In Verzug

Sowas von in Verzug war ich ja lange nicht. Ich kam noch nicht einmal dazu, mich zeitnah für die Glückwünsche zu meinem Geburtstag zu bedanken – was ich hiermit nachholen möchte. Ich war ziemlich viel unterwegs und habe Mails, Blogeinträge und private Nachrichten meist nur auf dem Handy lesen können. Das Tippen auf dem Handy finde ich allerdings ziemlich mühselig, weshalb ich das immer wieder auf die lange Bank geschoben habe. Asche auf mein Haupt!

Was soll ich sagen? Seit gut fünf Wochen sind wir wieder zu Hause, die Fußball-WM ist längst vergessen … na ja, fast vergessen. Vor ein paar Tagen habe ich mir die Bilder noch einmal angeschaut und war wieder begeistert. Vergessen ist der Stress, um von einem Spielort zum nächsten zu kommen, zu organisieren und rechtzeitig die Eintrittskarten abzuholen. Vergessen auch meine langwierige Krankheit, mit deren Auswirkungen ich zu Hause wieder zu kämpfen hatte. Die Landung in Frankfurt hat mir einen gigantischen Druck auf den Ohren beschert, der erst nach 10 Tagen und mit Hilfe von Medikamenten behoben werden konnte. Nix hören ist doof und den Mitmenschen macht es auch keinen Spaß, wenn sie immerzu schreien müssen. Aber gut, auch das ist inzwischen Vergangenheit.

Ein paar Familien-Events (Geburtstage, Taufe) haben wir noch hinter uns gebracht und auch der Fußball hat uns wieder. Samstags drei Stunden im Stadion stehen und Frust und Freude rausbrüllen, das beruhigt die Nerven und stärkt die Rückenmuskulatur. Überhaupt ist Fußball im Stehen besser als im Sitzen … man ist irgendwie näher dran.

Derzeit betreibe ich eine Art Catering-Service (hört sich besser an als „Essen auf Rädern“) und fahre fast täglich zu meiner Mutter, um mit ihr zusammen zu Mittag zu essen. Abends gibt’s dann noch ein gemeinsames Essen mit meinem Mann. Was meine Waage dazu sagt, weiß ich nicht. Ich habe mich noch nicht getraut, sie danach zu fragen.

Ach ja, und die Katze unserer Nachbarn habe ich auch wieder zur Pflege. Der kleine dicke Kater kommt ja immer zu mir zum Abspecken. Nach einer guten Woche habe ich ihn immer so weit, dass er sich freiwillig bewegen will und Spielchen einfordert. Wenn Herrchen und Frauchen aus dem Urlaub zurück sind, beschränken sich seine Aktivitäten wieder aufs Fressen und Verdauen.

Außerdem wurde mir wieder einmal ein neuer Computer auf den Tisch gestellt. Wieder ein unbekanntes Wesen, das ich bisher nur in ganz wenigen Teilbereichen erforschen konnte. Immerhin gelingt es mir schon, Mails zu lesen, Briefe zu schreiben und meinen Kalender zu verwalten.

Der Garten liegt brach. In einer Hauruck-Aktion haben wir wenigstens mal das gröbste Unkraut beseitigt und Verblühtes abgeschnitten. Man kann einzelne Pflanzen jetzt wieder erkennen. Wenn Katerchen wieder aus dem Haus ist, werde ich mich dem Grünzeug widmen und mal schauen, ob man das kleine Gärtchen wieder vorzeigbar machen kann.

So, und jetzt wartet noch ein Körbchen Bügelwäsche auf mich und ein paar andere Dinge, die ich auch schon länger vor mir herschiebe.
Euch allen ein schönes Wochenende!

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Der Abschied

Jeder Urlaub geht einmal zu Ende und auch unsere Nachbarn mussten (braun gebrannt!) die Heimreise antreten.

Damit ihnen die Eingewöhnung in der Heimat nicht so schwer fällt, forderten sie gleich mal ihren Kater zurück! Gut gelaunt kam das Herrchen gestern Mittag rüber und glaubte allen Ernstes, dass Katerchen sich freuen würde, ihn wieder zu sehen. Denkste! :>>
Den üblichen Kater-Pfiff ignorierte er mehrmals; kam erst auf meinen Lockruf ins Wohnzimmer marschiert und guckte stur an Herrchen vorbei. Er kam zu mir, holte sich seine Streicheleinheiten ab und verschwand dann unterm Tisch.
‚Macht ihr mal‘, dachte ich mir und begann, die diversen Katzenutensilien im Haus zusammen zu tragen. Katerchen hatte sich inzwischen hinter der Couch versteckt. Herrchen versuchte es nun ebenfalls mit Lockrufen und hielt ihm einladend das Transportkörbchen entgegen. Der Kater zeigte ihm die Mittelkralle. 😛 Der Dompteur ging ein paar Schritte auf ihn zu und schupp, saß das störrische Katzenvieh wieder unter dem Tisch. Der Nachbar war sichtlich angepisst. ;D
Es half nix, ich musste ran und den Kater einfangen. Mit einem kläglichen „Mauuuu“, gefolgt von einem leichten Knurren, verabschiedete sich Katerchen von mir und ließ sich widerwillig in seinen Korb verfrachten.
Ich gehe mal davon aus, dass er sich inzwischen wieder zu Hause eingewöhnt hat. Ich habe ihm versprochen, dass er im August wieder kommen darf.

Um die plötzliche Leere im Haus zu kompensieren, habe ich mich anschließend mit Gartenarbeit beschäftigt. Die Terrassentür konnte offen bleiben und ich musste keine Angst haben, dass mir jemand entwischt. Das Wohnzimmer war danach gut gelüftet und im Garten sprießen jetzt ein paar bunte Frühlingsboten. Die Aktion hat sich rentiert.
Ebenfalls rentiert hat sich die darauf folgende Bügelarbeit. Das ist etwas, war mit Katze praktisch nicht zu bewerkstelligen ist. Ich kenne keine Katze, die es nicht liebt, sich auf die ordentlich zusammen gefaltete und noch warme Wäsche zu setzen. Katzenhaare auf frischer Kleidung muss man nicht mögen. Ich weiß gar nicht, wie ich das früher gemacht habe, als unsere eigene Katze noch lebte.

Heute ist noch Kuchen backen angesagt; uns steht ein Fußball-Wochenende bevor und ich habe versprochen, ein paar Kalorien mitzubringen. Ich freue mich auf das Wochenende, obwohl wir lange im Kleinbus sitzen und uns vermutlich wieder ein „ordentliches Päckchen“ auf dem Platz abholen werden. Trotzdem sind die Auswärtsfahrten immer sehr lustig und da wir diesmal vor Ort übernachten werden, ist die Anzahl der Mitfahrer auch überschaubar.

Euch allen ein schönes – hoffentlich sonniges – Wochenende!