Verunfallt

Inzwischen sind wir in unserem Urlaub ja unter die Selbstversorger gegangen und müssen deshalb immer mal zum Supermarkt. Hier gibt’s praktisch alles, was man zum Überleben braucht – allerdings weicht die Ordnung doch erheblich von dem ab, was wir von zu Hause gewohnt sind. Suchen ist angesagt und da wir unseren Urlaub ja nicht im Supermarkt verbringen wollen, haben wir uns beide jeweils einen Einkaufswagen geschnappt und sind getrennt losgezogen.
Ich hatte einen kleinen, der prima geeiert hat und kaum zu lenken war, mein Mann wollte einen großen, schnittigen Einkaufswagen. Schnittig war das Ding, das kann man nicht anders sagen! Irgendwann sah er mich in den zahllosen Gängen und folgte mir. Ich wiederum hatte im Regal etwas entdeckt und bremste mein Gefährt. Er brachte seine Karre nicht rechtzeitig zum Stehen und fuhr mir von hinten in die Hacken.
Das tut ja schon im Normalfall ziemlich weh, hier allerdings spritzt sofort Blut! Die scheiß Einkaufskarren sind so scharfkantig, dass sie eigentlich waffenscheinpflichtig sein müssten!
Große Aufregung zwischen Olivenöl und Würztunken; brasilianische Hausfrauen guckten mich mitleidig und irgendwie auch sensationslüstern an und erwarteten wahrscheinlich, dass ich dem Unfallverursacher eine Flasche über den Schädel ziehe oder zumindest ein riesiges Palaver anfange. Stattdessen kramte ich nach einem Tempo und ließ mich von dem fremden Kerl auch noch verarzten. Dass wir zusammen gehören, konnte sie ja nicht wissen. Erst nachdem sie merkten, dass an der Unfallstelle nix mehr passiert, über das man zu Hause berichten könnte, verzogen sie sich. Eine allerdings guckte noch zweimal hinter einem Regal hervor … vielleicht gibt’s ja doch noch was zu sehen? Den restlichen Einkauf habe ich humpelnd hinter mich gebracht, mit einem roten Tempo im Schuh. Sehr schick!
Inzwischen trage ich Pflaster und schmiere täglich Heilsalbe drauf. Unkraut vergeht ja nicht. Zukünftig werde ich im Supermarkt allerdings öfter mal nach hinten gucken – oder mir ein paar dicke Stiefel kaufen.

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Hausfrauen-Parcours

Der Himmel ist immer noch bedeckt und geregnet hat es auch schon wieder. Trotzdem hab‘ ich frech für Samstag eine Grillfete angesetzt und bin heute Not gedrungen schon mal los zum Großeinkauf.

Schon die Straße zum Supermarkt war verstopft und spätestens vor der Einfahrt zum Parkplatz hätte ich umkehren sollen. Hab ich aber nicht – leider! Fünf Runden habe ich gedreht, bis ich endlich eine freie Lücke gefunden hatte. Einkaufswagen? – Fehlanzeige. Nur noch die kleinen Dinger, in die nichts reingeht.

Im Markt selbst war der Teufel los. Nicht nur, dass in den einzelnen Gängen Paletten mit frischer Ware rumstanden und man an kein Regal mehr richtig dran konnte, man kam mit der Einkaufskarre auch nicht daran vorbei. Die Gänge, in denen keine Hindernisse aufgebaut waren, wurden von Gabelstaplern blockiert. Da gibt’s verschiedene Modelle. Einmal die ganz großen, die nur mit speziellem Führerschein gefahren werden dürfen und die kleinen Hazuzis (von Hand zu ziehenden) fürs gemeine Beschickungspersonal. Es ging zu, wie am Frankfurter Kreuz zur rush hour. Ist man vorne einem dieser Dinger ausgewichen, wurde man hinten von einem anderen angehupt. :crazy: Aus jedem Loch kam so ein Gefährt angedüst. Dazwischen noch die ganzen Kunden, die sich ängstlich an ihre Karren klammerten und schon auf Luftangriffe gefasst waren. Ich kann Euch sagen, es war der blanke Horror!
Meine Einkaufsliste hab‘ ich gleich weggesteckt und stattdessen nur das gekauft, wo ich gerade dran vorbei geschubst wurde. Die Augen musste man überall gleichzeitig haben, die Hand bloß nicht vom Einkaufswagen nehmen und zwischendrin schnell mal ins Regal grabschen. Wahnsinn!
In der Fressalien-Abteilung gab es zu allem Überfluss auch noch Pröbchenstände und eine Umfrage zum Thema „Kundenzufriedenheit“ wurde auch gemacht. Ich hab‘ da vorsichtshalber nicht dran teilgenommen, sonst hätte ich jetzt wahrscheinlich Hausverbot. 88|

Boah, war das ätzend!