Jetzt gehts looos!!!

Unser Brasilianisches Fußball-Abenteuer kann beginnen; die Reisetasche ist gepackt und die nötigen Fan-Utensilien sowieso:

WM 2014

Am Montag werden wir in Salvador sein, am Samstag in Fortaleza, nächste Woche in Recife und dann schauen wir mal, wie es weitergeht.

Allen Fußball-Interessierten wünsche ich eine schöne WM-Zeit und unserer Mannschaft gute und erfolgreiche Spiele. Und falls sie doch vorzeitig rausfliegen sollten … na gut, dann drücken wir halt den Brasilianern die Daumen! 😉 Das erste brasilianische Public Viewing haben wir gestern schon erleben dürfen und hatten viel Spaß dabei.

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Abseits der WM

Beckenbauer glänzt – zumindest bei den gängigen Sendern – durch Abwesenheit. Welch eine Wohltat! Matze Knoop als Kaiser ist ein amüsanter Ersatz.

Neu bei den öffentlich-rechtlichen ist der Touchscreen, mit dessen Hilfe der Moderator kleine Bildchen in große, bewegte Bilder verwandeln kann. Beckmann macht das mit ganz großer Geste, schwungvoll und ausladend. Blöd nur, dass er dabei dem Zuschauer den Rücken zukehren muss und aussieht, wie ein verhinderter Dirigent. Delling macht’s mit Links; ganz unprätentiös, aber mit demselben Ergebnis. Geht doch!

An das Gespann Delling/Netzer habe ich mich inzwischen gewöhnt.

Olli Kahn entwickelt sich zu einem Netten. Liegt vielleicht an der Dame, die ihm zur Seite gestellt wurde. Die allerdings kam wegen eines dummen Spruchs (der mit dem Reichsparteitag) kurzzeitig in Verruf. Inzwischen sind die Wogen geglättet.

Am besten gefällt mir das RTL-Gespann Jauch/Klopp. Kloppo kann super erklären und selbst ein Fußball-Greenhorn kapiert, was ein Abseits ist. Der hats einfach drauf!

Richtig klasse finde ich die vielen Berichte, die es über Südafrika gibt. Wir haben vor vielen Jahren einen wundervollen Urlaub dort verbracht und waren total begeistert von diesem Land im Umbruch, der Pflanzen- und Tierwelt und den atemberaubenden Landschaften. Traumhaft – kann ich nur wärmstens empfehlen!

Public viewing macht mehr Spaß, als alleine vorm Fernseher zu sitzen. Bei uns findet das Rudelgucken im Stadion statt und wegen der großen Hitze ist es ausnahmsweise erlaubt, Wasserflaschen mit ins Stadion zu nehmen. Das Catering war dem Ansturm in der Halbzeitpause einfach nicht gewachsen.

Schweizer Käse

An Pfingsten wars, als sich unsere alte Markise mit einem hässlichen Geräusch von uns verabschiedete. Wir saßen gemütlich im Garten und schlabberten Eis. Es war warm, die Sonne lachte und ein laues Lüftchen strich uns durchs Haar. Sehr angenehm für uns. Die Markise mochte das mit dem Wind eher weniger. Der 28 Jahre alte Stoff war wohl schon ziemlich morsch. „Ritsch“ machte es und schon war er an der Kederleiste auf 50 cm eingerissen. 88| Schei… !

Aber wir sind alte Camper und wussten uns zu helfen. Mittels eines langen Schnürsenkels, einer aus einem halben Druckknopf gebastelten Öse, etwas Klebstoff und Gummi zur Stabilisierung konnten wir das Problem vorübergehend beheben. Im nächsten Jahr wollten wir ja sowieso eine neue Markise anschaffen, nun musste diese Ausgabe halt vorgezogen werden. So richtig ins Programm passen solche Ereignisse ja eh nie.

Also sind wir losgezogen und haben uns mit den neumodischen Schattenspendern befasst und im zweiten Anlauf auch eine Firma gefunden, die halbwegs vernünftige Preise hatte. *schluck*
Das neue Design für die Bespannung war schnell ausgesucht und das neue Maß war sowieso klar. Also haben wir bestellt und tapfer drei Wochen auf die Lieferung gewartet. Unsere Reparaturarbeit war dauerhaft und hätte vermutlich auch noch den ganzen Sommer gehalten, aber das weiß man ja vorher nie so genau.

Heute jedenfalls wird die Neue installiert. Seit acht Uhr sind drei Männer damit beschäftigt, Löcher in unsere Hauswand zu bohren, die inzwischen einem Schweizer Käse nicht unähnlich ist. Zauberhafte Geräusche! Meine größte Sorge, dass wir die Markisen gar nicht durchs Haus kriegen – ist bei uns nach einigen Umbaumaßnahmen ein bisschen diffizil – hat sich gottlob nicht bewahrheitet. Es war zwar etwas heikel, aber die Männer haben es geschafft. Andernfalls hätten wir auch ein echtes Problem gehabt. Puh!

Jedenfalls sehe ich jetzt gespannt der Fertigstellung entgegen (die Nachbarn übrigens auch – so viele Leute sieht man sonst nie an den Fenstern). Noch sind nicht alle Löcher in der Hauswand. Wenn ich mir die Länge der Bohrer angucke, wird mir angst und bange; so dick sind unsere Wände gar nicht und ich wusste auch nicht, dass es sooo lange Schrauben gibt. Naja, vielleicht kann man von Innen noch einen Schrank dranhängen.

Jedenfalls staubt es wie verrückt und wenn die Mannschaft vom Hof ist, muss ich erst Mal Besen und Schrubber schwingen. Danach werde ich ein paar Steaks kaufen … mir ist, als müssten wir heute mal wieder grillen. Danach gibt’s public viewing in Caipis Wohnzimmer. 😀

Chaos

Das mit der Grillparty gestern hat ja gut geklappt! >:-[ Drei oder vier dicke Gewitter sind über uns hinweg gezogen. Der Göttergatte ist immer zwischen aktueller Wetterkarte auf dem PC und der Terrassentür hin und hergewetzt. Einige Schauer waren noch im Anmarsch, aber mit ein bisschen Glück könnten die ja auch auf der anderen Rheinseite niedergehen. Also hat er mal schnell das Wasser auf der Terrasse in das angrenzende Beet geschoben und gehofft, dass der Boden noch ein bisschen abtrocknet, bis die Gäste kommen. Sah auch eine Weile ganz gut aus. Dann kam der nächste Schutt und ich hab’ spontan beschlossen „wir essen drin“.
Also Essecke umbauen, Stühle ranschleppen, Tisch decken. Caipis vorbereiten, Fleisch würzen, Salat putzen, Grill vorbereiten. Die ersten Gäste treffen ein. Grill anzünden. Schnell war die schönste Glut da, aber es fehlten die weiteren Gäste. Telefonieren „wo bleibt ihr?“. Ok, sind im Anmarsch. Noch mal Kohle nachlegen. Dann der nächste Regenguss. Chef muss trotzdem raus und das Fleisch wenden. 😐

Ich hatte EM-Brötchen gebacken (in schwarz-rot-goldenen Muffinförmchen), die lustig aussahen und gut ankamen. Leider ließen sie sich nicht richtig aus den Förmchen nehmen, aber das war dann auch egal. Die Steaks konnten bei zartem Nieselregen vom Grill genommen und verspeist werden. Danach kurze Pause und schon mal in die EM-Vorberichterstattung geschaut. In der Zwischenzeit garten die Würstchen. Erfreulicherweise tröpfelte es jetzt nur noch und der Grillmeister musste nicht mit dem Schirm raus. Mit dem Verspeisen des Würstchengangs mussten wir uns schon etwas beeilen. Während die Nationalhymnen erklangen, räumte ich schnell den Tisch ab. Pünktlich zum Anpfiff saßen wir alle vor dem Fernseher und litten still vor uns hin. 😦

In der Halbzeit gab es noch einen schwarz-rot-goldenen Nachtisch (die Hoffnung stirbt zuletzt), dann ging es weiter. Die teilweisen Ausfälle des Fernsehbildes waren eigentlich nur noch das i-Tüpfelchen auf dem ganzen Chaos. Blankes Entsetzen auf den Gesichtern. Chefe malträtierte beidhändig alle verfügbaren Fernbedienungen in der Hoffnung, vielleicht auf einem anderen Sender ein Fernsehbild zu empfangen. Ich stieß wie wild Nadeln in unser Voodoo-Püppchen, die Gäste rutschten unruhig auf ihrem Sitz hin und her. Dann hatten wir wieder ein Bild, aber der Ton passte nicht richtig dazu. Egal, auf den Ton kann man auch verzichten. :-/

Dann endlich das erlösende letzte Tor. Zeitgleich mit dem Abpfiff fiel mir ein Stein vom Herzen. Alles hatte doch noch irgendwie geklappt – trotz widriger Umstände! :>>

PS: Am Sonntag probieren wir das noch mal mit der Grillparty und anschließendem Public Viewing im Wohnzimmer. Mal sehen, ob das dann besser klappt. Wär’ doch gelacht!