Ich bin wieder hier …

und nicht nur in meinem Revier, sondern gerade auch wieder in der Wirklichkeit angekommen! Servicewüste Deutschland – man kann sich nur an den Kopf greifen!

Heutiges Erlebnis: Post
Vorgestern fand ich eine Benachrichtigung in unserem Briefkasten, wonach ein Päckchen für meinen Mann bei der hiesigen Poststelle hinterlegt sei und mittels der vorliegenden Karte am nächsten Werktag ab 15.00 Uhr abgeholt werden könne. Super.
Ich machte mich heute Morgen auf den Weg dorthin, suchte mir einen Parkplatz, warf Geld in den gefräßigen Parkscheinautomaten und stellte mich geschlagene 14 Minuten in der Schlange vor dem Schalter an.

Endlich an der Reihe, übergab ich meinen Abholschein und hörte auch sofort die Aufforderung: „AUSWEIS!“.
Ich schlug die Hacken zusammen und kramte in meiner Handtasche nach dem amtlichen Papier.
„Das können Sie sich sparen“, meinte die Posttussi, „Sie haben ja gar keine Vollmacht!“
Ich muss ziemlich irritiert aus der Wäsche geguckt haben.
„Hallo? Der Empfänger ist mein Mann, ich habe die Karte und in meinem Ausweis steht die gleiche Adresse!“
„Das nützt nichts, wir können ja hier die Familienverhältnisse nicht klären.“

Mal ehrlich: Die Familienverhältnisse kennt der Paketbote auch nicht. Er weiß nicht, ob ich die Ehefrau, die Kusine oder die Putzfrau bin und händigt mir die Pakete immer aus. Er hat auch überhaupt kein Problem damit, sie der Nachbarin in die Hand zu drücken, wenn ich mal nicht da bin und mit der sind wir weder verwandt noch verschwägert und eine Vollmacht hat sie schon gar nicht. Was also soll das???
Vorschrift sei Vorschrift und seit Januar gelte, dass auch Ehepartner eine Vollmacht benötigen, wurde ich belehrt. ‚Du Dummchen weißt aber auch gar nix!‘ war hinter ihrer Stirn zu lesen.

Ich könnte gerade schon wieder speien! Da hatte ein gelangweilter Sesselfurzer eine Schnapsidee und ich verplempere hier meine Zeit. Wann wird dieser Schnarchnasenverein endlich abgeschafft?
Um diesem Post-Schwachsinn zu entgehen, habe ich beschlossen, die letzten Weihnachtsgeschenke doch in der Stadt und nicht im Versandhandel zu kaufen. Sicher ist sicher!

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Wegen Reichtum geschlossen

Es ist schon ungeschickt, wenn ein Dienstleister seinen Laden in einer Ecke der Stadt unterhält, wo normalerweise kaum jemand vorbei kommt. Noch blöder ist es, wenn dieser Dienstleister in Urlaub geht und lediglich einen Zettel an die Ladentür hängt. Ein Hinweis auf dem Anrufbeantworter kann ja nicht so schwierig sein, oder?

Genauso blöd ist es, wenn ein Online-Laden den Urlaubshinweis auf der Homepage so unglücklich platziert, dass man ihn bei der Bestellung überhaupt nicht finden kann.

Oh Mann, wollen die alle kein Geld mehr verdienen??

Saftladen

Kaum gibt man vor, es passiere nix mehr im Leben, schon wird man eines besseren belehrt und muss sich seinen Frust von der Seele tippen.

Vor gut drei Wochen gab ich in einem renommierten Juweliergeschäft mein kaputtes Armband ab und bat um Reparatur. Der Chef, bei dem ich gerade einiges an Geld für die Vergrößerung meines Ehe- und Beisteckringes gelassen hatte, war sehr angetan von dem schönen Stück, besah sich alles genau und stellte noch eine zweite defekte Stelle an dem Armband fest. Er schrieb sich meine Telefonnummer auf und wollte mich anrufen, sobald er einen Kostenvoranschlag für die Reparatur gemacht habe; im Übrigen teilte er mir als Abholtermin schon mal den 31.7. mit.

Also, angerufen hat niemand. Na gut, dann wird er es halt ohne Kostenvoranschlag repariert haben, dachte ich mir. Zufällig war ich am 30.7. sowieso in der Stadt und fragte einfach mal nach, ob das Armband schon fertig sei.
Seine Frau, über die ich mich schon ärgerte, weil sie sich während des Gesprächs mit mir zu einer Mitarbeiterin rumdrehte und ein zweites Gespräch mit ihr anfing – so was gehört sich in meinen Augen einfach nicht! – schaute nur auf den Abholtermin und teilte mir ungnädig mit, dass das feste Termine seien und das Armband erst am nächsten Tag aus der Werkstatt käme. Nun gut, wenn das so ist, dann ist das halt so.

Am nächsten Tag hatte ich keine Zeit und die Woche über keine rechte Lust. Heute habe ich mich aufgerafft und bin extra deswegen in die Stadt gefahren.
Die Tussi guckt auf meinen Schein und meint sogleich: „Also, ob das schon da ist, weiß ich nicht“. Ich daraufhin: „Na, nach über drei Wochen sollte das aber schon fertig sein“. „Ach so, ja. Der Termin war ja schon letzten Samstag“. Sie wühlte in ihrer Schublade, zog das Tütchen heraus, öffnete es und lies die einzelnen Brocken auf grünen Samt gleiten. 8|

„Das sieht jetzt aber nicht so aus, als sei es repariert!“ Ich war schon ziemlich angepisst sauer. Die Tussi guckt auf das Tütchen und teilt mir mit, was die Reparatur kosten würde.
„Aha. Schön. Und warum hat man mich nicht angerufen?“
„Wir haben keine Telefonnummer von Ihnen.“
„Ihr Mann hat sie extra aufgeschrieben!“
„Hier steht aber nix.“
„Er hat sie aufgeschrieben! Im Übrigen steht da auch meine gesamte Anschrift; wir stehen im Telefonbuch!“
„Ja also, ich weiß jetzt auch nicht …!“
Nee, is‘ eh klar! :crazy:

Das Armband ist mein absolutes Lieblingsschmuckstück, das ich praktisch täglich trage und ohne das ich mich irgendwie nackt fühle. Ich kochte innerlich, aber da mir auf Anhieb kein anderer Juwelier einfiel, der das schnell und gut reparieren konnte, erteile ich den Auftrag zum zweiten Mal. Nun hat sie mir zugesichert, dass das innerhalb einer Woche fertig ist. Nächsten Samstag kann ich es abholen. Rein vorsorglich habe ich auch ihr meine Telefonnummer aufgenötigt und darauf geachtet, dass sie sie wirklich auf das Tütchen schreibt.

Eigentlich wollte ich anschließend noch einige Besorgungen in der Stadt machen, hab‘ mir das aber verkniffen. Ich war so sauer, dass ich sofort wieder in heimische Gefilde gefahren bin. Um nicht ganz umsonst unterwegs gewesen zu sein, bin ich wenigsten noch schnell beim Discounter rein. Frustkauf: Zwei Tüten Lakritzkonfekt und mehrere Sorten Schokoladenplätzchen. Eigentlich wollte ich noch ein paar preiswerte Schnittblumen erstehen, aber da waren mir schon andere zuvor gekommen. Nur noch ein Strauß zerrupfter Astern stand in dem Wasserkübel und den wollte ich auch nicht haben. Dafür hab‘ ich mich zu Hause umgehend über die Lakritze hergemacht.
Wütend bin ich immer noch … und jetzt ist mir obendrein auch noch schlecht. Bääh!