Viva Colonia

Ganz ehrlich, bei Regen ist Köln auch keine Wucht! Man hat uns zwar weismachen wollen, dass das alles Kölnisch Wasser sei, aber nass wird man von dem Zeug halt auch. Der gemeinsame Trip mit meiner Mutter in ihre alte Heimat fiel zwar nicht gänzlich ins Wasser, wäre aber schöner gewesen, wenn wir trockenen Fußes über die Domplatte hätten spazieren können.

Was macht man in Köln, wenn es regnet? Ein Teil der Bustruppe ist schnurstracks in den Dom gerannt; da ist es zwar trocken, aber stockdunkel. Wir – den weltlichen Genüssen mehr zugetan als geistlicher Kost – sind zügig zur Gaffel-Brauerei. Ebenfalls trocken und erfreulich hell. Außerdem gab es ein gutes Mittagessen und das erste Kölsch ihres Lebens für meine Mutter. Es blieb auch nicht bei dem einen, schließlich gibt’s das ja nur in Reagenzgläschen und außerdem schüttete es draußen wie aus Kübeln.

Danach ein sehr kurzer Rundgang und aus lauter Verzweiflung in zwei Geschäfte rein. Immerhin sind jetzt schon mal ein paar kleine Präsente gekauft, die in absehbarer Zeit den Besitzer wechseln werden. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt des Busses haben wir unter dem großen Schirm einer Eisdiele verbracht und Leute geguckt. Das war übrigens auch sehr lustig: etliche geführte Stadtrundgänge wanderten an uns vorbei. Die Menschen klatschnass und mit gebeugten Köpfen, immer darauf bedacht, nicht auch noch in eine der riesigen Wasserlachen zu treten. Vorneweg eine Stadtführerin – leicht zu erkennen an dem hochgehaltenen Täfelchen mit der Nummer der Tour – in ordentlicher Regenkleidung und pausenlos quatschend. So richtig viel Spaß schien das jedenfalls auch nicht zu machen.

Wir waren froh, als wir um 15.00 Uhr wieder in den bequemen Bus klettern konnten. Nach einer guten Stunde Fahrtzeit gab es noch einen kurzen Aufenthalt am Laacher See. Das ist bei Starkregen der Bringer überhaupt! 🙄 Da gibt es nämlich nur die Klosterkirche, einen BierGARTEN und einen kleinen Bioladen. Kirche und Garten reizten uns nicht, also sind wir in den Laden und haben uns welkes Gemüse angeschaut. Nix gegen Bio, aber warum ich für schrumpelige Radieschen und schlappen Salat ein Heidengeld bezahlen soll, erschließt sich mir nicht.
Es gab noch schnell einen Kaffee im Stehen und danach eine Heimfahrt, bei der uns die Sonne frech ins Gesicht lachte. Manchmal ist einfach der Wurm drin!