Fensterkirmes

So langsam hat ja auch der letzte Weihnachtsmuffel erkannt, dass das Fest der Feste kurz vor der Tür steht und sich dem nachbarschaftlichen Dekorationswettbewerb unterworfen. In irgendeiner Kiste hat ja jeder was, das mehr oder weniger zu Weihnachten passt. Meistens passt es weniger.

Die große Fensterfront des Mietshauses, auf das ich von meiner Küche aus gucken kann muss, leuchtet und blinkt nun in allen Farben, sobald die Dämmerung hereinbricht. Man wird besoffen vom Hingucken! Sterne und Weihnachtsmänner, einfache Lichterketten und Lauf-Schriftzüge „Frohes Fest“, blinkende Rentierschlitten und, und, und. Der Hammer ist ein in verschiedenen Rottönen blinkendes Herz, das vermutlich aus dem Fundus eines Kontakthofes stammt. Das Ding ist so hell, dass man regelrecht geblendet wird. Las Vegas lässt grüßen.

Meine bescheidenen Leuchtsternchen am Fenster sehen dagegen richtig mickrig aus. Aus Scham lasse ich jetzt zeitig den Rollladen runter; dagegen kann (und will) ich nicht anstinken!