Neues vom Autoschinder

Dass die gegenüberliegenden Häuser mit Balkonen verschönert werden sollen, hatte ich ja kürzlich schon erzählt. Nun ist es endlich soweit. Am Donnerstag letzter Woche wurden beidseits unserer Straße Parkverbotsschilder aufgestellt mit dem Hinweis, dass das Verbot von Montag, 8.30 Uhr bis Mittwoch gilt. Gleichzeitig fanden wir Zettel in den Briefkästen, auf denen auf die Vollsperrung der Fahrbahn wegen Hebearbeiten mit einem Autokran hingewiesen und sich für das Verständnis der Anwohner bedankt wurde. Am unteren Rand der Mitteilung stand der Name der ausführenden Firma mit Telefonnummer. Soweit, so korrekt.

Der Zufall will es, dass mein Mann sein Auto für heute und morgen in der Werkstatt angemeldet hatte und sowieso keinen Parkplatz braucht und ich kann mein Auto bei Nachbarn in der Seitenstraße vor die Garage stellen, da die gerade in Urlaub sind. Null Problemo, und wenn es anders gewesen wäre, dann wären wir halt mal ein paar Schritte zu Fuß gegangen.

Nicht so der Autoschinder. Er klingelte am Freitagabend bei den Nachbarn und rief zum Ungehorsam auf. Er wollte sich das nicht bieten lassen und suchte Gleichgesinnte. Wir hielten das für albern, schließlich müssen die schweren Betonteile ja irgendwie an Ort und Stelle und der einzige Zugang ist halt mal über unsere Straße. Als unsere Häuser seinerzeit gebaut wurden, mussten die Anwohner gegenüber ja auch Einschränkungen hinnehmen und die dauerten länger als drei Tage. Was soll das also?

Als ich heute Morgen aus dem Fenster guckte, war das direkt vor unserem Haus aufgestellte Parkverbotsschild weg. Ich wunderte mich ein bisschen, dachte aber, dass die das schon weggeräumt hätten, damit der Kranwagen besser rangieren kann. Die Straße war im Übrigen frei; nur das Auto meines Mannes stand noch da und hinter ihm der Autoschinder. Als mein Mann um halb acht weg fuhr, wurden am Ende der Straße gerade die Absperrungen montiert und einer der Arbeiter fragte meinen Mann, wo denn die ganzen Schilder hingekommen seien; es würden alle Schilder auf unserer Straßenseite fehlen.
Ach??? Ich hab‘ da ja so eine Ahnung …! 🙄

Ich bin um kurz vor acht weggefahren, habe meinen Mann von der Werkstatt ins Büro gekarrt und war anschließend noch einkaufen. Als ich wieder nach Hause kam, stand die Rostlaube vom Autoschinder immer noch auf ihrem Platz. Die hintere Stabilisierung des Krans steht direkt neben seinem Kotflügel, die Straße ist auf beiden Seiten stabil abgesperrt. Der erste Lkw mit Betonteilen ist schon abgeladen, der zweite ist gerade vorgefahren. In der Straße geht praktisch nix mehr. Ich warte jetzt darauf, dass der Autoschinder wegfahren will und Rabatz macht. Mein bevorzugter Aufenthaltsort heute wird die Küche sein, von wo aus ich alles bestens im Blick habe. ;D
Endlich ist hier mal was los!

Die ewige Baustelle

Das dreistöckige Wohnhaus, auf das ich vom Küchenfenster aus blicke, wurde vor knapp zwei Jahren saniert. Wärmedämmung, neuer Putz, neue Fenster, neues Dach und offenbar auch eine neue Heizungsanlage, wie die aus den Schornsteinen ragenden Edelstahlrohre vermuten lassen. Alles sah wieder ganz proper aus und sogar der morsche Jägerzaun wurde ersetzt.

Als wir Mitte Dezember aus dem Urlaub kamen stellten wir fest, dass erneut gebaut wird. Einige Fenster wurden ausgetauscht und durch Balkontüren ersetzt. Schön für die Mieter; ich finde es immer toll, wenn man mal ein paar Schritte nach draußen kann. Leider können die Bewohner das bis heute nicht, weil die Balkone noch nicht da sind.

Es wurden Verankerungen an der Hauswand angebracht, es wurde um die neuen Fenster wieder neu verputzt und gestrichen, es wurde eine Konstruktion angebracht, die vermutlich einer zukünftigen Begrünung Halt geben soll. Nur … es nimmt alles keinen Fortgang. Nach Wochen wurde endlich mal das Gerüst abgebaut. Seit nunmehr drei Wochen ist ein Bagger unterwegs und buddelt (vermutlich für das Grünzeug) Löcher an der Hauswand. Der Vorgarten gleicht inzwischen einer Geröllhalde. Heute wurden die Löcher noch einmal vergrößert wobei einer der Arbeiter den Bagger bediente und fünf Mann drum herum standen und interessiert zuschauten.
Ich glaube ja, dass es bei Kälte und Schnee keinen großen Spaß macht, draußen zu arbeiten, aber mittlerweile kriege ich Pickel, wenn ich denen beim Arbeiten zugucke! Keine Ahnung, wie lange die Mieter noch auf ihre Balkone warten müssen, ihre Geduld wird jedenfalls auf eine harte Probe gestellt! Besonders kostengünstig scheint dieses Projekt auch nicht zu sein, aber das kann man ja am Ende auf die Miete drauf schlagen.