Der Kerl ist mir sympathisch

Die meisten Fahrten mit meinem Auto absolviere ich alleine und bin eigentlich auch ganz froh darüber, dass mir nicht ständig jemand die Ohren voll labert oder auf dem Beifahrersitz mitbremst (bevorzugt machen das Leute, die selbst nicht Auto fahren können oder wollen). Ich kann im Auto meinen Gedanken freien Lauf lassen, Musik hören oder auch nicht, kann fluchen und rauchen, soviel ich will. Sehr angenehm.

Nun war ich mit einer Freundin unterwegs und auch das war recht angenehm – wenn man mal davon absieht, dass sie in eine dicke Lederjacke gehüllt war, da sie es in meinem Auto saukalt (O-Ton) fand und entweder Hunger hatte oder aufs Klo musste. Wat mut, dat mut, und so haben wir halt bei einer Strecke von 250 km jeweils einmal eine Raststätte angefahren. Hier konnte sie sich auch etwas aufwärmen, denn ich hab’ mich standhaft geweigert, die Heizung höher zu drehen. Ich schlafe ein, wenn es so warm ist und das wollte sie ja sicher auch nicht.

Aber ich schweife ab, ich wollte ja eigentlich von Werner erzählen, den wir auch mitgenommen haben, weil er den Weg kennt. Ich mag Werni, weil er erstens nicht so viel labert und zweitens klare Ansagen macht. Manchmal hatte ich fast schon den Eindruck, er wäre eingepennt, weil er so still war. Vielleicht war die Strecke ja auch keine echte Herausforderung für ihn oder er wollte uns Mädels bei der Unterhaltung nicht stören. 😉
Immer, wenn wir ihn fast schon vergessen hatten, meldete er sich lautstark zu Wort: „An der nächsten Kreuzung links abbiegen“ oder „im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt nehmen“. Uups, sind wir erschrocken! Ich hab’ aber immer brav das gemacht, was er mir vorgegeben hat und ruckzuck waren wir an unserem Ziel. Spitze, der Typ! Meine Freundin war so begeistert, dass sie ihm spontan das DU anbieten wollte. Bei der ersten Begegnung fand ich das etwas verfrüht und hab’ davon abgeraten, aber wenn Werni sich mich weiterhin gut führt, bin ich da gar nicht abgeneigt.

Mein Mann hat ja auch eine ständige Begleiterin im Auto und das ist ein richtig schwatzhaftes Weib. Ich nenne sie nur „Schlampe“, weil sie so eine verruchte Stimme hat und ich sie sowieso nicht leiden kann. Irgendwo hab’ ich kürzlich gelesen, dass Männer eher auf die Stimme von Frauen achten und dann auch tun, was ihnen gesagt wird. Das allerdings ist bei meinem Mann gaaanz anders. :)) Wenn sie ihm ins Ohr haucht, er möge jetzt rechts abfahren, mault er nur: „Nee, genau DAS mache ich nicht!“ und fährt weiter gerade aus. Ist irgendwie ein gestörtes Verhältnis zwischen den beiden, aber das soll mir egal sein.
Schön, dass das mit Werni und mir so gut funktioniert! :>>

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Spielzeug für den Mann

Eigentlich ist es ja kein Spielzeug, sondern eine überaus nützliche Erfindung und eigentlich ist es auch nicht für meinen Mann, sondern für mich. Da es aber ein gewisses Maß an technischem Verständnis voraussetzt, fühlte er sich natürlich berufen, gleich Hand anzulegen.

Ich durfte die Verpackung aufreißen und mich mit der Gebrauchsanleitung befassen. Mann braucht so was natürlich nicht. Er griff sich die Kabel und mein Notebook und los ging es. Erstmal wurde ich offiziell angemeldet, es wurden Dateien heruntergeladen und installiert. Mit der Gebrauchsanleitung war ich schnell durch und gerne hätte ich auch das eine oder andere ausprobiert, aber das Gerät war meinem Zugriff entzogen. Dafür arbeitete sich meine bessere Hälfte durch die gesamte Internetseite, suchte weitere Tools, die er mir installieren kann. Es gibt viele davon und das alles dauerte seine Zeit. 🙄

Dann endlich konnte es richtig losgehen. Ich durfte meinen Namen eintippen und meine Adresse sowie eine weitere Anschrift, die ich demnächst besuchen will und ich durfte mir eine Stimme aussuchen, der ich lauschen möchte. Ich hatte die Wahl zwischen Lisa und Werner und hab’ mich spontan für Werner entschieden. Irgendwie traue ich Männern in der Beziehung mehr zu. 😉

Danach marschierten wir zu meinem Auto und verlegten die paar Kabel, die das Gerät benötigt um zu wissen, wo ich eigentlich bin.
Werner wusste sofort, was los ist und was ich von ihm erwarte und er spulte sein Programm ab: nächste Straße rechts, nach 50 m links, zweite Straße rechts … . Klasse. Der Bursche kennt sich echt aus! Wir machten noch eine kurze Probefahrt und verweigerten den Gehorsam. Werner musste sich dauernd neu orientieren, schaffte das aber locker. Das macht mir Mut für meine bevorstehende kleine Reise und bis es soweit ist, werde ich Werner noch des Öfteren zur Zielfindung einsetzen.
An einen neuen Beifahrer muss frau sich ja erstmal gewöhnen. :yes: