Vergangenheitsbewältigung

… mal wieder!

Kann mir mal einer erklären, warum sich insbesondere im Büro Massen von Altwaren ansammeln, die kein Mensch mehr benötigt? Irgendwelche Daten-CDs sind veraltet, kaum dass sie gebrannt sind; sie wohnen dann ganz bequem und ordentlich in einer Schublade und werden nie mehr angeguckt. Computermäuse werden aufgehoben … für den Fall, dass man sie noch mal braucht. Bei Buchungsunterlagen und Fachzeitschriften bin ich ja sehr gewissenhaft, was die Vernichtung/Entsorgung betrifft; kaum hat ein neues Jahr begonnen, fliegen die alten Jahrgänge in die Tonne bzw. werden durch den Reißwolf gejagt. Für alles andere brauche ich einen Tritt in den Arsch Anstoß.

Jetzt habe ich mich mal des übrigen Papierkrams angenommen: Angebote, Schriftverkehr (zum Teil mit Leuten, die schon gar nicht mehr leben), Kreditkartenabrechnungen von anno dazumal, erledigte Versicherungsunterlagen, und, und, und.
Massenhaft!
Grauenhaft!
Mein kleiner Reißwolf hat richtig Stress und ich auch, weil ich nicht mehr weiß, wohin mit den Schnipseln. Es steht auch gerade nirgendwo ein Polterabend an, bei dem man mal ein wenig Konfetti unters Volk bringen könnte.

Ach ja, eine Kiste mit alten Videobändern ist meiner Ordnungswut auch zum Opfer gefallen. Nachdem ich letzte Woche die defekten und über Jahre standhaft aufgehobenen Videorekorder zur Müllkippe gefahren habe, besteht für die Bänder auch kein Bedarf mehr. Dreieinhalb Stunden Ben Hur (der erste Film, den wir jemals aufgenommen und nie, wirklich niemals geguckt haben), alte Tatort-Sendungen, die inzwischen schon zwanzig Mal wiederholt wurden, hoch interessante Sendungen, die wir keinesfalls verpassen wollten. Kaum hat man den ganzen Mist aufgezeichnet, ist es uninteressant. Das Tape wandert zu all den anderen, die nicht angeschaut werden. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich die alten Musikkassetten entsorgt; wir haben dafür gar kein Abspielgerät mehr. 🙄

Ebenfalls getrennt habe ich mich von meiner alten PC-Tastatur – schweren Herzens! Ich habe dieses Teil geliebt; man konnte drauf richtig rumhacken blind schreiben, weil die Finger immer wussten, wo sie sind und die Tastatur nicht ständig weggerutscht ist. Ich hasse diese neumodischen ultraleicht-Tastaturen, die sind meinem Anschlag einfach nicht gewachsen. Ich habe auf einer mechanischen Schreibmaschine tippen gelernt und meine Finger brauchen einen gewissen Widerstand. Inzwischen quäle ich mich aber schon geraume Zeit mit so einem neuen Wackelding rum und habe mich an den Ärger gewöhnt. Die alte Tastatur hat nun ausgedient und geht ihren letzten Weg. *seufz*

Langsam fühle ich mich nicht mehr ganz so beengt und ich hoffe, dass meine Ausmistwut noch eine Zeit lang anhält.