Dumm gelaufen

Manchmal erlebt man ja schon lustige Dinge und eine fällt mir gerade wieder ein, die uns am Samstagabend Sonntagmorgen widerfahren ist.

Nach der Ballnacht wollten wir mit einem befreundeten Paar und dessen 22jähriger Tochter noch einen Absacker nehmen. Wo geht man hin, nachts um 3.00 Uhr? Klar, Hotelbars – zumindest die in den renommierten Hotels – sind die ganze Nacht geöffnet. Also nix wie hin. 😀

Viele schätzen die Anonymität einer Hotelbar. Man(n) kann sich da hemmungslos volllaufen lassen oder flirten und wenn man sich nicht ganz arg daneben benimmt, erinnert sich beim nächsten Besuch noch nicht einmal mehr der Barkeeper daran. B)

Wir saßen gerade nett an der Theke und hatten unsere Drinks vor uns stehen, als ein Herr mittleren Alters mit seiner wesentlich jüngeren Begleiterin erschien, die ganz offensichtlich weder seine Ehefrau, noch seine Tochter war. Sie setzten sich ebenfalls an die Theke und schwiegen sich an. Irgendwie schien es mit den beiden nicht so richtig zu klappen und als die Frau in Richtung Toilette verschwunden war, wand sich der Herr zügig an die neben ihm sitzende Tochter unserer Freunde. Diese Nacht wollte er noch nicht verloren geben und er fing an, hemmungslos zu baggern. 🙄
Sie ließ ihn gewähren, lächelte und plauderte sehr nett mit ihm.
Seine Stimme wurde zunehmend samtiger. Bei ihr hatte er einen richtig guten Lauf! Mann spürt so was.
Er gockelte, machte Komplimente und schielte ziemlich ungeniert in den tiefen Ausschnitt ihres Abendkleides. Wo sie denn jetzt so herkäme in diesem aufregenden Outfit, wollte er wissen und rückte gleich noch ein bisschen näher ran. 🙄 🙄
„Aus dem Kurhaus“, flötete sie. „Da war heute der Jubiläumsball der Oranienschule.“
„Ach“, gurrte er, „das war heute? Ja, wenn ich geahnt hätte, dass Sie da sind …!“ 🙄 🙄 🙄 Kurzes Schweigen.
„Meine Kinder waren nämlich auch auf dieser Schule“, erklärte er mit stolzgeschwellter Brust und starrte wieder auf ihren Busen.
„Ich weiߓ, erwiderte sie lächelnd. „Ich habe ihrer Tochter Nachhilfe gegeben, Herr M.“ :))

Selten habe ich einen Mann betretener gucken sehen – und der Abend hatte so vielversprechend für ihn angefangen! 😳

Ich könnt‘ ja mal …

von der Hochzeit berichten, an der wir vor knapp zwei Wochen teilgenommen haben. Familienfeiern sind eine Sache für sich und ich hab’ schon die tollsten Horrorgeschichten gehört, was sich da so alles zutragen kann.

Hochzeiten sind da anders und meisten gucken alle ganz glücklich. Zumindest dann, wenn es sich um eine Liebesheirat handelt und nicht irgendwelche wirtschaftlichen, kulturellen oder religiösen Aspekte gegen die Verbindung sprechen. In unserem Falle waren alle höchst zufrieden mit der Auswahl der Partner und einem netten Fest stand nichts im Wege. 😀

Die Trauung fand in einer wunderschönen alten (ich glaube, es ist sogar die älteste) Kirche in Hamburg statt. Eine sehr schöne Zeremonie und auch musikalisch ein Genuss. Sowohl der Bräutigam als auch der Mann unserer Nichte sind Musiker. Letzterer war für die Leitung verantwortlich und hat – zusammen mit den Kollegen – sein Bestes geben. Das war wirklich beeindruckend und zwar nicht nur für Leute wie mich, die nicht mal Noten lesen können!

Einziger Wermutstropfen während der Trauung war, dass es die Brauteltern nicht rechtzeitig geschafft haben, in die Kirche zu kommen. Auch sie hatten – wie eigentlich alle Familienmitglieder – eine längere Anreise und haben die Möglichkeit eines Staus wohl nicht in Betracht gezogen. Für die Braut tat mir das sehr leid, sie hätte ihre Erzeuger bestimmt gerne dabei gehabt. Mein Mitleid für die Eltern hält sich in Grenzen. Die sind selbst dran schuld.

Nach dem offiziellen Ja-Wort gab es lecker Sektchen, Kaffee und Kuchen und fröhliches Geschnatter im Gemeindesaal. Gegen Abend haben wir die Örtlichkeit gewechselt und sind zum Freilichtmuseum Kiekeberg, das über einen wunderschönen Festsaal verfügt, gefahren. Hier gab es ein tolles Buffet, diverse musikalische Aufführungen und einen kurzweiligen Powerpoint-Vortrag über das „Vorleben“ der Brautleute. Und natürlich Tanz, Hochzeitstorte sowie einen zünftigen Mitternachtssnack (köstliche frische Heringe und dazu wunderbar milden Korn – klasse!).

Mein Göttergatte hat alles darangesetzt, von den „Alten“ der letzte zu sein, der das Fest verlässt und da ich für die Nummer mit vorgesehen war :roll:, sind wir erst im Morgengrauen ins Bett gekommen. Damit allerdings haben wir auch locker viele der jungen Gäste ausgebremst. 😛 (Hihi, wir sind noch nicht ganz aus der Übung!)

Alles in allem ein rundum gelungenes Fest! Wenn die Ehe nur halb so gut wird, wie die Feier, sehe ich nur rosarote Wölkchen am Himmel.
Und was das allerbeste ist: wir haben noch eine Nichte und einen Neffen im heiratsfähigen Alter. :yes:

Veränderungen

Gesternabend waren wir seit langem wieder mal mit einem alten Freund und seiner Frau Essen. Wir kennen uns seit knapp 25 Jahren und waren sehr eng mit ihm und seiner früheren Frau befreundet, haben uns mehrmals in der Woche getroffen, haben die Urlaube gemeinsam verbracht, ihre Tochter war auch unsere Tochter. Wir hatten jede Menge Spaß miteinander und das hätte von mir aus auch ewig so weitergehen können. Dann jedoch begann es in der Ehe zu kriseln. Sie glaubte, noch etwas gut zu haben, weil er zu Beginn ihrer Ehe mal ein kurzes aushäusiges Techtelmechtel hatte und das wollte sie jetzt auch haben. Es kam noch eine Kur hinzu und das war es dann. Trennung nach 25 Jahren. 😦
Geblieben ist uns die Freundschaft zu ihm. Wir halfen ihm ein bisschen, sich in seinem neuen Leben zu Recht zu finden, gingen weiterhin jeden Sonntag miteinander Essen. Irgendwie war es aber nicht mehr das gleiche. Unsere Interessen trifteten auseinander. Er lernte eine neue Frau kennen, zog mit ihr zusammen und vor knapp drei Jahren haben sie geheiratet.
Locker befreundet sind wir immer noch, verbringen auch unsere Winterurlaube mit ihm (sie hat es nicht so mit dem Schifahren), aber wir sehen uns monatelang gar nicht und hören nur über Dritte, wie es den anderen so geht.

Nun erlebe ich ähnliches erneut. Bei Freunden, die wir noch länger kennen, die aber 250 km weit weg wohnen und der Kontakt schon wegen der Entfernung nicht so eng ist.
Ich habe die beiden immer für ein ziemlich perfektes Paar gehalten. Nun hat er eine „Bekannte“, mit der er die Wochenenden verbringt, sie wird gleich von zwei Herren hofiert. Wie das endet? Ich weiß es nicht, hoffe aber immer noch, dass sie sich wieder zusammen raufen. 😐
Unachtsamkeit – Lieblosigkeit – Frustration. Man muss schon sehr aufpassen, dass die Liebe nicht baden geht im Alltagstrott.
Ich habe immer das Bedürfnis, mich etwas näher an mein Ehegespons zu kuscheln, wenn ich sehe, dass andere voneinander abrücken.
Es gibt Veränderungen, die mag ich einfach nicht! :no:

Nachdenkliche Grüße und: nehmt Eure bessere Hälfte mal wieder in den Arm!