Begegnungen

Was hier so am Wegesrand wächst:

Kaffee

Ananas

Mango

Wer einem so alles begegnet:

Kuehe

Maradona
Blöd, wenn nach einem kurzen Stop auf sehr einsamer Landstraße das Auto nicht mehr anspringen will; gut, wenn Maradona zufällig vorbei kommt und hilft!

Wie man wohnen kann (aber nicht muss!):

DDR_Charme
Hotel in bester Lage und der Versuch, im laufenden Betrieb den DDR-Charme los zu werden und umzubauen. Hier möchte ich nicht wohnen!

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Eiszeit

Dresden ist eine wirklich schöne Stadt, aber leider schweinekalt. Zumindest am letzten Wochenende. Es war eine richtig gute Entscheidung, meine Winterjacke mitzunehmen und noch besser war, dass sich in deren Taschen meine Handschuhe wiederfanden. Gelobt sei meine Unordnung! 😀

Die Bahnhofsgegend (Radebeul-Ost) ist nicht sonderlich einladend. Als erstes fiel unser Blick auf ein ziemlich marodes Haus: DDR-grauer Putz, eingeschlagene Fensterscheiben. Auweja, wo sind wir denn hier gelandet? Auch der Bürgersteig – soweit vorhanden – war eine Herausforderung für unsere Kofferrollen. Abwechselnd Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster und Splitt. Das Kopfsteinpflaster setzte sich bis zum Hotel fort, war aber jetzt noch mit nassem Laub bedeckt. Es war ein ziemliches Gezerre, bis wir mit unserem Gepäck am Ziel ankamen, obwohl der Weg gar nicht so lang war.
Wir bekamen ein sehr schönes großes Zimmer mit Balkon und eingerichteter Küche, packten unsere Habseligkeiten aus und gingen erstmal auf Erkundungstour. Um uns herum war tote Hose: reine Wohngegend. Zum Teil sehr schön renovierte alte Häuser und Villen, eine Tankstelle, ein griechisches Restaurant, ein Supermarkt und ganze zwei Kneipen. :-/
Eine davon erklärten wir spontan zu unserer Stammkneipe und bestellten R*deberger.
Im Supermarkt gegenüber kauften wir noch Wasser, was zum Knabbern und eine Pulle R*tkäppchen-Sekt – wenn schon Ostalgie, dann richtig. Wir machten unseren Schlachtplan für den nächsten Tag und gingen sehr früh ins Bett.
Ebenso früh sind wir auch wieder aufgestanden und fühlten uns um 20 Jahre gealtert. Uns tat alles weh! Jede Isomatte bietet mehr Komfort, als dieses Bett. Geschlafen hatten wir kaum. So eine Pritsche in einem Vier-Sterne-Hotel – und darauf noch zwei weitere Nächte? Na bravo. 😦 Eine heiße Dusche und das Frühstück machten uns wieder einigermaßen fit und nun konnten wir Dresden erobern.

Mit der Straßenbahn fuhren wir bis zum Theaterplatz. Von dort aus sind die bekannten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß zu erreichen. Wir verschafften uns einen groben Überblick und enterten als erstes die Frauenkirche. Ich hatte sie mir erheblich größer vorgestellt und war eigentlich ein bisschen enttäuscht. Sie überragt kaum die umliegenden Häuser und fiel inmitten einer Baustelle praktisch gar nicht auf. Im Inneren allerdings ist sie wunderschön und absolut sehenswert, selbst wenn man es nicht so mit Kirchen hat.

Als nächstes stand die Semperoper an. Hier begann gerade eine Führung, der wir uns gerne angeschlossen haben – schon deshalb, weil es draußen so kalt war. Ein sehr beeindruckendes Gebäude. Dass wir keine Karten für eine Vorstellung bekommen hatten, schmerzte uns nicht sonderlich: Die Meistersinger standen auf dem Spielplan und dafür muss man schon ziemlich gut gelaunt sein, jedenfalls wenn man kein ausgesprochener Wagner-Fan ist.

Danach noch ein Rundgang durch den Innenhof des Zwingers, ein kurzer Blick in die Porzellanausstellung, später ein langer auf das über 100 m lange Wandmosaik aus Meißner Porzellankacheln, Spaziergang zur Brühlschen Terrasse, Besuch der öffentlichen Bedürfnisanstalt. Hier ein Museum, da eine Statue, dort eine Kirche. Man wird fast erschlagen von so viel Kultur auf einem Haufen. Irgendwann waren wir am Ende unserer Kräfte und haben uns in ein winziges Café geflüchtet und an Dresdner Eierschecke und Kaffee gelabt. :yes:

Danach haben wir uns nur noch langsam treiben lassen, ein paar Schaufenster geguckt und geschwind noch ein wärmendes Pulloverchen erstanden. Die Füße brannten wie die Hölle, der Rücken schmerzte. Ich hatte mir unterwegs noch einen Bildband über Dresden gekauft und schleppte den mit mir rum. Kultur wiegt schwer. Nun fing es auch noch an zu regnen und wir beschlossen, mit der nächsten Straßenbahn zurück ins Hotel zu fahren. Ziemlich erschöpft fielen wir dort auf die Couch und jammerten ein Stündchen vor uns hin.

Der Hunger trieb uns wieder auf das Kopfsteinpflaster und in die Straßenbahn. In Radebeul-West gibt es eine Geschäfts- und Einkaufsstraße, wo auch abends noch ein paar Leute unterwegs sind. Dort haben wir ein nettes Lokal gefunden und ausgesprochen gut gegessen. Ein kleiner Bummel noch und mit der Straßenbahn zurück. Die Haltestelle liegt direkt an unserer Stammkneipe und wir beschlossen, so viel Bier in uns reinzukippen, dass wir das harte Bett nicht mehr spüren. Das ist uns gelungen! ;D Ein kurzes Jammern noch, dann war Ruhe im Karton.
Der erste Tag in Dresden lag hinter uns.

Essgewohnheiten

Brasilien ist das Land der Bohnen. Nirgendwo sonst habe ich so viele verschiedene Bohnensorten gesehen wie hier. In der örtlichen Markthalle gibt es einen Stand, der alle erdenklichen Farben, Formen und Größen anbietet. Besonders beliebt sind die schwarzen Bohnen, die in einer relativ dünnen Soße schwimmen und über den Reis gekippt werden. Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, schmeckt aber gut. Mit diesen Bohnen wird auch das Nationalgericht Feijoada gekocht, eine Art Eintopf mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten. Sehr lecker! :yes:

Das Essen bei unseren Gastgebern ist sehr abwechslungsreich. Es gibt Geflügel, Fisch oder Fleisch, verschiedene Gemüsesorten, Salate, gelegentlich Kartoffeln. Dazu gibt es immer – also wirklich jeden Tag – Reis und Bohnen. Allmählich kommt mir beides zu den Ohren wieder raus und die Portionen, die ich davon nehme, werden immer kleiner. :-/

Was es praktisch auch täglich gibt, ist farofa. Das ist in Butter gebratenes Maniokmehl, gelegentlich mit Eiern, Wurst- oder Schinkenstückchen drin. Je nach Zubereitung hat es die Konsistenz von Sägespänen bis Rührei. Wenn es ordentlich gewürzt ist, schmeckt es gut. Mir dient es dazu, die Bohnenbrühe etwas anzudicken, aber auch zu gegrilltem Fleisch ist es lecker.

Ach ja, und Käse! Ich habe noch nie soviel Käse gegessen, wie hier. Das Bundesland Minas Gerais ist das, was Holland oder die Schweiz für Europa ist; seine Bewohner mithin Käs’köppe. :))
Es gibt alle Sorten, die wir von zu Hause auch kennen, mit Ausnahme von Brie oder Camembert. Besonders lecker ist eine Sorte, die hier einmal in der Woche auf dem Markt bei einem Bauern gekauft wird. Jeden Samstag ein Wagenrad in der Größe eines großen Esstellers, ca. 6 cm hoch. Anfangs hat er die Konsistenz von etwas festerem Frischkäse, im laufe der Woche verfestigt sich das ganze noch. Am Freitagabend ist er alle (wir sind vier Personen) :oops:, am nächsten Morgen wird ein neuer Laib gekauft.
Der wird mir fehlen, wenn ich wieder zu Hause bin. Ebenso das frische knusprige Weißbrot, das man rund um die Uhr beim Bäcker kaufen kann.
Und noch vieles mehr! :yes:

Ungläubiges Staunen

Es ist wirklich toll hier und wir genießen unseren Aufenthalt in vollen Zügen. Alle sind sehr bemüht um uns und machen uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich. Ich habe schon ein richtig schlechtes Gewissen.

Der Haushalt, in dem wir zu Gast sein dürfen, ist gut situiert und sehr gepflegt. Allerdings auch ziemlich chaotisch. Das absolute Highlight in meinen Augen ist die Küche. Nichts hat einen wirklich festen Platz. Die Teller stehen mal hier und mal dort im Schrank. Mit den Tassen ist es genau so. Angeblich liegt das an der Hausangestellten, die alles umräumt. Das stimmt auch zum Teil; unser Zimmer hat sie ja auch schon mehrfach umgeräumt und unsere Sachen neu arrangiert. :-/
Was allerdings die Küche betrifft, da steht die Hausfrau ihrer Angestellten in gar nichts nach. :yes:

Besonders schrill finde ich auch die Sache mit dem Reinigen des Geschirrs. Es gibt eine Spülmaschine, die allerdings selten oder eigentlich nie benutzt wird (und wenn, dann nur für bestimmte Dinge). Ich glaube, das Ding spült nur mit kaltem Wasser, was ja nicht wirklich Sinn macht und erklären würde, warum sie nicht benutzt wird. 🙄

Also wird von Hand gespült und da kriege ich wirklich was zuviel. Unter laufendem (kaltem!) Wasser wird alles einzeln eingeschäumt und erstmal irgendwo abgelegt. Wenn dann jeder Teller, jedes Glas mit einem dicken Schaumberg versehen ist, wird es unter dem immer noch fließenden Wasser wieder abgespült und zum Abtropfen in einem Korb geparkt. Das alles verbraucht Unmengen Wasser und Unmengen Geschirrspülmittel. 88|
Wer dann ein frisches Glas oder eine Tasse benötigt, wühlt erst einmal in dem Korb. Wenn dieser dann wieder halb leer ist, wird der Rest irgendwo in die Schränke gestopft und mit dem benutzten Geschirr beginnt das Spiel von vorne. Geschirrtücher zum Abtrocknen gibt es nicht.

Unsere Art des Spülens wird in Brasilien als unhygienisch empfunden. 🙄 Sie können nicht glauben, dass das Geschirr auch mit wenig (heißem) Wasser und wenig Spülmittel nicht nur sauber, sondern sogar rein wird. Beim letzten Besuch habe ich in knapp drei Wochen fünf große Flaschen Geschirrspülmittel kommen und gehen sehen. Wer ein kleines bisschen Umweltbewusstsein mitbringt, dem stehen hier die Haare zu Berge! >:-[

Was auch hoch interessant ist, ist die Warmwasserbereitung. Warmes Wasser kommt auch hier aus der Leitung. Mal mehr, mal weniger. Manchmal auch gar nicht. :)) Das ist schon seit sechs Jahren so. So lange kenne ich dieses Haus. Wenn es meines wäre, würde ich irgendwann mal jemanden mit der Reparatur beauftragen. Hier nimmt man das als gegeben hin und arrangiert sich. Geduscht wird eben im Laufe des Tages, wenn es auch draußen etwas wärmer ist und man hoffen kann, dass dann auch das Wasser etwas weniger kalt ist. :??:
Gewöhnungsbedürftig und in meinen Augen auch unverständlich, zumal das Problem als solches erkannt ist. Wert wird eben auf andere Dinge gelegt.

Auch ich habe mich inzwischen mit der unfreundlichen Dusche arrangiert und den Rest nehme ich notgedrungen auch hin. Man muss es ja im eigenen Haushalt nicht genauso machen. Gewiss aber werde ich das erste Duschbad zu Hause ganz besonders genießen! :yes: :yes:

PS: Die Türen quietschen auch alle. Unser nächstes Gastgeschenk wird ein Ölkännchen sein.
PPS Nach dem Besuch in Belo Horizonte:
Wenn ich irgendwo in Brasilien mal eine nicht quietschende Tür finde, werde ich ihr einen gesonderten Blogeintrag widmen!! 😀