Steherqualitäten

waren gestern gefragt, aber hallo! Unser Bautrupp kam auch am Samstag um bis mittags die Zementarbeiten fertig zu bekommen, so dass das Ganze übers Wochenende trocknen kann. Bis Mitte der kommenden Woche wollen/müssen sie fertig werden, weil der Schaffer sich am Samstag in den Urlaub verabschiedet. Er will mit seinem Sohn zum Angeln. Den ganzen Tag still auf einem Hockerchen sitzen und regungslos aufs Wasser starren. Nach der Ochsentour bei uns hat er sich das redlich verdient!

Ich habe in der Zwischenzeit gebügelt. Zum einen kann ich dabei die Bauarbeiten gut von oben überblicken, zum anderen wurden bei der Gelegenheit die frisch gewaschenen Wohnzimmergardinen gleich mit geplättet. Die liegen jetzt auf den Gästebetten und warten darauf, irgendwann mal wieder in einem ordentlichen Zimmer zu hängen. Unser Wohnzimmer ziert bislang noch eine dicke Staubschicht und es reizt mich ungeheuer, hier mal Hand anzulegen. Da sieht man dann wenigstens, was man geschafft hat. Ich werde aber keinen Finger krumm machen, bevor hier nicht die letzte Schubkarre durch ist!

Danach ging es ins Fußballstadion. Drei Stunden stehen – die echten Fans sind ja immer etwas früher da, um noch Zeit zum Fachsimpeln zu haben. Wir haben gewonnen, aber so richtig prickelnd war das Spiel nicht. Die neu formierte Mannschaft hatte so viele Vorschusslorbeeren bekommen, dass sie es wohl etwas zu locker angegangen sind. In der ersten Halbzeit lagen sie 0 : 1 zurück.

Danach kurz nach Hause und die Beine hochgelegt. Am Abend wollten wir zu einem Open Air Konzert, das um 19.45 Uhr anfing. Um Punkt sieben hat es erst mal geschüttet, wie aus Kübeln. Super! Kurz danach schien wieder die Sonne und wir sind tatsächlich aufgebrochen, allerdings mit dickem Schuhwerk und Regenjacke, was sich als weiser Entschluss herausstellen sollte. Auf dem Gelände des Kanuvereins – direkt am Rhein – war die Bühne aufgebaut und davor reichlich „Sonnen“schirme und Partyzelte, unter die sich die Gäste im Laufe des Abends dicht drängten. Es war trotzdem eine schöne Veranstaltung, auch wenn mein Rücken die weiteren drei Stunden Stehen so gar nicht mochte. Wir sind dann auch kurz vor Ende der Veranstaltung gegangen; die Musik der letzten Gruppe hat uns nicht so wirklich gefallen und kalt war es dann auch. Eine laue Sommernacht fühlt sich irgendwie anders an.

Heute jedenfalls werde ich nichts tun, wobei man stehen muss!
Euch allen einen schönen Sonntag!

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Stadtverschönerung oder

… wie rette ich eine Baustelle übers Wochenende

Gründonnerstag: ein Transporter fährt in unsere kleine Straße, Männer in orangefarbenen Anzügen springen heraus und laden mobile Parkverbotsschilder ab, stellen sie beidseitig auf der Straße auf. Meine kleine Huddelkiste steht jetzt mitten drin im Parkverbot. Ich stehe in der Küche und räume meine Einkäufe weg, ein Auge immer auf das Treiben draußen gerichtet.
Ein Mann kommt und pappt in Klarsichtfolie eingewickelte, handgeschriebene Zettel an die Schilder. Ich bringe meinen Müll raus und linse mal vorsichtig auf den Zettel. Das Parkverbot gilt ab Dienstag, 7.00 Uhr. Aha, wenigstens über Ostern ist mein Parkplatz gesichert!
Ich frage den Mann, was das zu bedeuten habe und kriege die frohe Botschaft, dass der Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Straßenseite erneuert wird, der wäre ja wirklich nicht mehr schön. Stimmt, schön ist er nicht. Aber er ist eben und in Ordnung und außerdem geht da sowieso niemand lang.
In unserer Straße laufen nur Leute, die dort wohnen und die gehen logischerweise auf der Hausseite lang. Ach ja, und die Leute mit den Hunden. Die gehen auch auf unserer Seite und lassen ihre Lieblinge in die Einfahrt oder in den Zugangsweg zum Haus schei… . Die dürfen das, die zahlen ja Steuern – wurde mir erklärt. :>

Egal, der unschöne und ungenutzte Bürgersteig wird nun gepflastert.

Tag 1: Pünktlich am Dienstag um halb neun wird die Baustelle eingerichtet. Bagger und Baufahrzeuge rücken an, Container für den Schutt werden aufgestellt, Arbeiter laufen geschäftig hin und her.

Tag 2: Ich muss weg und kann dem Treiben nicht zusehen. Als ich am Nachmittag nach Hause komme, sind die Arbeiter weg und der Bürgersteig auch. Nun liegt Schotter da, wo vorher Asphalt war.

Tag 3: Splitt kommt drauf und sofort wird Pflaster verlegt. Über die gesamte Länge der Straße bis auf die letzten zwei Meter. Die haben sie nicht mehr geschafft. ‚Die Jungs sind aber flott‘, denke ich.

Tag 4: An der Ecke werden die Bordsteine abgesenkt, Baufahrzeuge hin und her bewegt. Die restlichen Pflasterarbeiten (2 qm) werden bestimmt morgen gemacht, hoffe ich. Die Baustelle erstreckt sich jetzt auch bis weit um die Ecke und macht das Gerangel um einen Parkplatz noch größer.

Tag 5: Die Arbeiter rücken an, sitzen aber den ganzen Tag in ihren Fahrzeug weil – es regnet ! Pünktlich um fünf rücken sie unverrichteter Dinge wieder ab.

Tag 6 und 7: Die Baustelle bleibt uns übers Wochenende erhalten, das Parkverbot auch.

Tag 8 (heute): Das Pflaster für die Bürgersteig-Ecke wurde eingepuzzelt, dafür aber die Straßendecke (Kopfsteinpflaster) auf einer Fläche von ca. 5 qm aufgerissen. Der Bürgersteig wurde abgerüttelt und gerade sind sie dabei, das neue Prachtstück mit Sand abzustreuen.
Es ist mittlerweile fast 14.00 Uhr und ich verwette meinen Hintern, dass die heute NICHT fertig werden.

In meinem nächsten Leben werde ich übrigens Baggerfahrer. Die Dinger sind klein und unglaublich wendig und deshalb benötigt man(n) auch die halbe Straßenlänge, um das Gefährt zu wenden und anschließend genau auf derselben Position wieder zu parken, wo es vorher gestanden hat.
Beim Zugucken kriege ich die Gelbsucht!