Hot, hot, heiß

Wochenende und faul sein ist gerade nicht angesagt. Die Wochenenden sind bis in den Juli hinein restlos verplant, wie wir gestern gerade entsetzt feststellen durften. 8|
Vergangenen Samstag/Sonntag waren wir in Augsburg zum letzten Auswärtsspiel unserer Absteiger-Mannschaft. Die eingeschworene Fangemeinde hatte beschlossen, daraus eine Fahrt mit Übernachtung zu machen und ein Freiwilliger hat kleines Rahmenprogramm zusammen gestellt.
Als die Mannschaften ins voll besetzte Stadion einzogen, erschallte „Time To Say Good Bye“. Passte irgendwie, auch wenn das nicht auf uns gemünzt war, sondern auf das Rosenaustadion, das nach dieser Partie abgerissen wird. Unsere Jungs haben sich wacker geschlagen und erst in der 93. (!) Minute das Gegentor kassiert.
Wieder einmal fast gewonnen. 🙄
Allerdings habe ich vom Spiel nicht allzu viel mitbekommen. Die Sonne brannte und es war so unerträglich heiß, dass ich in der zweiten Halbzeit meist in dem winzigen bisschen Schatten zu finden war – oder am Getränkestand. Reihenweise sind die Zuschauer ohnmächtig geworden. Das Rote Kreuz, Feuerwehr und die Ordner waren nur am Rennen und haben die Leute rausgetragen oder vor Ort versorgt. (Wohlgemerkt, ohne dass von den Kollabierten jemand Alkohol getrunken hatte. Es lag wirklich nur an der Hitze und dem Stehen in der prallen Sonne.)
Gegen Ende des Spiels gab es eine Durchsage, dass an den Aufgängen kostenlos Wasser verteilt würde und die Leute doch bitte regen Gebrauch davon machen sollten.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben so viel Wasser und verdünnten Tee getrunken zu haben, wie an diesem Tag. Kamelmäßige Druckbetankung.
Eines unserer Mitglieder wurde sogar ins Krankenhaus gebracht, wir durften ihn aber später wieder abholen und mit nach Hause nehmen.

Nach dem Spiel kamen noch viele Augsburger Fans zu uns und zollten unserer Mannschaft Respekt. Sie hatten auch nach ihrer Meinung viel besser gespielt, als ihre eigenen Jungs. Bei den Temperaturen war das eine echte Leistung.
Aber was soll’s … ist ja nur Fußball.

Am kommenden Wochenende haben wir Kontrastprogramm: Geburtstag und Hochzeit. Familie satt. Feiern bis der Arzt kommt. Statt Fan-Schal und Jeans jetzt also feiner Zwirn und Stöckelschuhe. Frau ist ja flexibel. Was ich anziehen werde, weiß ich immer noch nicht. Der Fummel vom letzten Mal passt zwar noch, ist aber nicht wirklich Buffet tauglich. Mist! 😳
Egal, irgendwie werde ich mich ein bisschen aufbrezeln. Aus den Haaren ist das Grau der späten Jugend schon verschwunden und gleich lasse ich mir noch ein paar nette Nägel verpassen. Dann sehen wir weiter.
Wenn ich mich im Moment etwas rar mache, wisst Ihr jetzt wenigstens, woran es liegt.
Ich bin im Feierstress! :wave:

Sisi meets Queen Mum

Immer dasselbe: ein Fest steht vor der Tür und im Kleiderschrank gucken Dich nur leere Bügel an. :-/

Caipirella hat heute ihren ganzen Mumm zusammen genommen und ist in die Stadt gefahren! Irgendwo wird ja ein halbwegs festlicher Fummel zu kriegen sein. Möglichst so, dass frau ihn auch andernorts nochmal auftragen kann.

Als erstes in die Kaufhäuser.
Man hat die Wahl zwischen schwarz und schwarz. Obenrum ziemlich frei und untenrum haufenweise Stoff, ziemlich Sisi-mäßig. Nee, sowas wollte ich nicht.
Neben den Fähnchen fürs junge Gemüse gab es noch einen Ständer mit den Sachen 60 + (ich meine das Alter, nicht die Größe). Ziemlich hausbacken und gerne auch in lila. Statt Sisi eher Queen Mum. Dafür fühle ich mich noch zu jung.

In einem Laden entdeckte ich dann etwas, was in etwa meinen Vorstellungen entsprochen hätte. Na bitte, geht doch!
Das Ding geschnappt und ab damit in die Umkleidekabine.

Da war es wieder … das Grauen! 8|

Du bildest Dir ein, eine völlig normale Figur zu haben. Rundum ein bisschen mehr als früher, aber alles gut verteilt und durchaus zueinander passend. Dann stellst Du fest, dass die Beine mindestens 15 cm zu kurz sind. Was da an Stoff zu viel ist, fehlt an den Armen. Wer soll das bitteschön anziehen?

Nächster Versuch. Offensichtlich bin ich in der Hüfte zu schmal und in der Taille zu dick. (Ok, meine Taille finde ich auch nur, wenn ich mich naggisch mache und den Bauchnabel sehe. Da in etwa sollte sie sein.) Der Fummel war für eine voluminöse Barbie geschneidert. Wespentaille und ausladende Hüften. Keine Frau hat eine solche Figur und auch ich bin in der Mitte eher gerade.

In meiner Not war ich sogar bei Chic & Anmut. Da kauft Lieschen Müller ja auch und die hat eine Durchschnittsfigur. Das Sortiment war ähnlich und die Probleme auch; nur viel billiger.

Dann bin ich in unsere neue „Einkaufswelt in der City“, so ne Art Erlebnis-Mall im Kleinformat. Haufenweise Geschäfte, die meisten davon so winzig, dass man das Sortiment schon von Außen begutachten kann. Nix wie weg hier!

Mittlerweile brannten die Füße und die Nase hatte ich gestrichen voll. Auf dem Rückweg zum Auto entdeckte ich noch ein paar neue Läden. Hab‘ ich schon erwähnt, dass ich Einkaufstouren hasse und nur zum Weinfest oder Weihnachtsmarkt freiwillig in die Stadt fahre? Die sieht jedesmal anders aus, wenn ich dort bin. :)) Inzwischen gibt es nur noch Handyläden, 1-Euro-Shops und Boutiquen, in denen man schon im zarten Alter von 25 komisch angeguckt wird. Und Läden, die so dunkel sind, dass man sich gar nicht erst rein traut, gibt es auch noch. Keine Ahnung, was die verkaufen.

Um nicht ganz mit leeren Händen nach Hause zu kommen, hab‘ ich mir noch ein Fischbrötchen geleistet, ein Vermögen fürs Parken bezahlt und mich auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause gemacht.
Einen Versuch in der benachbarten Landeshauptstadt mache ich noch und wenn die auch nix für mich haben, muss der Fetzen vom letzten Mal wieder herhalten. *Seufz*