Feiertage

Ein langes Feierwochenende liegt hinter uns.
Am Freitag feierte mein Schwager seinen 70. Geburtstag nach. Eigentlich ist er im Februar geboren, aber es feiert sich einfach schöner, wenn die Sonne scheint und die zahlreichen Kinder in der Familie draußen toben können. Auch die Erwachsenen fanden es toll, bei herrlichstem Wetter im Garten zu sitzen oder einen Verdauungsspaziergang durch das schön restaurierte Dorf Gruiten (Kreis Mettmann, NRW) zu machen. Das älteste Wohnhaus im Dorf kann man für Veranstaltungen mieten und so war die Familie „unter sich“ und konnte alle Gebäudeteile nutzen. Ein tolles Fest und ein wirklich schönes Ambiente:

Gruiten1

Das Doktorhaus
Gruiten2

Typisch für die Gegend: Schiefer und bunte Fensterläden
Gruiten3

Am Samstag dann die nächste Geburtstagsfeier, nämlich der 33. Geburtstag der Schwiegertochter. Diese Feier fiel ein bisschen kleiner aus, aber die meisten Familienmitglieder waren dabei. Gut, dass vom Vortag noch gaaanz viele leckere „Reste“ da waren! Wahrscheinlich hätten wir noch einen Tag länger feiern können, ohne dass irgendwas ausgegangen wäre … naja, die Mousse au chocolat vielleicht, an deren Vernichtung die jüngste Enkelin maßgeblich beteiligt war!

Schokopudding

Ein rundum gelungenes Wochenende und ich habe festgestellt, dass man sich in zwei Tagen mühelos 3 X überfressen kann! 😉

Familie kompakt

Ein Großteil unserer Familie wohnt zu weit weg, um sie mal eben zum Kaffee zu besuchen. Wir sehen uns nur, wenn man auf der Durchreise sowieso in der Nähe ist oder aber zu großen Ereignissen. Hochzeit ist so ein Großereignis und die stand am vergangenen Wochenende an; ein Geburtstag kam auch noch dazu. Also traf sich die ganze Sippe in einem Hotel und wir hatten drei Tage Feiern am Stück. So richtig mit allem drum und dran. :yes:

Am Donnerstag lockerer Geburtstag in einer Straußwirtschaft, am Freitag Standesamt mit anschließendem Gartenfest und am Samstag Kirche, Sektempfang, Abendessen, kleinem Show-Block und Tanz bis in die Frühe. Als ich um halb vier morgens ins Bett gefallen bin, war ich genau 23 Stunden auf den Beinen und spürte dieselben kaum noch. Ich hab‘ den Aufschlag auf die Matratze nicht mehr gehört sondern bin sofort eingeschlafen. Blöderweise war um sieben die Nacht für mich schon wieder zu Ende. Also hab‘ ich mir erst mal einen Kaffee gemacht und mich auf den Balkon in die Sonne gesetzt. Aus dem Frühstücksraum hörte ich schon einige mir wohlbekannte Stimmen. Nach solchen Feiern sind die Eltern von Kleinkindern wirklich nicht zu beneiden! Die Babys hatten die Fete verpennt und die leicht verkaterten Eltern waren den Gute-Laune-Jauchzern ihrer Abkömmlinge hilflos ausgesetzt. :)) Ich schmunzelte und trank den letzten Schluck Kaffee. Danach unter die Dusche und versucht, den immer noch geschwächten Körper wieder fit zu kriegen – was allerding nur mäßig gelungen ist. Nachdem auch meine bessere Hälfte wieder halbwegs auf den Beinen war, gab es auch für uns Frühstück. Danach Klamotten einpacken, noch ein kurzer Smalltalk auf der Terrasse und ab nach Hause.

Schnell die kurzen Hosen und bequeme Schuhe an und los zum nächsten Ereignis: Fußball. Letztes Heimspiel der Saison. Das durften wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen, ebenso wenig wie den anschließenden Ausklang in der Fankneipe. Um 18.00 Uhr sind wir dort weg, haben unterwegs noch einen Imbiss gekauft und den auf der heimischen Terrasse verspeist. Eine Stunde später lag ich auf dem Bett – nur mal eben die Füße ein bisschen hochlegen. Ich kann mich an nix mehr erinnern. Heute Morgen um halb fünf lagen meine Füße immer noch hoch, sind aber mittlerweile wieder auf Normalmaß geschrumpft.
Heute werde ich nur sitzen, ich schwöre!

Hot, hot, heiß

Wochenende und faul sein ist gerade nicht angesagt. Die Wochenenden sind bis in den Juli hinein restlos verplant, wie wir gestern gerade entsetzt feststellen durften. 8|
Vergangenen Samstag/Sonntag waren wir in Augsburg zum letzten Auswärtsspiel unserer Absteiger-Mannschaft. Die eingeschworene Fangemeinde hatte beschlossen, daraus eine Fahrt mit Übernachtung zu machen und ein Freiwilliger hat kleines Rahmenprogramm zusammen gestellt.
Als die Mannschaften ins voll besetzte Stadion einzogen, erschallte „Time To Say Good Bye“. Passte irgendwie, auch wenn das nicht auf uns gemünzt war, sondern auf das Rosenaustadion, das nach dieser Partie abgerissen wird. Unsere Jungs haben sich wacker geschlagen und erst in der 93. (!) Minute das Gegentor kassiert.
Wieder einmal fast gewonnen. 🙄
Allerdings habe ich vom Spiel nicht allzu viel mitbekommen. Die Sonne brannte und es war so unerträglich heiß, dass ich in der zweiten Halbzeit meist in dem winzigen bisschen Schatten zu finden war – oder am Getränkestand. Reihenweise sind die Zuschauer ohnmächtig geworden. Das Rote Kreuz, Feuerwehr und die Ordner waren nur am Rennen und haben die Leute rausgetragen oder vor Ort versorgt. (Wohlgemerkt, ohne dass von den Kollabierten jemand Alkohol getrunken hatte. Es lag wirklich nur an der Hitze und dem Stehen in der prallen Sonne.)
Gegen Ende des Spiels gab es eine Durchsage, dass an den Aufgängen kostenlos Wasser verteilt würde und die Leute doch bitte regen Gebrauch davon machen sollten.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben so viel Wasser und verdünnten Tee getrunken zu haben, wie an diesem Tag. Kamelmäßige Druckbetankung.
Eines unserer Mitglieder wurde sogar ins Krankenhaus gebracht, wir durften ihn aber später wieder abholen und mit nach Hause nehmen.

Nach dem Spiel kamen noch viele Augsburger Fans zu uns und zollten unserer Mannschaft Respekt. Sie hatten auch nach ihrer Meinung viel besser gespielt, als ihre eigenen Jungs. Bei den Temperaturen war das eine echte Leistung.
Aber was soll’s … ist ja nur Fußball.

Am kommenden Wochenende haben wir Kontrastprogramm: Geburtstag und Hochzeit. Familie satt. Feiern bis der Arzt kommt. Statt Fan-Schal und Jeans jetzt also feiner Zwirn und Stöckelschuhe. Frau ist ja flexibel. Was ich anziehen werde, weiß ich immer noch nicht. Der Fummel vom letzten Mal passt zwar noch, ist aber nicht wirklich Buffet tauglich. Mist! 😳
Egal, irgendwie werde ich mich ein bisschen aufbrezeln. Aus den Haaren ist das Grau der späten Jugend schon verschwunden und gleich lasse ich mir noch ein paar nette Nägel verpassen. Dann sehen wir weiter.
Wenn ich mich im Moment etwas rar mache, wisst Ihr jetzt wenigstens, woran es liegt.
Ich bin im Feierstress! :wave:

Schwierige Familienverhältnisse

Es gibt immer mehr Patchwork-Familien in Deutschland und auch in unserer Familie gibt es eine solche. So bin ich vor vielen Jahren unverhofft zu einem kleinen Neffen gekommen, nämlich dem großen Bruder meines heutigen kleinen Neffen. 🙂

Ich erinnere mich an einen Winterurlaub, als der damals kleine Mann morgens zu uns ins Zimmer stürmte, sich in unserem Bett breit machte und von mir die Familienverhältnisse erklärt haben wollte.
„Wer ist der Onkel R.?“
„Das ist mein Papa. Die Tante U. ist meine Mama.“
„Nee!“ (Im Brustton der tiefsten Überzeugung) „Die Tante U. ist die Mama von M.! Das weiß ich genau!“ :yes:
„Stimmt. Der M. ist ja auch mein Bruder“, versuchte ich aufzuklären. „Und wenn der M. dein richtiger Papa wäre, dann wären Onkel R. und Tante U. deine Großeltern.“
„Was sind Großeltern?“
„Opa und Oma.“
„Und wer ist die Tante R.?“
„Die Tante R. ist meine Tante.“
„Was ist eine Tante?“
„Das ist die Schwester von Mutter oder Vater. Deine Tante G. zum Beispiel, ist die Schwester deiner Mutter und damit auch deine Tante.“

Wir hechelten die Tanten und auch die Onkel noch ein bisschen durch und irgendwann hatte er es verstanden. Nur die Sache mit den Großeltern war ihm noch nicht so richtig klar. Er dachte ein bisschen nach und platzte dann mit der Erkenntnis ‚raus:

„Und der Onkel Klaus“ (gemeint war mein friedlich neben mir liegender Ehemann), „das ist DEIN OPA!“ 88| 88|

Selbiger biss erst ins Kopfkissen, dann erhob er sich opamäßig und schlappte schweren Schrittes unter die Dusche.
Es ist wirklich ein Kreuz mit der Verwandtschaft. :))

Ich könnt‘ ja mal …

von der Hochzeit berichten, an der wir vor knapp zwei Wochen teilgenommen haben. Familienfeiern sind eine Sache für sich und ich hab’ schon die tollsten Horrorgeschichten gehört, was sich da so alles zutragen kann.

Hochzeiten sind da anders und meisten gucken alle ganz glücklich. Zumindest dann, wenn es sich um eine Liebesheirat handelt und nicht irgendwelche wirtschaftlichen, kulturellen oder religiösen Aspekte gegen die Verbindung sprechen. In unserem Falle waren alle höchst zufrieden mit der Auswahl der Partner und einem netten Fest stand nichts im Wege. 😀

Die Trauung fand in einer wunderschönen alten (ich glaube, es ist sogar die älteste) Kirche in Hamburg statt. Eine sehr schöne Zeremonie und auch musikalisch ein Genuss. Sowohl der Bräutigam als auch der Mann unserer Nichte sind Musiker. Letzterer war für die Leitung verantwortlich und hat – zusammen mit den Kollegen – sein Bestes geben. Das war wirklich beeindruckend und zwar nicht nur für Leute wie mich, die nicht mal Noten lesen können!

Einziger Wermutstropfen während der Trauung war, dass es die Brauteltern nicht rechtzeitig geschafft haben, in die Kirche zu kommen. Auch sie hatten – wie eigentlich alle Familienmitglieder – eine längere Anreise und haben die Möglichkeit eines Staus wohl nicht in Betracht gezogen. Für die Braut tat mir das sehr leid, sie hätte ihre Erzeuger bestimmt gerne dabei gehabt. Mein Mitleid für die Eltern hält sich in Grenzen. Die sind selbst dran schuld.

Nach dem offiziellen Ja-Wort gab es lecker Sektchen, Kaffee und Kuchen und fröhliches Geschnatter im Gemeindesaal. Gegen Abend haben wir die Örtlichkeit gewechselt und sind zum Freilichtmuseum Kiekeberg, das über einen wunderschönen Festsaal verfügt, gefahren. Hier gab es ein tolles Buffet, diverse musikalische Aufführungen und einen kurzweiligen Powerpoint-Vortrag über das „Vorleben“ der Brautleute. Und natürlich Tanz, Hochzeitstorte sowie einen zünftigen Mitternachtssnack (köstliche frische Heringe und dazu wunderbar milden Korn – klasse!).

Mein Göttergatte hat alles darangesetzt, von den „Alten“ der letzte zu sein, der das Fest verlässt und da ich für die Nummer mit vorgesehen war :roll:, sind wir erst im Morgengrauen ins Bett gekommen. Damit allerdings haben wir auch locker viele der jungen Gäste ausgebremst. 😛 (Hihi, wir sind noch nicht ganz aus der Übung!)

Alles in allem ein rundum gelungenes Fest! Wenn die Ehe nur halb so gut wird, wie die Feier, sehe ich nur rosarote Wölkchen am Himmel.
Und was das allerbeste ist: wir haben noch eine Nichte und einen Neffen im heiratsfähigen Alter. :yes: