Zynisch, aber gut:

Endlich – Deutsche Anleger kriegen ihre Asche aus Island zurück! *)

Warum fällt mir nicht mal so eine Überschrift ein? 😥

*) gefunden irgendwo im Internet

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Des einen Freud, des anderen Leid

„Papa, machen wir jetzt auch ein Feuer?“, fragte der kleine Nachbarsjunge (die, die immer so tun, als sehen sie uns nicht und die vom Grüßen so gar nichts halten) zu seinem Vater, als bei uns die Rauchwölkchen aus dem Kamin aufstiegen und das erste Grillfest der Saison ankündigten.
Nee, mal gar nicht. Und wenn, dann sowieso nur Gemüse und Tofuwürstchen. Nachbars leben schließlich gesund! Trotzdem haben sie ihre Nasen immer in den Wind gehalten und – jede Wette – der Sabber tropfte ihnen aus den Mundwinkeln. Ätsch! 😛

Den Wettlauf um das erste Grillsteak der Saison haben wir jedenfalls Haus hoch gewonnen. Dafür sind wir mit den Gartenarbeiten noch etwas im Hintertreffen und die Terrasse sieht auch noch aus wie Sau. Da muss der Hochdruckreiniger ran und das ist Männersache. Da bin ich fein raus.

Unseren Gästen war das egal. Sie wollten ursprünglich am Samstag in den Urlaub fliegen, was ihnen dieser blöde Vulkan gründlich vermasselt hat. Die waren für jedes Alternativprogramm dankbar und sahen gerne über den schmuddeligen Boden hinweg.

Das Wochenende war übrigens ausgesprochen ruhig. Unsere Nähe zum Frankfurter Flughafen beschert uns normalerweise auch eine gute Portion Fluglärm und der fiel diesmal komplett weg. Ist auch irgendwie komisch; man gewöhnt sich an die Donnervögel. Als richtig störend empfinden wir das nur in der Ferienzeit oder wenn der Wind von der falschen Seite kommt uns sie in die andere Richtung starten müssen.

Allerdings waren wir schon etwas verdutzt, als um kurz nach 20.00 Uhr doch ein Flugzeug zu hören war und sind sofort zum Fernseher gestürzt. Das war aber nur die Testmaschine aus Istanbul, die gerade von ihrem Erkundungsflug zurück gekehrt war. Ich bin gespannt, wann hier wieder alles normal läuft. Für die Bahn ist dieser Vulkanausbruch jedenfalls wie ein Sechser im Lotto und ich bin heilfroh, dass ich nicht in einem der überfüllten Züge sitzen muss.

Na sauber!

In Island spuckt ein Vulkan mit unaussprechlichem Namen glühende Brocken und tonnenweise Asche in die Luft und zwingt die Luftfahrt in Nordeuropa in die Knie bzw. auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Natur schert sich einen Dreck darum, ob in London ein Geschäftsmann zu einem dringenden Termin nach Übersee muss oder blasse Nordlichter einfach mal wieder Sonne sehen wollen. Ein beruhigendes Gefühl, dass wir die Natur doch noch nicht vollständig beherrschen … solange man von den Einschränkungen nicht selbst betroffen ist. Der Geschäftsmann und die Touristen sehen es mit Sicherheit weniger gelassen.

Macht aber nix, dass dieser blöde Vulkan uns die Luft verpestet. Die Post hat Abhilfe geschaffen und ist mit einer Innovation ausgebrochen.
Baff!!
Jetzt gibt es Duftbriefmarken.
Wieder etwas, was die Welt nicht braucht. 🙄

Nicht genug, dass man im Taxi von stinkenden Duftbäumen belästigt wird, in Geschäften frisch Gebackenes aus einem Zerstäuber strömt, alte Karossen mit Lederduft aus der Sprühdose wieder auf neu getrimmt werden – nun wabert einem „lemon fresh“ schon morgens am Briefkasten in die Nase. Pfui Deibel.
Eine Vergewaltigung des Geruchssinns!