Der Weihnachtsmarkt

Vor ein paar Jahren nahmen sich Marketingstrategen dem wüsten Budenmix in der Fußgängerzone an und kreierten den Wiesbadener Sternschnuppenmarkt. Ordnungsgemäß auf dem Marktplatz gelegen und nicht wild in der ganzen Stadt verteilt, einheitliche, durchgestylte blaue Holzhäuschen mit unterschiedlichen Sternenmotiven am Giebel, beleuchtet von sehr schönen großen Straßenlaternen in Form von Lilien, die dem Stadtwappen entnommen sind. Sehr edel und trotzdem gemütlich. Laut einer Umfrage rangiert der Weihnachtsmarkt ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala der Hessen – was zu Folge hat, dass das Gedränge immer schlimmer wird.
Da wir es bisher nur ein einziges Mal dorthin geschafft hatten (und über den ersten Glühweinstand nicht hinausgekommen sind), haben wir uns gestern Abend noch einmal zu einem gemütlichen Bummel aufgemacht. Da wird nicht mehr so viel los sein, dachten wir uns … und haben uns gründlich geirrt!
Jetzt ist Krise und keiner will mitmachen!
Es war voller denn je, Menschen mit dicken Kaufhaus-Plastiktüten und solche, die an den Ständen schnell noch ein Schnäppchen ergattern wollten, andere die es – wie wir – in den vergangenen Wochen nicht geschafft hatten und natürlich die, die immer da sind.
Man musste nur Zugang zu dem Menschenstrom finden, der in die gewünschte Richtung zog, dann kam man auch vom Fleck. Im Gegenstrom haben wir sogar noch Leute getroffen, die wir ewig nicht mehr gesehen haben. Das ist lustig. Beide Ströme kommen kurz ins Stocken, wenn sich so ein kleines Grüppchen trifft. Ein paar Leute maulen, dann setzten sich die Karawanen wieder in Bewegung und umfließen das neue Hindernis.
Meine Jacke hat ein paar Glühweinspritzer abbekommen und ein dicker Zuckerwattefleck ziert den Ärmel. Es hätte schlimmer kommen können. Dafür können wir nun behaupten, dass wir dort waren. :yes:

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und geruhsame Feiertage!