gerüstet und hoffen darauf, ein gutes Spiel zu sehen und unsere Mannschaft bejubeln zu können. Um es mit dem Kaiser zu sagen: Schau’n wir mal.

Jetzt is’ aber mal genug!

Ich muss mich jetzt mal bei den Leuten einreihen, die übers Wetter motzen. Lange halte ich den Trübsinn, der sich Himmel nennt, nämlich nicht mehr aus! Ist das nicht ein Trauerspiel mit dem Frühling 2016?
Die frisch gepflanzten Sommerblumen stehen mit traurig zusammen gepatschten Blüten im Beet, die Kräuter sind ersoffen, die Rosenblüten abgeknickt, weil sie durch das viele Wasser viel zu schwer geworden sind. Die einzigen, die am Garten gerade Spaß haben, sind die Läuse! Die sitzen dick und fett an den jungen Trieben und schlagen sich die Bäuche voll – wohl wissend, dass bei Regenwetter kein Mensch auf die Idee kommt, ihnen mit irgendeinem Mittel zu Leibe zu rücken.

Zwar hatten wir bisher nur Regen und wurden von Hagel oder umgestürzten Bäumen verschont – manche Ortschaften hat es ja wirklich übel getroffen – aber das Schietwetter ist ja auch noch nicht vorbei. Außerdem decken meine kleinen Katastrophen meinen Bedarf an eben solchen völlig. Mein Wasser im Keller war wenigstens sauber!
Wenn man den Wetterleuten vertraut, gehen die Himmelskapriolen ja munter so weiter. Oh Mann, i mog nimmer! Hallo, es ist JUNI! Meteorologisch hat gerade der Sommer begonnen und was bieten die uns? Regen und eine Affenkälte, bei der sogar die Heizung ein Einsehen hat und anspringt.

Die ersten Straßenfeste sind schon ins Wasser gefallen, weitere werden am Wochenende folgen. Es ist ein Jammer!

Die neuen kurzen Hosen bleiben im Schrank und anstelle von Sandalen hätte ich besser mal in Gummistiefel investiert. Wie man es macht … es ist verkehrt!
@Petrus: Bitte hab‘ ein Einsehen und schick ein bisschen Sonne!


 

Blog-Geburtstag

Ich fasse es nicht. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einer Freundin zum Blog-Geburtstag (8 Jahre oder so) gratuliert und allen Ernstes behauptet, dass ich dafür noch ein bisschen brauche. Kurz darauf musste ich mit Schrecken feststellen, dass bei mir schon der 10. Geburtstag ansteht, mein Blog damit also noch älter ist. Wo ist nur die Zeit geblieben???

Ich kann mich noch gut an meinen allerersten Blog-Versuch erinnern, der sauber in die Hose ging. Ich hatte mich – damals noch bei blog.de – durch das Anmeldeprocedere manövriert, ein Logo erarbeitet und mir einen Überblick verschafft, was andere so von sich geben. Allzu persönlich sollte mein Blog nicht werden; weder wollte ich mein Seelenleben nach außen kehren noch meine sexuellen Vorlieben einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen.  Es gibt Dinge, die gehen andere einfach nix an.
Was also schreiben?

Ich mühte mich, einen halbwegs lustigen Text über das Entstehen meines Blogs zu verfassen und veröffentlichte stolz meinen ersten Erguss. Dachte ich zumindest. Lesen konnte diesen Text niemand und auch ich fand ihn nicht mehr. Er war irgendwo im Nirwana der Blog-Welt verschwunden. Das fing ja schon mal gut an, große Klasse!
Beim zweiten Versuch klappte es besser und ich war stolz wie Bolle. Es fanden sich auch ein paar reale Bekannte, die das gelesen hatten und schon hatte ich die ersten Blog-Freunde. Einige von ihnen sind heute noch bei mir, obwohl sie inzwischen von „Freund“ zu „Follower“ degradiert wurden.

Blog-Freundschaften verlaufen unterschiedlich. Einige dauern nur kurze Zeit und der Freund/die Freundin verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Blog gelöscht, Ende und aus. Bei manchen fand ich das sehr schade, weil sie mir innerhalb kurzer Zeit doch ans Herz gewachsen waren. Andere habe ich selbst beendet, weil deren Geschreibsel mir einfach auf den Geist ging. Das ist das Gute beim bloggen; man drückt auf löschen und schon ist man die Nervensäge los.  Im realen Leben ist das schon schwieriger.

Durch die Auflösung von Blog.de wurde meine Freundesliste deutlich dezimiert, weil nicht alle zu WordPress gewechselt sind oder bei der Gelegenheit ganz aufgegeben haben. Von einigen meiner alten Weggefährten habe ich die neue Blog-Adresse und lese dort auch immer mal wieder. Das Kommentieren in diesen Blogs ist jedoch recht umständlich, wenn man nicht selbst dort angemeldet ist. Für „umständlich“ habe ich gerade keine Zeit; ich komme ja selbst kaum noch zum Schreiben.  Umständlich finde ich übrigens auch WordPress … immer noch. Das liegt aber sicher auch daran, dass mir einfach die Übung fehlt. Irgendwann wird das wieder besser, hoffe ich.

Viele Blogs sind Themen-Blogs, befassen sich mit Heim & Garten, Mode, Reisen, Sport und was weiß ich nicht allem. Zum Teil sind sie recht interessant und oder sogar lehrreich. Dafür hat es bei mir nie gereicht; mein Blog heißt „Allerlei“ und genau das ist auch der Inhalt. Wie es gerade so kommt, was mich beschäftigt, nervt oder erfreut. Kreuz und quer durchs Leben und natürlich fließt auch immer mal etwas Persönliches mit rein – schließlich existiere ich ja real.
Das wahre Leben wird mir auch immer wichtiger sein, als das Dasein in der Cyber-Welt. Und weil das so ist, backe ich mir jetzt einen Geburtstagskuchen und werde mir damit ganz reale Kilokalorien zuführen!

Euch allen vielen Dank für Euer Interesse, egal ob Freund, Follower oder einfach nur zufällig hier gelandet. Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

(Un-)Glückstag

Fünfundzwanzigster Mai.

Hab‘ ich mir notiert – nächstes Jahr bleibe ich im Bett!

Seit zwei Tagen verhielt sich mein frisch getüvtes und neu bereiftes Autochen merkwürdig. Es ruckelte und muckte und weil mich so etwas nervös macht, bat ich meinen Bruder, mal eine Probefahrt zu machen. Typischer Vorführ-Effekt: keine Probleme. „Ohne Befund“, meinte mein Auto-Doc und gab mir den Tipp, mal kurz über die Autobahn zu jagen. Hab ich gleich am Mittwoch gemacht; einmal Hochheim und zurück sollte reichen. Anschließend wollte ich zum Supermarkt, zur Bank, zur Post und in die Stadt. Die todo-Liste war lang. Ich hatte in Hochheim die falsche Abfahrt erwischt und musste erst einmal durch die Stadt, um wieder auf die Autobahn in Richtung Wiesbaden zu kommen und wie es der Teufel so will: das Auto ging mitten in der Stadt aus und wollte nicht mehr anspringen! Ich hab‘ geflucht wie ein Rosskutscher! Der freundliche Lkw-Fahrer hinter mir traktierte seine Hupe, wovon sich meine Karre jedoch gänzlich unbeeindruckt zeigte. Schei … benkleister!
Der Lkw fuhr dann an mir vorbei und ein paar nachfolgende Autos auch. Ich hatte Glück im Unglück, weil es direkt neben meinem Auto eine freie Parkbucht gab. Da galt es jetzt, das Auto hineinzuschieben. Also Leerlauf rein, Handbremse los und die Muckis spielen lassen. Keiner der Autofahrer machte Anstalten, mal eben zu helfen. Aber was soll’s, selbst ist die Frau! Nur den letzten Meter habe ich nicht mehr geschafft, weil die blöde Parkbucht zur Straße hin abfiel und ich somit „bergauf“ schieben musste. Ich bin ja nicht Kingkong. Ein Radfahrer hat dann angehalten und geholfen.

Dann habe ich mich erst einmal orientiert, wo ich eigentlich bin. Breslauer Ring, Ecke Rüdesheimer Straße. Gar nicht weit von der Autobahnauf- bzw. Abfahrt entfernt. Das sollte zu finden sein. Also habe ich meinen Bruder angerufen und ihn gebeten, sich in Bewegung zu setzen. Nun hatte ich mindestens 45 Minuten Zeit. Gegenüber war ein Bäcker, bei dem ich mir erst einmal ein belegtes Brötchen und einen Kaffee besorgte. Damit und mit einigen Zigaretten konnte ich die Wartezeit ganz gut überbrücken.

Mein Bruder setzte sich dann mit fachmännischer Miene hinters Steuer, drehte den Zündschlüssel rum und das Auto sprang an. Ich hätte kotzen speien können! Das gleiche hatte ich wenige Minuten zuvor nämlich auch probiert. Erfolglos.
Wir vereinbarten, Richtung Heimat zu fahren. Er in meinem und ich in seinem Auto. Wieder in Wiesbaden bockte die Karre erneut, was mich mit einer gewissen Genugtuung erfüllte. Siehste! Mein Auto-Guru konnte das Problem jetzt wenigstens genau analysieren. Inzwischen steht das bockige Ding in der Garage und ist zerlegt. Das hat er jetzt davon. Glücklicherweise hat mein Bruder ein weiteres Auto, das gerade wenig genutzt wird und das ich jetzt fahren kann. Ohne Auto wäre ich im Moment ziemlich aufgeschmissen.

Nachdem mich die ganze Aktion einiges an Zeit gekostet hat, habe ich meine todo-Liste auf das Nötigste zusammen gestrichen. Supermarkt und Post erledigte ich noch und fuhr dann nach Hause. Beim Wegräumen meiner Einkäufe führte mein Weg auch in den Keller und was sehen meine entsetzten Augen: Wasser an einer Stelle, wo es nicht hin gehört, nämlich dem Fußboden. Ich krempelte die Jeans hoch und riss die Tür zum Heizungskeller auf, der bereits geflutet war. Nee, oder?! Ich konnte nicht lokalisieren, wo es eigentlich herkam und es gelang mir auch nicht, den Haupthahn zu schließen. (Warum gehen diese Hähne eigentlich immer so schwer?)
Ich griff zum Telefon und beorderte meinen Mann nach Hause und den Installateur herbei. Dann begann ich, mittels Kehrblech (übrigens eine bewährte Methode!) das Wasser in einen Eimer zu schaufeln. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Herren eintrafen und wenigstens das Wasser mal abgestellt werden konnte. Ich hatte inzwischen schon etliche volle Eimer in den Ausguss gekippt und hatte Rücken. Der Rest war jetzt Männersache. Der Installateur behob das Problem und mein Mann saugte das Wasser weg (ohne bücken).

Jetzt haben wir einen blitz-sauberen Heizungskeller, in dem auch die Fugen so langsam aber sicher abtrocknen.
Und ich hab‘ Muskelkater und fühle mich, als sei ich in eine Schlägerei verwickelt gewesen! Eine Mucki-Bude brauche ich in nächster Zeit jedenfalls nicht.

Es gibt Tage, da steht man besser gar nicht erst auf!
25. Mai 2017: Du kannst mich mal!