Rodízio

Heute Mittag haben wir uns das erste Rodízio dieses Urlaubs gegönnt. Das sind Restaurants, die ein riesiges Buffet anbieten mit allem, was das Herz begehrt. Als geübter Rodízio-Esser sollte man sich allerdings mit zwei, drei Salatblättern zufrieden geben und sich stattdessen den Männern mit den gigantischen Fleischspießen hingeben, die sie wie Trophäen vor sich her tragen und jedem Gast das gewünschte Stück und die gewünschte Menge herunter säbeln. Die kommen übrigens dauernd an die Tische; die Angst, man könne irgendwie zu kurz kommen, ist völlig unbegründet. 😀

Auf den Tischen stehen Karten (bzw. in unserem Fall war es die Papiertischdecke), auf denen das Rindvieh abgebildet, in seine Fleischbestandteile zerlegt und diese beschriftet sind. So weiß man immer genau, welches Stück einem gerade angeboten wird. Dazu gibt es immer auch noch Schweinefleisch und Huhn und den gegrillten Käse, der so überaus lecker ist und der leider verdammt schnell satt macht.
Man schlemmt, so lange und so viel man möchte und wenn man ganz sicher ist, dass nix mehr geht, gibt man den Löffel sein Besteck ab und dann lassen einen die Spießläufer auch in Ruhe.

Wie es der Zufall will, saßen heute am Tisch hinter uns Rodízio-Greenhorns aus Europa. Zwei Herren, bei denen wir nicht einordnen konnten, wo genau sie her kamen und eine Brasilianerin, die ihnen alles genau erklärte. Sie unterhielten sich in Englisch und nur deshalb sind wir auf sie aufmerksam geworden. Da wir noch gut in Erinnerung hatten, wie bescheuert wir bei unserem ersten Rodízio über die Köstlichkeiten am Buffet hergefallen sind, haben wir die Männer ein bisschen beobachtet. Sie haben natürlich den gleichen Fehler gemacht und sich zusätzlich auch ordentliche Fleischbrocken auf den Teller legen lassen. Klar haben sie keine Fleischsorte ausgelassen!

Anfangs unterhielten sie sich beim Schmausen noch … dann wurde es zunehmend ruhiger am Nachbartisch, bis man irgendwann nur noch leises Stöhnen vernehmen konnte. Mir taten sie fast schon leid, aber da muss man durch. Beim nächsten Mal wissen sie, wie der Hase läuft. ;D

Pro Nase haben wir übrigens 25,90 R$ (10 Euro) fürs Essen bezahlt. Warum noch mal wollte ich hier eigentlich unbedingt einen Herd in der Küche haben??

Rindvieh

Werbeanzeigen