Weiter geht’s …

mit der Basketballmeisterschaft

Ich hasse Sport im Fernsehen, das schon mal vorneweg. Ein Mensch in meinem Umfeld guckt alles, was die Flimmerkiste an sportlichen Veranstaltungen überträgt … und das ist eine ganze Menge. Tagsüber Leichtathletik, abends Basketball und dazwischen noch ein bisschen Formel irgendwas. Fußball gibts auch, aber das stört mich inzwischen nicht mehr, da gucke ich mit. Richtig auf den Zeiger geht mir derzeit aber diese bescheuerte Basketballmeisterschaft, die ich zwangsläufig akustisch mitkriege, während ich mit dem Notebook auf dem Schoß versuche, dem Leben irgendwas Interessantes abzugewinnen.

Ich hab‘ ja nix gegen Basketball an sich, aber die beiden Moderatoren dieser Veranstaltung machen mich völlig bekloppt! Diese zwei Experten sind so was von negativ und hektisch – das hält man im Kopp nicht aus. Mit ihren pessimistischen Äußerungen spielen sie sich gegenseitig die Bälle zu und es gelingt mir nicht, diese Ergüsse auszublenden. Ich krieg‘ Ohrenkrebs, wenn ich denen zuhöre!

„Oh, oh, oh … das ist kein guter Einstand für die deutsche Mannschaft!“
„Ja, so kann man ein Spiel nicht für sich entscheiden … da muss noch was passieren!“
„Na ja, bisher wurde noch kein Spiel in den ersten drei Minuten entschieden.“ (Der eine versucht mal, ein bisschen zu beschwichtigen.)

„Bisher kontrolliert der Gegner das Spiel!“
„Wann gelingt es Nowitzki, in das Spiel reinzukommen?!“ (Es sind erst ein paar Minuten gespielt!)
„Ja, von dem wissen wir ja, dass er es kann … dass er ein Spiel drehen kann … solche Würfe haben wir ja schon von ihm gesehen!“

„Ja … aber nein … schade, das wäre es gewesen.“
„Oh je, oh je, oh je … die Mannschaft muss sich jetzt zusammenreißen. Schon wieder neun turn over (was immer das ist)!“
„Eijeijeijeijei! Aber gut gespielt vom Gegner, man muss ja fair sein.
Das ist alles andere, als die große Nowitzki-Show hier.“
„Aber ich glaube schon, dass der sich hier noch einbringen kann … ich hoffe es!“ (Ich hoffe, dass die Leitung zusammenbricht und ich diesen Mist nicht mehr hören muss!)

Nowitzki trifft.

„Ja, ja … jetzt ist er da, jetzt ist er im Spiel!“

Haman trifft. Es steht inzwischen 38 : 26 für den Gegner.

Die beiden schnappen gleich über! Es hört sich an, als seien wir soeben Welt- oder sonst irgendein Meister geworden.
„Das ist es, jetzt ist die deutsche Mannschaft aufgewacht, sie sind da!“

Der gegnerische Trainer faltet seine Mannschaft zusammen, der ist stinkesauer. Übrigens hasse ich diese bescheuerten Auszeiten; da lobe ich mir den Fußball – zweimal 45 Minuten und anschließend noch mal ein paar Minuten drauf und fertig. Bei dem blöden Basketball weiß man nie, wie lange so ein Drittel eigentlich dauert.

Jetzt kommt Werbung und anschließend ein nichtssagendes Interview (zwei Sätze) mit einem Spieler im verschwitzten Shirt. Der hat keinen Bock, will seine Ruhe und in die Kabine.

Zwei Herren im Anzug überbrücken die Spielpause. Meine Ohren erholen sich ein wenig. Die sind cool und ruhig und reden in ganzen Sätzen.

Die ersten Spieler sind schon wieder auf dem Platz. Noch ‘ne kurze Werbepause: Küchengeräte, Sparkasse, Auto, irgendein Wettportal, Bank, Poker, In-Getränk, Auto, Traubenzucker, Kino. Weiter geht’s mit Basketball.

Schon die ersten drei Sätze der meiner beiden Freunde treiben mich in die Küche. Ich richte jetzt noch einen kleinen Nachtisch und verabschiede mich danach ins Bett. Mir geht das einfach auf den Geist und es ist mir auch grad‘ egal, ob wir das Spiel gewinnen oder verlieren. Die beiden Nervensägen verleiden es mir wirklich. Vielleicht gibt’s ja irgendwo noch ein bisschen Rosamunde Pilcher oder was ähnlich seichtes, bei dem man einfach so einschlafen kann, ohne etwas versäumt zu haben.

Gute Nacht Deutschland!