Aus gegebenem Anlass

Es nervt

– dass meine Waschmaschine immer weniger Socken ausspuckt, als ich vorher reingestopft habe

– dass die Nachbarskinder es mühelos schaffen, das Geräusch unseres Hochdruckreinigers zu übertönen

– dass mein Mann säuft lustig pichelt und ich am nächsten Tag die Kopfschmerzen für ihn habe

– dass das Telefon immer dann klingelt, wenn wir gerade beim Abendessen sind

– dass unsere Mannschaft immer dann versagt, wenn das Fußballspiel mal im Fernsehen übertragen wird

– dass das Gartencenter immer dann rappelvoll ist, wenn ich mal ein paar Blümchen kaufen will

– dass mein Portemonnaie immer prall mit Kleingeld gefüllt und das Fach für die Scheine leer ist.

Werbeanzeigen

Teures Wochenende

So’n Wochenende braucht kein Mensch!

Samstagabend: Uns ist kalt. Die Heizungssteuerung teilt uns lapidar einen ERROR mit. Gut, das kennen wir schon – allerdings normalerweise nicht bei laufendem Betrieb, sondern nur bei der Rückkehr aus einem Urlaub, wenn die Anlage schon einen Tag vorher die Bude hätte wieder wärmen sollen.
Der Göttergatte rennt in den Keller und fummelt an der Therme rum, probiert alle Tricks, die ihm jemals zu Ohren gekommen waren. Nix. Das Ding gibt keinen Mucks mehr von sich.
Entnervt rufen wir unseren Heizungsmann an, der aber gerade auswärts weilt und nicht mal eben vorbei kommen kann. Er empfiehlt, den Notdienst zu konsultieren und gibt uns die Nummer durch. Um 20.25 Uhr wählt der genervte Hausherr die angegebene Nummer und erfährt via Bandansage, dass Notfälle samstags nur zwischen 7.00 und 20.00 Uhr einzutreten haben. Danach stellen die die Arbeit nämlich ein. Wir wickeln uns in warme Decken und glotzen in die Röhre.

Sonntagmorgen: Um 6.45 Uhr werde ich durch das laute Schrillen der Alarmanlage aus meinen süßen Träumen gerissen und springe verstört aus dem Bett. Im Treppenhaus kommt mir meine bessere Hälfte völlig aufgelöst entgegen und faselt was von Stromausfall und dass sich der Alarm nicht ausschalten lasse. Fein. Nach geschlagenen drei Minuten Alarm ist dann auch der letzte Nachbar wach. Ich atme auf, als das Schrillen endlich aufhört. Mir ist schon ganz flau im Magen. Ich erkläre die Nacht für beendet und schütte mir erstmal kaltes Wasser ins Gesicht. Warmes gibt es ja nicht mehr; duschen kann ich mir abschminken.

Ich gehe in die Küche und koche Kaffee. Bei der Gelegenheit geht mir auf, dass auch alle Lampen anstandslos funktionieren. Was’n das für’n Stromausfall??? Mein Mann kapiert es auch nicht und beschließt, den Alarmanlagenmann aus dem Bett zu telefonieren. Er latscht einmal quer durch das Haus und natürlich auch an dem Sensor vorbei, der eigentlich für Einbrecher gedacht ist. Es ist 7.30 Uhr, als der zweite Alarm ausgelöst wird. Drei Minuten. Nur für den Fall, dass sich einer der Nachbarn noch mal im Bett rumgedreht hat. :))
In mir keimen Mordgelüste.
Im Mietshaus gegenüber gehen die ersten Fenster auf. Um 7.45 Uhr stehen die Bullen vor der Tür. Einer der Nachbarn hat sie gerufen; weniger aus Sorge um uns, eher wegen der Ruhestörung … vermute ich mal. Die Beamten stellen fest, dass alles ok ist und ziehen wieder ab. Inzwischen hat der Gatte den Alarmmenschen am Rohr und irgendwie kriegen sie gemeinschaftlich das Problem in den Griff.

Um 8.00 Uhr stelle ich fest, dass irgendwo etwas pfeift. Langsam kriege ich die Krise! Diesmal ist es aber nur der Akku eines unserer zahlreichen Telefone, der gerade anzeigt, dass auch er sich jetzt verabschiedet.
Ja spinne ich denn?

Eine halbe Stunde später steht unser Heizungsmann auf der Matte und verschwindet direkt im Keller. Mein Mann gleich hinterher. Es wird ein neuer Temperaturfühler eingebaut und danach festgestellt, dass auch der defekt ist. Murphy lässt grüßen.
Ich kriege Gesprächsfetzen mit und was ich höre, klingt irgendwie teuer. Wird es auch; jetzt hat nämlich auch meine bessere Hälfte die Faxen dicke und bestellt spontan eine neue Therme. Dieses alte Mistding (so alt ist sie eigentlich noch gar nicht) fliegt jetzt endgültig raus. Irgendwann ist Schluss mit Lustig.

Der Heizungsmann repariert notdürftig und kündigt den Einbau des neuen Teils für Dienstag an. Seit 9.00 Uhr heute Morgen rumort es nun im Keller. Die neue kleine Therme hängt schon an der Wand und die Herren sind dabei, Rohre und Leitungen dran zu friemeln. Ich hoffe inständig, dass das neue Ding zuverlässig funktioniert und die Zeit der unangenehmen Überraschungen erstmal vorbei ist.

Der restliche Sonntag verlief dann allerdings recht normal. Gegen Abend hörten wir noch seltsame Geräusche aus dem Büro; der Lüfter eines Rechners hauchte gerade sein Leben aus – aber darüber zu reden lohnt sich nicht.

Alles in allem war das ein recht teures Wochenende und Spaß gemacht hat es auch nicht wirklich.
Ach, übrigens soll es Ende der Woche deutlich wärmer werden. :)) :))

Mein persönlicher Ort des Grauens …

ist der Schreibtisch meines Mannes. Was sich da alles findet …!
Eine Tastatur ist normal. Er hat zwei. Eine Schreibtischlampe, Locher, Hefter, Zettelkasten und eine Heimstatt für Kugelschreiber, die sämtlich nicht funktionieren bzw. abgebrochene Bleistifte und sonstigen Krimskrams. So weit, so gut.

Diverse Fachzeitschriften, Post, stapelweise Infos über Computerzubehör, die Speisekarte vom Italiener, eine vollgekritzelte Schreibtischauflage, haufenweise Visitenkarten und Zettel, auf denen lediglich eine Telefonnummer notiert ist (ohne Namen, versteht sich). 🙄

Ein Dutzend Kleinteile mit Strippen dran, die entweder im PC enden oder lose in der Luft baumeln. Die liebe ich ganz besonders! Meist sind die Strippen schwerer als das Gerät selbst und wenn man nicht aufpasst, zieht der Stecker das winzige Leichtgewicht vom Tisch und man latscht drauf. Ich hab‘ echt keine Ahnung, für was die diversen Teilchen eigentlich nützlich sind. An manchen blinkt ein kleines Lichtlein, was ja auf ein gewisses Maß an Wichtigkeit schließen lässt. Die Dinger, die noch nicht mal irgendwo eingestöpselt sind, dienen garantiert nur dazu, das Staubwischen zu erschweren.

Dann gibt’s da noch Datenträger in jeder erdenklichen Form. Massenhaft! Entweder sie verstecken sich zwischen den diversen Post- und Zeitungsstapeln oder sie sind zu windschiefen Türmen aufgestapelt, die natürlich sofort umfallen, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Einige von ihnen haben sogar ein richtiges Zuhause. Sie wohnen in einem Rondell in der Mitte einer abschließbaren (wichtig!) Schüssel mit dickem Blinklicht dran. Ist einer Jukebox nicht unähnlich, nur dass da keine Musik rauskommt.
Irgendwo in dem ganzen Wirrwarr und Kabelsalat gibt’s auch noch ein Telefon, das habe ich aber während meiner heutigen Staubwischaktion nicht gefunden.

Ein paar Urlaubserinnerungen, Tesafilm, ein Fläschchen Nasenspray und etliche Kabelknäuel sind mir auch noch begegnet und ein paar Teile, von denen ich nicht einmal weiß, was es sein soll. Ach ja, und in der Mitte prangt ein Bildschirm. Das ist aber so ziemlich das einzige, was frau auf Anhieb findet.

… nein, von dem Chaos gibt’s ganz bestimmt kein Foto! :no: