Mitesser

Samstagnachmittag, verhaltener Sonnenschein, angenehme Temperaturen – wir grillen! Kurz entschlossen rase ich zum Supermarkt und stehe vor einer mir feindlich gesonnenen Fleischtheke. Nur Winterkram im Sortiment: Rouladen, Haxen, Sauer- und Schmorbraten. Nix is’ mit Schwenksteaks, Hackfleischröllchen und irgendwelchen Spießen, die man(n) nur auf den heißen Rost hauen muss.
Hallo – wir haben Sommer!

Ich hab’ trotzdem was gefunden … sogar in kleinen Portionen, für zwei Personen geeignet. Dazu noch Salat und Kartoffeln, ein paar Zutaten für Sauercreme und ein bisschen Trallala – fertig ist ein Grillabend im kleinen Kreis. *freu*

Der Tag an und für sich war ziemlich nervig und am frühen Abend überkommt mich die Lust auf ein leckeres Kaltgetränk mit Bitzel und Allohollol.
Erfreulicherweise haben wir einen gut sortierten Kühlschrank und ich finde schnell eine einzelne Pulle, die sich für den spontanen Verzehr eignet. *doppelfreufreu*

Das erste Glas gab es so zum anturnen; für meinen Liebsten während der Sportschau, für mich in der Küche. Lecker!
Beim zweiten Glas saßen wir schon draußen. Die Steaks waren fertig, Salat und Kartoffeln auch … und dann kamen sie, die Mitesser und Mittrinker! Wespen und Fliegen machten sich über unser Essen her und diese fiesen kleinen Essigfliegen – von denen ich immer noch nicht weiß, wo die eigentlich immer her kommen! – erklärten unsere Sektgläser zu ihrem privaten Whirlpool. *grusel*
Ey – in Schampus bade noch nicht mal ich! >:-[

Zwar halte ich den Tod durch Ersaufen in feinem Riesling-Sekt für ziemlich erstrebenswert, trotzdem gestehe ich das doch nicht jeder her geflogenen Bonsai-Mücke zu. Wo kämen wir da hin?

Wir waren beschäftigt mit der Abwehr gefräßiger Mitesser und Schnutedunker, angelten in regelmäßigen Abständen in unseren Gläsern herum und bargen besoffenes Viehzeug. Das kann’s ja wohl nicht sein!

Die Wespen verbrutzeln bei uns mittlerweile auf dem „elektrischen Stuhl“ in Form eines Tennisschlägers (sehr empfehlenswert, nach ein paar Übungsstunden). Die Fliegen kann man einfach so vertreiben: vom Fleisch auf den Brotkorb, auf den Salat, auf die Kartoffeln, auf das Fleisch, den Salat. Abendfüllende Beschäftigung!

Irgendwann ist das Essen alle, das gemütliche Feuer im Kamin niedergebrannt, die Flasche leer und das Viehzeug besoffen oder tot. Jetzt gehen auch wir rein. Ein gemütlicher Grillabend ist zu Ende.

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