Frühlingsgefühle

Ich sitze mit der zweiten Tasse Kaffee am Tisch und blättere unmotiviert in der Tageszeitung. Es ist gerade hell geworden und die frische Morgenluft strömt durch die geöffnete Terrassentür ins Wohnzimmer. Alles ist ruhig und friedlich; ich bin noch in der Aufwach-Phase.

Ein merkwürdig raschelndes Geräusch reißt mich aus meiner morgendlichen Lethargie und ich spitze die Ohren. Das Geräusch ist unregelmäßig und kommt aus dem Garten. Neugierig gehe ich ein paar Schritte auf die Terrasse und sehe zwischen den Blumenkübeln immer mal einen schwarzen Flügel, der offenbar immer wieder gegen den Tontopf stößt.
Scheiße, der Vogel ist wohl am eingehen! Ich hab‘ am frühen Morgen echt keinen Bock auf tote Vögel und hoffe, dass der es vielleicht doch noch in den Nachbargarten schafft.
Er scheint sich wieder zu berappeln und springt auf den Rand des Blumenkübels. Eigentlich sieht der Vogel (Amsel) noch ganz fit aus und könnte ja jetzt auch wegfliegen. Macht er aber nicht. Stattdessen stürzt er schnurstracks wieder zwischen die Töpfe. Blödes Vieh! 🙄
Das Flügelschlagen geht weiter. Wie viele Flügel hat so eine Amsel eigentlich?
Ich mache noch ein, zwei Schritte auf sie zu und erschrecke, als plötzlich ZWEI Amseln aus ihrem Versteck rausflattern und direkt vor mir erneut übereinander herfallen.
Die sterben nicht – die sind am POPPEN! 😳
Meine Anwesenheit ignorieren sie in ihrem Liebesrausch. Aber hallo!

Diskret und langsam trete ich den Rückzug an. Nur kein Neid, Caipi – drinnen wird der Kaffee kalt. ;D