Im nächsten Leben

Der Vorstoß der SPD, den Bürgern Warengutscheine auszuhändigen, um die Konjunktur anzukurbeln, ist auf wenig Gegenliebe gestoßen. ‚Schade’, denken einige – ‚hätte mir vor Weihnachten gut ins Programm gepasst’. Vor dem Fest wäre das aber sowieso nichts mehr geworden und das Weihnachtsgeschäft läuft ja auch wie geschmiert. Der Handel hat bisher nichts zu meckern.

Jetzt hat das BVerfG seine Entscheidung zur Pendlerpauschale getroffen und nun gibt’s doch noch Geld vom Staat. Zumindest für die, die Arbeit haben und einen entsprechenden Weg zurücklegen müssen.

Wirklich bemerkenswert finde ich die Art und Weise, wie die Politiker eine Niederlage – und nichts anderes ist die Entscheidung des Gerichts – positiv verkaufen können. Plötzlich sind alle begeistert davon, dass den Bürgern Geld in die Hand gegeben wird, mit dem sie nun die Wirtschaft in Schwung bringen werden. (Nebenbei: wenn sie den Bürgern das Geld nicht vorher aus der Tasche gezogen hätten, wäre es schon längst wieder im Umlauf.) Kein Bedauern hört man darüber, dass ein paar Milliarden im Staatssäckel fehlen werden. Nur frohe Gesichter.
In meinem nächsten Leben werde ich Politiker; DAS möchte ich auch mal können!

Ich glaube nicht, dass die deutschen Sparbrötchen mit dem Finanzamtsscheck sofort in die Geschäfte rennen werden und wenn in ein paar Monaten die Wirtschaft nicht floriert, sind die Bürger wieder Schuld an der Misere. Wollen wir wetten?