Kontrollnummer 10

Kürzlich war ich mal wieder shoppen. Notgedrungen, ich mache das ja nicht gerne und wenn ich mich schon mal dazu aufraffe, dann natürlich mit Einkaufszettel auf dem genau steht, was besorgt werden muss. Wenn ich ohne Zettel losgehe, komme ich meist auch ohne etwas wieder nach Hause. Das elende Suchen und Anprobieren geht mir einfach auf den Geist und wenn das nicht schnell genug geht, fahre ich halt unverrichteter Dinge wieder heim.

Diesmal jedenfalls wurde ich fündig und schleppte meine Beute in die heimische Höhle. Ziemlich groggy und genervt fiel ich auf einen Stuhl und begann mit der Sichtung meiner Schätze. Tüten aufreißen, Etiketten abschneiden, Teile zusammenlegen oder für den ersten Waschgang sortieren.

Ist Euch schon mal aufgefallen, wie viele Etiketten inzwischen in selbst kleinsten Kleidungsstücken versteckt sind? Es ist zum verrückt werden!
Harmlos sind die zwei drei, die mit einer Plastikschlinge am eingenähten Kragenetikett befestigt sind. Ein kurzer Schnipp mit der Schere und fertig. Das war es aber noch lange nicht! Ganz sicher gibt es irgendwo noch ein Plastiktütchen mit Ersatzknöpfen, das es zu finden gilt. Diese Tütchen habe ich eine Zeit lang gehortet, mittlerweile schmeiße ich sie gleich weg – ich habe noch nie einen dieser Knöpfe benötigt.

Gerne habe ich auch die – meist riesengroßen – Etiketten an der Seitennaht. Vergisst man die abzuschneiden, steht einem einiges an Ungemach bevor. Die Dinger kratzen und knistern bei jeder Bewegung. Meist befindet sich an der gleichen Stelle auch noch das Sicherungsetikett mit der Aufschrift „vor dem Waschen entfernen“. Es passiert aber nix, wenn man das Entfernen vergisst; ich hab‘ schon jede Menge davon mitgewaschen.

Besonders haltbar sind sie runden Kontrollnummer-Schildchen, die auf der Innenseite von Unterwäsche aufgeklebt sind. Die überstehen auch locker die erste Wäsche um sich dann im ungünstigsten Moment von der Unterhose zu lösen und als neue Heimstatt den eigenen Hintern erobern. Tolle Sache, wenn der Arzt mit aufgezogener Spritze in der Hand einen Lachkrampf kriegt oder – noch besser – beim ersten intimen Date mit dem vermeintlich tollsten Kerl der Stadt! 😳 „Kontrollnummer 10“ macht auch den knackigsten Hintern zu einer Lachnummer und turnt nicht wirklich an.

Also Herrschaften, besser die Unterbuxe erst mal auf links drehen und alles entfernen, was da nicht hingehört! Vielleicht entschließen sich die Klamottenhersteller ja auch irgendwann einmal, die Zahl der Etiketten auf ein Mindestmaß zu beschränken. Ich würde es begrüßen!