Frühstück bei …

Wir brauchten neue Badezimmerschränkchen, um den ganzen Krimskrams unterzubringen, der sich auf wundersame Weise vermehrt und den kein Mensch wirklich braucht. Badeöl zum Beispiel. Unsere Badewanne steht nur blöd in der Gegend rum und wird nie benutzt. Haarlack (drei Dosen), mit dem man wunderschön die Kacheln und Ablageflächen einsauen kann und den ich wegen meiner Faulenzerfrisur sowieso nicht benutze. Egal, das Zeug ist da und vielleicht kann man es ja doch mal brauchen – wenn Besuch kommt, oder so. 🙄

Jedenfalls hab’ ich am Samstag meinen Göttergatten ins Elchgeschäft geschleppt und um ihm die ganze Sache schmackhaft zu machen, lockte ich mit einem leckeren Lachsfrühstück. Das Restaurant öffnet um 9.30 Uhr seine Pforte. Ich hätte wissen sollen, was dort abgeht! 8|

Als wir um 9.40 Uhr endlich im Fresstempel ankamen, war dort schon der Teufel los. Eine lange Schlange wand sich vorbei an Tabletts und Besteck, Krabbentoast und Lachsteller, Brötchenkörben und gekochten Eiern. Zwischendrin immer mal ein paar Ver(w)irrte, die in ihrer grenzenlosen Gier erst den Lachsteller gegrabscht und das Tablett vergessen hatten. Zu blöd aber auch, dass der Mensch nur mit zwei Händen ausgestattet ist.
Von hinten wurde geschoben und gedrängelt, nach vorne musste man sein eigenes Tellerchen verteidigen. Eher zufällig – auf der Suche nach Kaffeetassen – kamen wir an den Eiern vorbei und im Vorbeigeschobenwerden langte ich noch kurz in den Brötchenkorb. Von hinten schubste mir jemand (Vollprofi) seinen Wagen mit vier(!) vollgepackten Tabletts ins Kreuz, in der Kassenschlange quängelten Kleinkinder. Irgendwo gab es auch noch frisches Obst, aber die Massen waren gegen uns. 😦
Nachdem wir endlich die Kasse passiert hatten („Haben Sie eine Family-Card?“ – „Um Himmels willen, NEIN!!“) fanden wir uns in der Kaffee-Schlange wieder. Hier war es richtig spannend, weil von hinten die Ersttrinker anstanden und von links die Profis, die ihren Pott schon zum zweiten Mal füllen wollten. Irgendwann waren auch wir an der Reihe und durften mit dem vollen Tässchen durch die Gegend irren und uns irgendwo ein freies Plätzchen suchen. Das ist nicht einfach und um diese Zeit sollte man es tunlichst vermeiden, sich von seinem Stuhl zu erheben – der wird einem sonst unter dem Hintern weggezogen. :))
Ihr liebe’ Leut’, da ging was ab! Kinderwagen schiebende Mütter, tobende Kinder, Väter mit Rucksäcken auf dem Buckel, Opis und Omis am Ende ihrer Kräfte.

Der Rest unseres Einkaufsbummels (einschließlich Kassenschlange und Möbelmontage) war ein Klacks gegen den Kampf ums Frühstück. So schnell kriege ich meine bessere Hälfte nicht mehr in den Laden, so viel ist gewiss! Beim nächsten Mal muss ich mir eine andere Strategie ausdenken. ;D

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