Ich hätt‘ da gern emol ein Problem …

dachte sich der Ramsauer und räkelte sich in seinem Chefsessel … und zwar eins, das sich lösen lässt! Nein, mit dem Winterdesaster der Bahn will er sich nicht befassen. Mit dem Sommerdesaster auch nicht. Das soll mal hübsch der Grube machen! Wenn die Bahn seinem Vorgänger nicht das viele Geld in den Rachen geworfen hätte, wäre jetzt noch welches da um Klimaanlagen zu reparieren oder Weichen zu beheizen.

Investitionen in den Straßenbau? ‚I wo – läuft doch alles bestens‘, denkt er und freut sich über die Mautgebühren der Brummis, obwohl die gerade gar nicht alle Autobahnen benutzen dürfen. Was kann er dafür, wenn es schneit?

Festsitzende Weihnachtstouristen auf den Flughäfen? Fehlanzeige. Die sitzen doch warm und trocken, was wollen die denn mehr? Seit dem Ascheregen gibt’s ja genügend Feldbetten und überhaupt … für Entschädigungen ist er sowieso nicht zuständig.

Sein Blick wanderte gelangweilt über den ausladenden Schreibtisch. „Pling. Sie haben Mail“, teilte ihm sein Laptop mit. ‚Einladung zum Inhouse Meeting‘, las er und ärgerte sich erneut darüber, dass immer mehr englische Worte die deutsche Sprache verhunzen. Wo doch Politiker im Englischen gar nicht so sattelfest sind, wie man spätestens seit Oettinger weiß.

Während der Ramsauer sich so am Ärgern war, gebar er eine Idee: Er würde den Anglizismen den Kampf ansagen. Damit kann man Eindruck schinden, jawoll! Zumindest in seinem Ministerium sollen sich die Mitarbeiter wieder daran erinnern, dass sie im Land der Dichter und Denker leben und gefälligst deutsch reden, auf das es jeder verstehe! Obwohl … der Stoiber stammelte ja deutsch und keiner hat‘s verstanden – aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls sind die Mitarbeiter des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung nun damit befasst, die rund 100 Anglizismen, die dem Ramsauer so eingefallen sind, wieder ins Deutsche zu übersetzen. Der Gigaliner wird zum Lang-Lkw, der Beamer zum Datenprojektor und die E-Mail zur schlichten Nachricht. Halleluja, das sind Probleme!

Bevor ich anfange, mich darüber so richtig aufzuregen, mache ich den Deckel von meinem Klapprechner zu und wünsche Euch allen einen guten Rutsch!
Auf dass unsere Politiker auch im neuen Jahr den Kabarettisten genügend Steilvorlagen bieten. Prost!

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