Havaianas

So unterschiedlich die Menschen in Brasilien auch sein mögen, eines eint sie: Die Liebe zu Havaianas! Damit sind weder die Leute aus Hawai gemeint, noch die ähnlich klingenden Zigarren. Es handelt sich schlicht um Gummischlappen, die bei uns als Flipflops bekannt sind. Es gibt riesige Läden, die nichts anderes verkaufen. In allen Größen und Farben, mit Schleifchen, Blümchen und – für besondere Anlässe – sogar mit Strass besetzt. Diese Latschen sind billig; jeder kann sie sich leisten und ich kenne wirklich keinen Brasilianer, der nicht mindestens ein Paar davon sein eigen nennt. Sie sind absolut gesellschaftstauglich und werden zu fast allen Gelegenheiten getragen.
Kürzlich habe ich in einer Zeitung ein Hochzeitsbild gesehen und bin bald vom Hocker gefallen – die Braut trug Havaianas zum Prinzessinnen-Fummel! 8| Was soll man dazu sagen?

Übrigens laufen wir hier auch mit diesen Dingern rum, die gelegentlich auch als Chinellos bezeichnet werden und ich muss sagen, sie sind ausgesprochen praktisch! Nichts drückt und kneift, man steht schön weich und Käsefüße bekommt man darin auch nicht, weil bei jedem Schritt ordentlich Luft an die Sohle kommt. Auch als Mordwerkzeug sind sie bestens geeignet; selbst die überaus robusten Ameisen sind erledigt, sobald sie vom Gummi getroffen werden. :>>

Außerdem hört man schon von weitem, wenn jemand kommt und geübte Ohren kriegen sogar mit, wer das ist. Das ganz typische Geräusch (klatsch, klatsch, klatsch) weist auf einen normalen Läufer hin, mit einem plopp-schlurf-klatsch, plopp-schlurf-klatsch kommt ein eher lustloser Geselle daher.

Autofahren mit Gummischlappen ist übrigens verboten, aber da hält sich natürlich niemand dran. Selbst Bauarbeiter tragen Havaianas und klettern damit auf Mauern und Leitern rum. Die inzwischen hauchdünn gelaufenen Sohlen geben vermutlich einen besonders guten Halt. 88| Das probiere ich lieber nicht aus, da bin ich gerne Feigling.

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