Was schluckst Du?

Pünktlich vor dem Start der Leichtathletik-WM in Berlin gab es dieser Tage einen Bericht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in dem wieder einmal über Doping berichtet wurde. Ich habe nur mit halbem Ohr zugehört, aber das hat auch gerade gelangt.

Zwei Herren – zumindest einer von ihnen war früher selbst Sportler – erzählten eindrucksvoll von ihrer Dealer-Karriere und wie einfach es ist, an alle erdenklichen Sorten der Leistung steigernden Wunderdrogen heranzukommen. Null Problemo! Gratis dazu gibt es genaue Anweisungen, wie das Zeug zu spritzen, zu cremen und zu schlucken ist, damit man es nicht nachweisen kann. Anruf genügt, geliefert wird umgehend. Dann lacht das Edelmetall und die Sport-Drogenbosse auch.
Die Kontrolleure können literweise Pipi abzapfen und testen, bis sie schwarz werden. 😛
Die Zuschauer werden nach Strich und Faden verarscht. :))

Ziemlich freimütig erzählten die beiden Herren, wen sie so alles auf ihren Listen haben. Von Reue oder auch nur schlechtem Gewissen keine Spur. Alle tun es, also muss es doch in Ordnung sein, oder? Einer von ihnen brüstete sich regelrecht mit seinen „Erfolgen“.
Recht eindrucksvoll wurden diesen Erzählungen noch die Kommentare der Sportreporter beim Zieleinlauf zugespielt: „Das ist ja unglaublich! Wo nimmt er/sie nur diese Kraft her?“
Heute weiß man es.

Von mir aus können die Sportskanonen sich das Zeug in den Ranzen hauen, so viel sie wollen. Mich haben sportliche Großveranstaltungen noch nie sonderlich begeistert und das winzige bisschen Interesse ist nun auch weg. Wer jetzt noch gespannt vorm Fernseher sitzt und mitfiebert, ist selbst schuld.

Also, Damen und Herren Sportler: haut ordentlich rein und spritzt Euch zum nächsten Rekord. Meinen Segen habt Ihr!

Es ist vollbracht!

Die französische Spritz(en)-Tour ist zu Ende. Nicht, dass es mich jemals interessiert hätte, aber seit nur noch über Doping berichtet wird, schalte ich sofort um, wenn ich so ’ne „Sportskanone“ in Wurstpelle auf dem Bildschirm sehe.
Meine bessere Hälfte jedoch kann’s nicht lassen und so kriege ich zwangsläufig immer mal wieder etwas mit. Drei Wochen können ganz schön lang sein, obwohl die Berichterstattung schon bedeutend weniger geworden ist in den letzten Jahren.

Morgen gibt es noch einen Abgesang und in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren dann die Berichte, wem alles Doping nachgewiesen wurde. Bisher war m. W. noch keine Probe positiv, aber das heißt ja nur, dass die Mittel immer schwerer nachzuweisen sind. Dass die Fahrer plötzlich alle geläutert wären, glauben nur Träumer!
Die eigentliche Tour findet leider unter den Pipi-Testern statt.