Schweres Gerät

Zuerst die gute Nachricht: Die Baustelle, die unseren Stadtteil vom Rest der Welt abgeschnitten hat, ist inzwischen beendet. Jedenfalls so weit, dass man dort wieder fahren kann. Ein paar Barken stehen noch, die umfahren werden müssen und Striche auf der Straße gibt es auch noch nicht. Aber immerhin!

Dafür gibt es eine neue Baustelle, weil der Stadt eingefallen ist, dass in der Straße, in der meine Mutter wohnt, die Gasanschlüsse erneuert werden müssen. Dafür musste das Gas einen halben Tag abgestellt werden. Im Januar, wenn es richtig kalt ist! Was juckt es die Stadt, dass dann auch die Heizungen nicht mehr funktionieren und die Leute frieren müssen. Spitzen-Timing!
Die Straße ist halbseitig mit mehreren kleinen Baustellen gepflastert, zwischen denen Bagger und LKWs abgestellt sind; der Verkehr muss sich mit einer Straßenseite begnügen und ist durch Ampeln geregelt. Auf dem Grundstück meiner Mutter befinden sich zwei PKW-Abstellplätze und davor ist eine dieser besagten Baustellen. Man muss einen üppigen Umweg fahren, weil die Zufahrt nur noch von einer Seite her möglich ist. Man wartet an der Ampel, fährt dann die paar Meter zur Einfahrt und stellt fest, dass ein Lkw, Bagger oder Dienstfahrzeug des Gasversorgers eben diese Einfahrt versperrt. Mit Glück findet man den Fahrer des abgestellten Gefährts und kann ihn zusammenscheißen bitten, das Fahrzeug irgendwo anders unterzubringen. Man muss damit aber schnell sein, weil die Autos hinter einem dann schon die Hupen bemühen. Also weiterfahren, noch eine große Runde drehen und hoffen, dass die Einfahrt frei ist, wenn man erneut die Ampel überwunden hat. Noch besser ist es beim Rausfahren: Rückwärts zwischen Bagger und Baustellenbarke, ohne Sicht (gerne auch im Dunkeln) und ohne das Wissen, welche Ampel jetzt gerade auf grün steht. Super! Und das Ganze mehrmals täglich und von mehreren Personen, weil meine Mutter wegen des gebrochenen rechten Armes derzeit auf Hilfe angewiesen ist. Alleine ich habe das Vergnügen 2 X täglich.

Wenn ich den Müll rausbringe oder in den Briefkasten schaue, gucke ich gerne mal zu bei den Bauarbeiten … und kriege Pickel! Die einzelnen Baustellen haben jeweils eine Größe von ca. 1,5 X 1,5 m. Die Arbeiten an den Anschlüssen sind erledigt, es muss nur noch verfüllt werden. Dazu werden ein großer und ein kleiner Bagger benötigt sowie mindestens ein Lkw. Drei Arbeiter dirigieren das schwere Gerät. Der Lkw steht auf der verbliebenen Fahrbahn und kippt seitlich eine kleine Menge Kies, Sand oder was auch immer in die einzelnen Baugruben. Der Verkehr kommt völlig zum Erliegen. Was nicht direkt in der Baugrube landet, glaubt einer der Bagger wieder auf und bugsiert es dann umständlich in das Loch. Schippen sind offenbar völlig aus der Mode gekommen; ich habe jedenfalls noch nicht eine einzige Schippe irgendwo rumstehen sehen. Drei Tage lang wurden fünf Löcher in besagter Größe auf diese Art und Weise wieder zugeschüttet. Wenn man zwei Arbeitslose mit Schippen ausgestattet hätte, wären die Löcher bedeutend schneller, billiger und vor allem leiser wieder verfüllt gewesen.

Gestern war endlich das große Finale: es wurde geteert! Wieder großes Gerät, wieder Krach und diesmal auch mit Gestank verbunden. Meine Mutter hatte Glück, weil sie wegen einer Untersuchung für einige Stunden im Krankenhaus war und dem Ganzen für kurze Zeit entfliehen konnte. Der Krankentransport scherte sich auch nicht um Baustellen, Absperrungen und so einen Quatsch und fuhr prompt über die frisch geteerte Stelle vor dem Haus. Große Aufregung bei den Bauarbeitern, die ihr Kunstwerk nun beschädigt sahen! Reifenspuren in der Teerdecke, das geht ja gar nicht! Ach Gott, die Straße sieht sowieso aus, wie ein Flickenteppich, da kommt es auf einen Reifenabdruck auch nicht mehr an.

Ich bin gespannt, wann nun die Absperrungen weggeräumt werden. Mit ein bisschen Glück passiert das noch vor dem Wochenende!

Hoffnung

Was mich an Handwerkern ja am meisten nervt ist die Zeit, die man mit Warten auf ihr Erscheinen vertrödelt. Da gibt es welche, die stehen mit dem Gongschlag um 7.30 Uhr auf der Matte (die mag ich!) und andere, die ihr Kommen mit 9.00 Uhr ankündigen und erst gegen halb elf eintrudeln. Die machen mich fertig!

An manchen Tagen tummeln sie sich zu viert im Bad und jeder werkelt in einer anderen Ecke, dann sind plötzlich alle verschwunden und ich sitze hier und weiß nicht, ob und wann die wieder kommen. Ich müsste mal wieder einkaufen gehen, kann aber nicht weg, weil ständig jemand was von mir will oder ich eben nicht weiß, wann die wieder vor der Türe stehen.

Heute wurden alle Wände verputzt, eine Mauer gesetzt und ein Podest, das einmal die Dusche werden soll. Der Fliesenleger hat schon angekündigt, dass das jetzt erst einmal trocknen müsse und er erst am Montag wieder kommt. Der Installateur will morgen Früh noch einmal reinschauen und irgendetwas vorbereiten. Wenn die alle Wort halten, kann ich morgen mal einkaufen und meine Mutter besuchen, mit der ich seit einer Woche nur telefonieren kann.

Jetzt warte ich aber erst einmal, bis der Verputzer aus dem Haus ist und dann muss ich dringend den Staubsauger in Betrieb nehmen. Dieses feine Pulver, das mit Wasser vermischt den Putz ergibt, ist die Hölle! Es staubt nicht nur wie Sau, es kratzt auch im Hals und verursacht Hustenreiz.
Boah, was bin ich froh, wenn das hier alles ein Ende hat!

Bombenstimmung

Gerade rief mich mein Göttergatte an und teilte mir mit, dass er nicht wisse ob und wann er heute nach Hause käme!
„Supi. Darf ich den Grund erfahren?“ Es schießt einem ja so allerhand durch den Kopf bei so einer Ankündigung.
„An der Baustelle Rhein-Main-Halle (mitten in der Stadt gelegen) ist eine 5-Zentner-Bombe gefunden worden. Es sind wohl schon einige Straßen gesperrt; jedenfalls ist hier (Außenbezirk) schon Verkehrschaos. Ich brauche vorerst nicht loszufahren.“ 🙄
Er muss zwar selbst nicht an der Fundstelle vorbei, aber alle die es müssen, fahren jetzt irgendwelche Ausweichstrecken.

Ich hab‘ gerade mal ein bisschen recherchiert: um 20.00 Uhr soll das Ding entschärft werden, ab 17.30 Uhr werden die Anwohner evakuiert … man will den Feierabendverkehr noch passieren lassen. Hat ja gut geklappt!
So ein Krieg dauert wirklich länger als man denkt!

Nee, wat schade

Irgendwie war es ja doch ungerecht: wir sind 700 km gefahren, haben in einer zugigen Baustelle gestanden und mit ganzen 20 Fans gegen eine Übermacht von 15.500 Braunschweig-Fans angesungen … und doch verloren. Ok, dass es schwer werden würde, war vorher schon klar und ich will auch gar nicht meckern. Unsere Jungs haben sich wacker gehalten und die zwei letzten Tore in den letzten 10 Minuten kassiert. Da waren sie mit ihren Kräften am Ende. Einfach platt. Löwenfutter.

Anfangs hat ihnen vielleicht auch die Kulisse zu viel Respekt eingeflößt; in der dritten Liga vor 15.500 Zuschauern zu spielen, das kommt nicht oft vor. Zu Hause sind wir froh, wenn sich mal 3.000 Leute ins Stadion verirren. 😐
Man kriegt schon eine Gänsehaut, wenn so viele Fans ihre Mannschaft anfeuern. Boah, ey.

Trotzdem hatten wir viel Spaß. So Auswärtsfahrten bestehen ja nicht nur aus dem Spiel und gestern war die Stimmung ausgesprochen gut. :yes: Unsere Mannschaft hatte keines der letzten sieben Spiele verloren und das ließ Platz für zarte Hoffnungen. Außerdem gab es einen Geburtstag zu feiern und so wurde bei der Hinfahrt schon mal das eine oder andere Gläschen Sekt gepitscht und viel gelacht.
Die Rückfahrt verlief dann erheblich ruhiger, was aber nicht an dem verloren Spiel lag. Ich hab‘ – wie die meisten – ein bisschen geschlafen und war nachts um viertel nach zwei froh, als ich mich endlich im Bett ausstrecken konnte. Als Fan macht man schon was mit.

Das Endergebnis war übrigens 3 : 1 – nur für die, die es interessiert.

Im Westen nix neues

Baustelle
Tag 9,10 und 11: Nix wesentliches passiert. Heute wurden zwei Kübel in unserer Straße platziert, die nach Stunden leer und ungenutzt wieder abgeholt wurden. Der Bagger wohnt jetzt eine Straße weiter. An beiden Enden unserer Straße ist noch „Restbaustelle“. Wenigstens wurden am Montag die Parkverbotsschilder weggeräumt und ich muss meine Einkäufe nicht mehr durch die Gegend schleppen. *freu*

Leben – nett
Ich hab’s auch gleich ausgenutzt und Großeinkauf gemacht und bei der Gelegenheit den ersten Spargel, neue Kartoffeln und Schnitzel gekauft. Wenn schon, denn schon!
Ach, war das lecker!

Leben – normal
Den restlichen Tag hab’ ich damit verbracht, irgendwelche Staus in der Stadt zu umfahren – um dann prompt im nächsten zu stehen. Heute waren wohl alle auf der Straße … und ich dachte, die ganzen Autos seien jetzt abgewrackt. 🙄