Alles vorbei

Da freut man sich seit Tagen auf ein schönes Wochenende mit lieben Freunden, plant, kauft ein, backt Kuchen und bezieht die Gästebetten und schwupp, ist es schon wieder vorbei. 😥
Ein letztes Winken, dann biegt das Auto um die Ecke und man ist wieder allein. Naja, nicht ganz. Da sind ja noch die vielen Reste im Kühlschrank – man will sich ja nicht lumpen lassen – eine Maschine Wäsche und die mitgebrachten Blumen, die mich noch eine Zeit lang an den Besuch erinnern werden.
Schön war es, mit langen Gesprächen bis tief in die Nacht, etlichen Flaschen Wein und jeder Menge Spaß. Mein gewaltiges Schlafdefizit muss ich im Laufe der Woche irgendwie abbauen. Schlaf wird unwichtig, wenn man sich lange nicht gesehen und entsprechend viel zu erzählen hat.

Vorbei ist auch unser Weinfest, das die Stadt zehn Tage lang fest im Griff hatte. Als ich heute Morgen über einen der großen Plätze lief, waren die Winzer dabei, ihre Stände wieder abzubauen, Kühltruhen und Sitzbänke in großen Autos und Anhängern zu verstauen. Ein komischer Anblick. Da, wo man noch vor wenigen Stunden in gemütlicher Runde zusammen gestanden hat, ist jetzt kahle Fläche. Man selbst hat noch den Geruch von Flammkuchen und Winzerpfanne in der Nase, aber die Stände sind längst weg. Die Gemütlichkeit ist hektischer Betriebsamkeit gewichen. 😦

Nur an einer Stelle sieht es noch richtig festlich aus: Zwei hohe, nett dekorierte Tische, darauf ein riesiger Sektkühler, aus dem mehrere Flaschenhälse ragen und bereitgestellte Gläser. Eine Gruppe Menschen in feinem Zwirn starren erwartungsvoll auf die Rathaustreppe. Als ich an ihnen vorbeigehe, wird applaudiert und ich kann noch einen kurzen Blick auf das Brautpaar werfen. Sie haben ihr gemeinsames Leben noch vor sich.:D

Ende und Anfang liegen so dicht beieinander.