Fensterkirmes

So langsam hat ja auch der letzte Weihnachtsmuffel erkannt, dass das Fest der Feste kurz vor der Tür steht und sich dem nachbarschaftlichen Dekorationswettbewerb unterworfen. In irgendeiner Kiste hat ja jeder was, das mehr oder weniger zu Weihnachten passt. Meistens passt es weniger.

Die große Fensterfront des Mietshauses, auf das ich von meiner Küche aus gucken kann muss, leuchtet und blinkt nun in allen Farben, sobald die Dämmerung hereinbricht. Man wird besoffen vom Hingucken! Sterne und Weihnachtsmänner, einfache Lichterketten und Lauf-Schriftzüge „Frohes Fest“, blinkende Rentierschlitten und, und, und. Der Hammer ist ein in verschiedenen Rottönen blinkendes Herz, das vermutlich aus dem Fundus eines Kontakthofes stammt. Das Ding ist so hell, dass man regelrecht geblendet wird. Las Vegas lässt grüßen.

Meine bescheidenen Leuchtsternchen am Fenster sehen dagegen richtig mickrig aus. Aus Scham lasse ich jetzt zeitig den Rollladen runter; dagegen kann (und will) ich nicht anstinken!

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Wochenende

So auf die Schnelle habe ich tatsächlich noch vor dem 1. Advent ein bisschen Weihnachtsdekoration hingekriegt: auf dem Tisch steht ein Kranz mit einer Stumpenkerze in der Mitte, in der Küche prangt ein Weihnachtsstern und am Wohnzimmerfenster geht eine Amaryllis ihrer Entfaltung entgegen. Das war es im Prinzip aber auch schon. Das Lichternetz für das Fenster haben wir nach einem kurzen Probelauf direkt in die Tonne gekloppt. Wenn von 30 Reihen kleiner Lichtchen nur vier funktionieren, macht es wenig Sinn, in neue Birnchen zu investieren. Eine funktionierende Mini-Lichterkette habe ich noch ans Küchenfenster drapiert und gut is‘. Am Weihnachts-Wettrüsten a lá Stenkelsfeld beteiligen wir uns diesmal halt nicht. Von der Lichterkette für den Außenbereich haben wir uns im letzten Jahr schon getrennt; ich fand das blau sowieso ätzend und meine bessere Hälfte war es leid, dauernd an den wackeligen Steckverbindungen rumzubasteln. Keine Ahnung, warum diese blöden Lichterketten so anfällig sind. Elf Monate im Jahr haben sie Pause und wenn sie dann mal gebraucht werden, sind die Mistdinger kaputt.

Was war noch? Ach ja, am Samstag wieder mal den ganzen Tag im Auto gesessen um ein grottenschlechtes Fußballspiel anzusehen, fünf Tore kassiert, zwei Glühwein getrunken und frustriert wieder nach Hause gefahren. Unterwegs nochmal ein Raststättenklo aufgesucht und festgestellt, dass die jetzt fürs Pinkeln 70 Cent aufrufen. 8| Zur Erinnerung: das ist rund eine Mark vierzig! Das muss man sich mal reintun! Demnächst wird also nur noch aufs Klo gegangen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Bei den Preisen muss sich der Gang zum stillen Örtchen wenigstens lohnen.

Ein richtig tolles Wochenende sieht anders aus … aber bald kommt ja wieder eins und das wird bestimmt besser. :-/

Mirabellenbrand

hatte ich heute Morgen zum Kaffee, umhüllt von zarter Schokolade. Hmmm!
Irgendwie muss man sich die Vorweihnachtszeit ja schmackhaft machen und der Adventskalender sagt mir außerdem noch an, wie viel Zeit mir noch für die Jahresabschlussarbeiten bleibt. Der Alkohol mildert den Schock etwas ab, dass schon wieder ein Türchen mehr offen ist.

Der Kalender und ein hastig gekaufter Kranz mit einer Stumpenkerze in der Mitte sind aber auch das einzige, was in unserer Wohnung auf Weihnachten hinweist. Für die Küche hatte ich mir einen kleinen Weihnachtsstern geleistet, der munter Blätter abwirft und nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Von den installierten drei Lichterketten vor dem Haus hat eine mit einem kräftigen Knall ihr Leben ausgehaucht. Dunkel wars und gestunken hats auch. Jedes Jahr dasselbe Theater mit diesen Lichterketten!

Der restliche Dekokram ruht noch ordentlich in Kisten verpackt auf dem Speicher und mich beschleicht das Gefühl, dort wird er auch bleiben. Lediglich die Kiste mit dem Christbaumschmuck wird ganz sicher noch gebraucht. Auf einen geschmückten Baum will ich keinesfalls verzichten. Ansonsten aber rennt die besinnliche Zeit einfach so an uns vorbei – x-mas light sozusagen.

Ich wünsche Euch einen schönen zweiten Advent.