Neugier, Dein Name sei Mann!

Es wird ja immer behauptet, dass Frauen neugierig seien. Das ist natürlich Käse!
Gestern Abend z.B. wurde mir bewiesen, dass auch Männer sich eines gewissen Interesses am Tun und Treiben ihres Nachbarn nicht erwehren können. Dass bei den bei uns stattfindenden Bauarbeiten die gesamte Nachbarschaft hinter den Gardinen liegen würde, war mir sowieso klar. Das ist halt mal so und auch mich interessiert ja, was andernorts so abgeht.
Den Vogel abgeschossen hat aber gestern unser direkter Nachbar (der Autoschinder). Zu ihm haben wir noch einen Holzgeflecht-Sichtschutz, der ihm gehört und dem er noch nie irgendeine Beachtung geschenkt hat. Von seiner Seite aus ist das Ding mit Efeu bewachsen; was davon zu üppig zu uns rüber wächst, schneide ich regelmäßig ab.
Abends dann – mein Mann und ich nahmen gerade schweigend eine Baustellenbegehung vor – lugte eben dieser Herr über den Holzzaun. Er hatte sich ein Leiterchen angestellt und war mit etwas Sandpapier bewaffnet, mit dem er zart über die Oberkante des Holzes strich. Es sollte wohl so aussehen, als wolle er dem Ding jetzt mit Lasur zu Leibe rücken – was ihm natürlich nicht gelingt, solange dort das Efeu wuchert.
Ich hätte mich beömmeln können! Vor allem der erschrockene Gesichtsausdruck, als er unserer ansichtig wurde, war sehenswert. :)) Wieso machen wir uns auch nicht bemerkbar, wenn wir auf unserer Terrasse stehen? Dumm gelaufen.

Ach ja, man erlebt schon was. Heute wurden meine Handwerker mit den letzten Abrissarbeiten fertig und haben sogar schon das Fundament für die neue Mauer betoniert. Gerade sind sie dabei, den Garten von Schutt und Unrat zu befreien. Gott sei Dank! Beim Blumen gießen heute Morgen kam ich mir schon vor, wie eine Bergziege.
Dem Lehrbubchen sind inzwischen Muckis gewachsen, jedenfalls schiebt er heute emsig die Schubkarre und ich hab‘ immer noch Angst, dass er mit dem Ding umfällt.
Wenn die Chaoten heute Abend weg sind, werde ich wenigstens dem groben Dreck mal mit dem Staubsauger zu Leibe rücken.
Euch allen ein schönes Wochenende!

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Die Weihnachtspute

Alljährlich sind wir bei unseren Nachbarn zum Putenessen eingeladen. Der Herr des Hauses kocht sehr gerne und gut und ich liebe es, mich an einen schön gedeckten Tisch zu setzen und zu genießen, ohne vorher stundenlang in der Küche gewirbelt zu haben.
Lecker war es – und wie immer viel zu viel! Unser lieber Nachbar neigt etwas zu Übertreibungen und muss immer noch einen draufsetzen. Wenn die letzte Pute 4 Kilo hatte, muss die nächste mindestens 5 Kilo wiegen – ohne Füllung, versteht sich! Dazu noch Rotkraut und Klöße, Vorspeise und Nachtisch.
Ich hab’ keine Ahnung, welches Gewicht das Federvieh gestern auf die Waage brachte. Man hätte eine ganze Fußballmannschaft damit satt bekommen. Zwei große Fleischplatten standen auf dem Tisch und als ich beim Abräumen half, sah ich, dass die halbe Pute noch gar nicht aufgeschnitten war! Und wir hatten noch nicht mal annähernd die Hälfte der Fleischberge auf den Platten verputzt. 8|

Den Nachtisch haben wir verweigert und stattdessen lieber einen zweiten Verdauungsschnaps getrunken. Geholfen hat das allerdings auch nicht. Diese Nacht haben wir nicht geschlafen, wir lagen im Fresskoma! 😳
Lieber Gott mach’, dass das Völlegefühl wieder weggeht!