Tägliche Rituale

Neben dem Putzen der Zähne und dem Öffnen des Adventskalendertürchens habe ich seit neuestem ein weiteres tägliches Ritual: Ich nehme die Anrufe der Mitarbeiter des magentafarbenen Telekommunikationsanbieters entgegen. 🙄
Die gehen mir vielleicht auf die Batterie …!

Da ich es ablehne, mich mit Anschlusswerten, Verbindungsgeschwindigkeiten und all so’m Quatsch zu beschäftigen, vertröste ich die Herren immer schnell und weise darauf hin, dass dafür mein Mann zuständig ist und der erst am späten Abend ins traute Heim zurück kehrt. Kürzlich störte uns dann tatsächlich nochmal einer beim Abendessen und wurde vom Göttergatten mit dem Auftrag belohnt, unseren Anschluss nun auf einen schnelleren umzustellen. Eine Frage war noch offen, weshalb der Mitarbeiter sich kundig machen und zehn Minuten später noch einmal anrufen wollte. Das war vor drei Tagen; auf den Anruf dieses Herrn warten wir noch.
Stattdessen riefen seine Kollegen täglich (!) mit dem gleichen Anliegen an. Dem ersten habe ich noch erklärt, dass wir auf einen Rückruf der Telekom warten … der wusste aber von nix und meinte, dass da wohl die linke Hand nicht wisse, was die rechte macht. Der hats gerafft! Ich sehe das genauso und habe beim nächsten Anruf einfach wieder mein übliches Sprüchlein aufgesagt.

Heute kam die schriftliche Auftragsbestätigung für die Änderung des Anschlusses – ohne versprochenen Rückruf.
Keine zwei Stunden später klingelte das Telefon. 🙄
Ohne Punkt und Komma erzählte mir der Mitarbeiter, dass wir ja den Tarif xyz hätten mit der und der Leistung blablabla … dass sie nun erhebliche Leitungsprobleme festgestellt hätten und wir die versprochene Leistung gar nicht bekämen (Hallo??? Für was bezahlen wir denn?) … und nun würden sie uns einen viel besseren Anschluss anbieten zum selben Preis … völlig problemlos … ohne zusätzlichen Aufwand … blablabla.
Als er ganz kurz nach Luft schnappte, ergriff ich meine Chance und verwies ihn auf die Auftragsbestätigung – und bat darum, uns nun endlich aus dieser nervigen Anruferliste rauszunehmen.

Mit Magenschmerzen denke ich an die letzte Umstellung, die uns auch wärmstens ans Herz gelegt wurde, weil dann alles viel besser und schneller gehe. Der Erfolg war, dass wir eine Woche völlig von der Außenwelt abgeschnitten waren und Klimmzüge machen mussten, um hier wenigstens wieder arbeiten zu können. Ich freue mich schon auf das kommende Chaos, denn geändert hat sich bei denen wohl nichts.

Was ist das eigentlich für ein Saftladen?