Vergangenheitsbewältigung die X-te

Oh Mann, was für ein Tag! Wir haben schon den 8. Januar und ich halte immer noch an meinem Vorhaben fest, jeden Tag etwas wegzuschmeißen. Bisher habe ich durchgehalten und heute sogar schon bis Ostern vorgearbeitet!

Der schlimmste Ort des Grauens ist für mich das Büro. Das ist ein ziemlich großer Raum, in dem ich eine kleine Ecke für meinen Schreibtisch habe, um den herum ich mich so langsam aber sicher einmauere. Dicke Ordner liegen und stehen auf dem Fußboden, der Tisch ist belagert mit Ordnern und Akten und langsam kriege ich keine Luft mehr. Das ist nicht etwa deshalb so, weil ich so unordentlich wäre, oh nein! In meinen eigenen Sachen miste ich regelmäßig aus. Es liegt einfach daran, dass in den Regalen, in welche die Ordner gehören, kein Platz für meine Sachen ist.

Kann sich noch jemand daran erinnern, wie aufwendig früher Computerprogramme verpackt waren? In ganz stabilen, doppelten Pappkartons, in denen dicke Handbücher und stapelweise Disketten (für die Jüngeren: das waren so kleine viereckige Dinger, die man in einen Schlitz im Computer stopfen musste) waren. Meist hatten die Kartons auch noch eine bunte Umverpackung außen herum, aus denen der Name des Programms und das erforderliche Betriebssystem hervor gingen. Solche monströsen Dinger haben bei uns die Regalplätze belagert. Echte Schätze waren dabei: PageMaker (damit konnte man zeitungsähnliche Werke herstellen; haben wir vor über 20 Jahren mal für eine Straßenzeitung benutzt), CorelDraw 2.0 bis XYZ (für OS/2 – einem Betriebssystem, von dem heute keiner mehr spricht), Word 6.0 (ach ja, *seufz* das hätte ich ja heute gerne wieder. Das war so schön einfach!) nebst seinen Nachfolgern. Dazu – weil die Handbücher ja meist unverständlich waren – natürlich jeweils auch noch dicke Bücher, in denen dem geneigten User dann auch noch die Schmankerln der Programme erläutert wurden. 🙄
Dieser ganze Quatsch wurde irgendwann mal ins Regal geräumt, gelegentlich mal abgestaubt und nie wieder angeguckt.
Sah aber ordentlich aus! :>>

Heute nun habe ich den ganzen Kram der Entsorgung zugeführt, jeden einzelnen Karton aufgemacht, nach Papier, Datenträger, Füllmaterial (meist Schaumstoff) sortiert und alles in die einzelnen Mülltonnen verteilt. Die Tonnen sind jetzt voll, die Regale ausgewaschen und mit meinen Ordnern gefüllt. 😀

Jetzt habe ich Platz und Rücken und bin fix und alle – aber stolz wie Bolle!

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