Mit sieben Sternen zur EM

Nun ist es wieder soweit: Der Fußball hat das gemeine Volk europaweit im Griff. Fast europaweit jedenfalls, wir lassen ja nicht jeden mitspielen. (Ooohne Holland fahr’n wir zur EM …!) Die Oranjes haben es vergeigt und müssen zur Strafe zu Hause bleiben.

„Schland“ ist dabei; die Jungs haben sich – obwohl von der Weltmeistertruppe nicht viel übrig geblieben ist – qualifiziert. Also müssen wir nach Frankreich, obwohl uns beiden die Franzosen eigentlich nicht so liegen und Frankreich nie unser Reiseland war. Wir werden auch nur ein Spiel vor Ort anschauen und die restliche EM vorm Fernseher verfolgen. Das ist dann auch genug, den Rest müssen Jogis Jungs ohne uns hinkriegen.

Die was-ziehe-ich-an-Frage erübrigt sich beim Fußball. Mann/Frau trägt Trikot, Schal und Kappe, bequemes Schuhwerk und – je nach Witterung – kurze oder lange Hose. Das Fußballzeug ruht noch in einer Kiste, weil ich bisher keine Notwendigkeit sah, meine neuen Schränke mit diesem Kram voll zu stopfen. Nun muss ich da wohl ran und mein altes Trikot wieder ans Tageslicht befördern und auftragen. Das Trikot meines Mannes hatte die erste richtige Wäsche nach der WM nicht überlebt und kam mit nur noch einem Stern aus der Maschine.

Das geht ja mal gar nicht! Das Ding habe ich nach unserer Rückkehr sofort in den Laden zurück gebracht und auch anstandslos das Geld erstattet bekommen.
Für ihn musste also ein neues Trikot her und das hat er nun zum Geburtstag bekommen. Ordnungsgemäß mit vier Sternen drauf und daher gleich mal teurer als das alte. Satte fünf Euro kostet so ein Stern, was ich ganz schön unverschämt finde. Außerdem wollte ich eigentlich nie mehr weiße Trikot kaufen, weil man die in der Handwäsche einfach nicht sauber kriegt. Jetzt ist das aber egal, weil wir nach dem Spiel nach Hause fahren und das Teil dann wieder in der Waschmaschine landet. In Brasilien sind wir ja von Spiel zu Spiel gereist und ich musste von Hand waschen, damit die Dinger wenigstens nicht so möpseln.

Wir sind nun also gerüstet und hoffen darauf, ein gutes Spiel zu sehen und unsere Mannschaft bejubeln zu können. Um es mit dem Kaiser zu sagen: Schau’n wir mal.

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