Ungewollte Pfunde

Nix ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen – wie wahr!
Und als ob der Frust im Bad beim Blick auf die Waage nicht schon genug wäre, gab es heute noch was obendrauf: Knapp 1 ½ Pfund Werbung! Die Tageszeitung war dick wie der Otto-Katalog; Supermärkte, Kaufhäuser, Sportgeschäfte, Schuh- und Klamottenshops, Baumärkte … alles was irgendwelchen Krempel verkauft, hatte eine eigene Prospektbeilage beigesteuert. Die Zeitung selbst war übersichtlich; der jährliche Wettlauf der örtlichen Krankenhäuser um das erste Neujahrsbaby, die Einsätze der Feuerwehr an Silvester, ein bisschen Sport und Lokales. Ich konnte es mir nicht verkneifen, den ganzen Mist mal auf die Waage zu legen. Die eigentliche Zeitung wog gerade mal 100 g, das Gewicht der Beilagen betrug satte 440 g!

Statt Post gab es heute – ordentlich in Folie eingeschweißt (wie ich das hasse!) – gebündelte Werbung. Noch einmal 270 g … trotz Aufkleber „bitte keine Werbung“ am Briefkasten.

Sind die eigentlich noch ganz bei Trost? Wieso glauben die, dass ich plötzlich zu Geld gekommen und obendrein gewillt bin, es ihnen in den Rachen zu werfen? Nach den weihnachtlichen Sonderausgaben für Geschenke, Speis und Trank, überteuertes Benzin, Silvesterraketen und ggf. ein neues Party Outfit sollen wir tatsächlich noch Geld übrig haben? Die spinnen doch komplett!

Bevor ich wieder einkaufen gehe, wird erst mal der Kühlschrank leergefuttert und die ganzen Reste aufgebraucht. Das wird auch meine Badezimmerwaage freuen. 😉

Er geht mir gewaltig auf den Geist

Christoph W. aus München – der mit dem nächtlichen Harndrang und dem rollenden R, der mir allabendlich mehrmals erzählt, dass es so nicht weiterging mit seinen Pinkelattacken. Er sei es leid gewesen, ständig nachts raus zu müssen und habe nun das geeignete Mittel gefunden. Wie schön für ihn. Schön für uns wäre es, wenn er seine Leidensgeschichte seinem Frisör erzählen würde. Und nur ihm!
Ich will einfach nix mehr hören von Männern, die Nächtens vor sich hin tröpfeln. Von Frauen, die jede öffentliche Bedürfnisanstalt anfahren müssen übrigens auch nicht und ich will auch keine Ersatzflüssigkeiten auf saugfähigen Unterlagen mehr sehen.

Liebe Werbetreibende, habt Erbarmen!

Was errrlaube …

Es geht doch nix über gut gemachte Werbung!
Diese kam heute:

Unsere warme Grüße.:)
Nachdem an uns Sie werden es nicht bereuen!
Die besten billig nehmen und den besten Service.
— Viele progs für PC und Mac
— Unsere Programme übersetzt und angepasst an die Nutzer sprechen:

Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Schwedisch, Englisch
*www.xyz*

:))

Orwell lässt grüßen

Zu Werbung im Allgemeinen habe ich ja ein eher gestörtes Verhältnis. Im Fernsehen und Radio geht sie mir auf den Geist weil sie meist nervtötend ist und durch die ständigen Wiederholungen nicht besser wird.
An unserem Briefkasten prangt seit Jahren ein Aufkleber, dass Werbung unerwünscht ist und trotzdem muss ich dauernd mit den Austrägern irgendwelcher Schein-Zeitungen darüber diskutieren, ob dieser Mist, den sie uns da – gleich doppelt – in den Briefschlitz stopfen, nun Werbung ist, oder nicht. 🙄
Seit einigen Jahren kommt auch ein Beauftragter dieser Pseudo-Zeitungen in unregelmäßigen Abständen vorbei und fragt nach, ob wir diese auch wöchentlich bekommen. Meine stereotype Antwort „weiß ich nicht, ich schmeiße den Mist sofort in die Tonne“, sollte er mittlerweile kennen.

Heute nun habe ich einen Herrn mittleren Alters dabei beobachtet, wie er die Papiertonnen der einzelnen Häuser kontrollierte. Er sah „wichtig“ aus, hatte ein Klemmbrett unterm Arm und machte eifrig Notizen. Ich habe ihn gefragt, was er da zu finden gedenke. Er käme vom *Name des Blättchens* und müsse in Erfahrung bringen, ob das regelmäßig und vollständig – sprich: mit eingelegten weiteren Werbeprospekten – ausgeliefert und beachtet werde.

Ich glaub’ ich spinne :## – jetzt werden wir auch noch überwacht, was wir mit diesem Müll machen!
Was ist denn schlimmer: die Zeitung im Originalzustand – also ungelesen – ins Altpapier zu werfen oder gar zerknüllt, weil wir sie zum Schuhe ausstopfen oder Fenster putzen missbraucht haben? Werden solche Vergehen zur Anzeige gebracht und wenn ja, wie wird das am Ende geahndet?

Allmählich kriege ich Angst. 8|

Eindeutiges Angebot

Neben der wundersamen Vermehrung von Reklame im Briefkasten – dem mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung“ – sammeln sich auch im Emailpostfach so allerhand Hinweise, wo man sein Geld loswerden kann. Ich weiß, die wollen alle nur unser Bestes!

Genau da fand ich aber heute mal was richtig Praktisches für Leute, die kein Händchen fürs Dekorieren oder einfach keine Zeit dafür haben! :yes:
Dass man bei Kaffeeröstern inzwischen nicht nur Dessous und ganze Wohnungseinrichtungen kaufen, eine Weltreise buchen und sogar telefonieren kann, ist ja bekannt.
Nun wollen sie mir auch das Dekorieren des Weihnachtsbaumes abnehmen. Eine echte Edeltanne, ca. 1 m groß und fix und fertig geschmückt mit Schleifchen, Kugeln und Lebkuchenherzen, gibt’s schon für € 29,90. Geliefert wird bis zum 22.12. – per Express, für 8,95. :>>

Ich hab’ die Mail ausnahmsweise nicht gleich gelöscht. So wie meine Verzugsbilanz jetzt schon aussieht, muss ich wahrscheinlich darauf zurückgreifen. 🙄

Ideen für den Wunschzettel

Vor einiger Zeit habe ich Euch ja schon berichtet, mit welchen Katalogen wir seit Neuestem beglückt werden. „Alles für die Rinder und Pferdezucht“ landete übrigens kürzlich zum zweiten Mal in unserem Briefkasten. So schnell geben die nicht auf! :no:
Beim Durcharbeiten dieses Werbemittels konnte ich wenigstens noch herzhaft über die drolligen Bezeichnungen lachen.

Jetzt allerdings haben wir einen Katalog erhalten, der mich echt umgehauen hat: Gebundenes Buch, schwarz mit Goldschrift; die „VIP-Edition 2007/2008“ eines Juwelen-Imperiums. Alles aus der Abteilung Dinge-die-der-Mensch-nicht-braucht.

Mann, was uns da alles zum Kauf angeboten wird

– Chronometer für den Herrn Gemahl für schlappe € 144.900,-
– Damen-Handy, 18 Kt. Roségold mit Saphiren besetzt für nur € 45.000,-
– zarte Ohrhängerchen für 215.000,- und
– etwas Wärmendes für den Finger für sage und schreibe € 78.500,-.

88| 88| 88|

Selbst wenn wir Geld im Überfluss hätten, würden diese Dinge ganz sicher nicht auf unserem Wunschzettel stehen. Auch ohne Angeberuhr wissen wir, wem was die Stunde geschlagen hat und mein zig Jahre altes Handy funktioniert einwandfrei. Auch habe ich gar keine Gelegenheit, teuren Schmuck auszuführen und wenn an meinen Ohren tatsächlich mal was blitzt, ist es garantiert ein paar Nummern kleiner. :yes:

Allmählich interessiert mich wirklich, wie wir in diesen Verteiler gekommen sind. Irgendetwas ist da gründlich schief gelaufen!

Dem noch ausstehenden Werbematerial namhafter Yacht- und Reisemobilhersteller sehe ich erwartungsvoll entgegen. :crazy:

Leute, bin ich denn ein Kiosk …

… oder bin ich etwa ’ne Bank,
oder seh‘ ich aus wie ein Hotel oder wie’n Kassenschrank?

Nun kommen sie wieder vermehrt, die Bettelanrufe. Heute hatte ich schon zwei (bis gerade mal 10.00 Uhr!). Schulsport-Sponsoring; ich soll Bälle kaufen für € 37,50 das Stück oder Geld locker machen für den örtlichen Tierschutzverein. Ich sehe ja ein, dass man Ideen entwickeln muss, um an anderer Leute Geld zu kommen. Das versuche ich ja schließlich auch für unser Projekt. Ich grabsche mir aber nicht einfach ein Telefonbuch und rufe wahllos Firmen an. :crazy:
Das ist wohl der Fluch der Flatrate-Telefonie.

Ach ja, es weihnachtet ja auch schon wieder. Also werden auch noch etliche gleichartige Briefe kommen.
Ich erwarte also Post von den SOS-Kinderdörfern, Blindenhilfswerken, der örtlichen Feuerwehr, Krebshilfe, diversen religiösen Einrichtungen und, und, und.

Das Geld, das diese Institutionen für Werbematerial und Porto verpulvern, würde unseren Kindern http://www.Kinderhorizonte.de für lange Zeit ein sorgenfreies Leben bescheren.

Mich macht das wütend! :##