Was für ein Ritt

Samstag, sieben Uhr. Ich bahne mir einen Weg um diverse halb gefüllte Reisetaschen und schlurfe erst mal zum Fenster: Es schneit … wie befürchtet. Es sind allerdings nur ganz dünne Flocken und ich hoffe sehr, dass wir ohne Schneeketten über den Berg kommen.

Nach dem Frühstück, dem Packen unserer restlichen Habseligkeiten (wieder mal viel zu viele Klamotten mitgenommen) und den ersten Berichten im Fernsehen über liegen gebliebene oder verunglückte Fahrzeuge auf schneereichen Straßen, machten auch wir uns auf den Weg. Die Schneeketten lagen griffbereit im Kofferraum, brauchten aber erfreulicherweise nicht montiert zu werden.

Durch Bayern kamen wir bei schönstem Sonnenschein und hörten nur im Radio von den diversen Staus nach Unfällen. Irgendwann war aber die Sonne verschwunden und der Schnee da. Wir hörten, dass in Aschaffenburg wegen der Wetterverhältnisse sogar der öffentliche Nahverkehr eingestellt sei. Das konnte ja heiter werden! Der Stau auf der Autobahn brachte es inzwischen auf satte 18 km. Da kommt Freude auf.

Auch wir landeten irgendwann im Stau. Den kannte allerdings weder der Fritze im Radio, noch das Navi. Ein Stündchen standen bzw. krochen wir im Schritttempo, dann hatte mein Mann die Faxen dicke und fuhr „über Land“, hübsch durch den verschneiten Spessart. Das war zwar auch kein Honigschlecken, aber immer noch besser, als irgendwo blöde rumzustehen und gar nicht vorwärts zu kommen. Je näher wir der Heimat kamen, umso besser wurden die Straßenverhältnisse. Im Rhein-Main-Gebiet ist’s halt immer schön warm.

Nach zehn Stunden Fahrt kamen wir zwar genervt, aber wohlbehalten zu Hause an. Der Nachbar hatte den Bürgersteig vor unserem Haus ordentlich gefegt und auch in der Wohnung erlebten wir keine Überraschung: die Heizung war wieder einmal nicht angesprungen und es war/ist saukalt in der Bude. Ich hasse dieses Dreckding! :>

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